Die Toten soll man ruhen lassen, hat mal ein weiser Mensch gesagt. Oder als Hologramm wieder auferstehen lassen, hat zumindest Snoop Dogg sich gedacht. Und beim diesjährigen Coachella-Festival in San Diego war es dann soweit. Der Nebel verzog sich und er stand da. Leibhaftig, muskelbepackt und schimmernd, wie zu Lebzeiten: Tupac.
Mittlerweile ist allen klar, dass es kein echtes Star-Trek-eskes Hologramm war, das den tausenden Zuschauern beim Festival erschien. Die Technik ist ähnlich der, wie Zauberer mit Spiegeln ihr Publikum in die Irre führen: Auf eine besondere Folie wurden die bewegten Bilder Pacs projeziert und ein perfekt platzierter Spiegel reflektierte den Effekt, sodass es wirklich dreidimensional aussah.

Nach dem denkwürdigen Auftritt beratschlagten Dre und Snoop, ob sie ihren toten Tupac, nicht mit auf ihre Tour mitnehmen wollten. Dass das eigentlich ja gar keine schlechte Idee ist, finden auch andere und planen eine Comeback- oder Revival- oder Hey-wir-brauchen-wieder-Geld-Tour, mit den verstorbenen Bandmitgliedern zu unternehmen.
Ganz so sieht es zum Beispiel bei der ehemaligen R'n'B-Hip-Hop-Girlband TLC aus. Die Rapperin Lisa „Left Eye“ Lopes war am 25. April vor 10 Jahren bei einem Autounfall in Honduras ums Leben gekommen. Pünktlich zum Gedenken an den Tod Lopes‘ wurde gestern bekannt, dass T und C, vor allem aber die hochverschuldete T („T-Boz“) auf eine Revival-Tour brennen. Mit L als Hologramm.
Ähnliche Pläne schmieden auch die verbliebenen Jackson 4. Sie wollen ihren jüngsten und efolgreichsten Bruder, Michael Jackson, virtuell wiederbeleben. Die Idee hatten sie, natürlich, schon vor genau zwei Jahren, als sie eine solche Show für ihren Bruder im Cirque du Soleil machen wollten.
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Hypetrak, findet das ganze Szenario um die Hologramme auch sehr lustig. Sie haben sich schonmal ihr Wunsch-Line-Up für das nächstjährige Coachella zusammengestellt. Von Mozart, über Johnny Cash bis hin zu Jesus sind alle ehemaligen großen Stars der Szene vertreten, beim Holochella 2013. Auch Dr Dre kommt auf seine Kosten. Er hatte sich gewünscht, dass er gerne mal Jimi Hendrix oder Marvin Gaye sehen würde.