"Vorsicht bei der Einfahrt!"
Die Bahn rollt ein, und bis die Türen sich öffnen bleibt die Frage, was einen auf dieser Fahrt wohl erwartet. Wird es langweilig wie immer, Menschen auf dem Weg zur Arbeit, die mit Stöpseln im Ohr und E-Book-Reader in der Hand die letzten "freien" Minuten genießen, bevor es in den Job geht? Oder ist da vielleicht wieder dieses hübsche Mädel mit den großen Ohrringen, die jeden Tag mit einem Kaffee in der Hand in den gleichen Wagen steigt? Oder erlebt man in den nächsten Minuten Bahnfahrt wieder eine der Geschichten, die man später den Freunden bei einem Bier erzählen wird?
Diese Geschichten muss man einfach erzählen:



Carola:
"Letzte Woche auf dem Weg zu einem Konzert war schon auf dem Bahnsteig. Eine etwas verwirrte Dame vermutmit russischem Akzent beschimpfte wahllos Passanten. In der U-Bahn war ich dann ihr neues Opfer. Sie hat mich dann vor versammelter Mannschaft angebrüllt und mit der Polizei gedroht. Mir war das megapeinlich, zum Glück ist sie bei der nächsten Station ausgestiegen."
Martin:
"Während der Schulzeit musste ich jeden Tag ein längeres Stück mit dem Zug fahren. An einem Tag hatte ich mir noch etwas zu essen gekauft und mich dann alleine in ein abgetrenntes 6er-Abteil gesetzt. Auf einmal kam ein Typ rein, der anscheinend eine Pistole unter dem Shirt versteckt hatte. Er setzte sich gegenüber, schaute mich und sagte dann: "Scheiß Tag zum Zugfahren!" Ich dachte wirklich, jetzt hat meine letzte Stunde geschlagen. Der Typ saß einfach da und hat mich angestarrt. Nach ein paar Minuten hat er das ganze aufgeklärt, es war nur ein Spaß, er hatte gar keine Pistole dabei. Ein mieser Scherz!"
Andrea:
"Wer kennt das nicht: Die letzten Stufen zum Bahnsteig sind erreicht, ein kurzer Sprint wird eingelegt und die Türen der U-Bahn schließen sich dennoch direkt vor der eigenen Nase. Das ist der Grund, aus dem ich prinzipiell nicht mehr losrenne, wenn die Bahn schon eingefahren ist. Sieht einfach zu dämlich aus und ist extrem frustrierend, so eine unnütze sportliche Einlage. Aber es gibt Tage, da ist alles anders. Neulich bin ich nämlich die U-Bahntreppe herunter geschlendert , und wie erwartet schließen sich die Zugtüren. Doch eine Tür öffnete sich wieder – die des Fahrers. „Wollen Sie noch mitfahren?“ lautete die unerwartete Frage. Ich wollte. Und ich durfte. Und zwar vorne beim Fahrer. Es war nie mein Kindheitstraum, einmal Zugführer zu sein (und das ist es auch jetzt nicht), aber es gibt keinen eleganteren Weg, U-Bahn zu fahren, als bei einem freundlichen Fahrer an der Spitze des Zuges."
Dominik:
"Ich hab irgendwie immer sehr lustige Fahrer. Letztes Jahr an Weihnachten war wieder mal ein Riesenandrang beim Ein- und Aussteigen. Da kam dann die Durchsage vom Fahrer: "Mia san koa Adventskalender, mia ham mehr als 24 Türen!" Sowas ist besser als jede Comedy!"
Juli:
"Ich hatte mal eine Hörerin, die wirklich etwas Tolles erlebt hat: Im Zug hat sie einen Typen getroffen, die beiden haben sich echt gut verstanden, aber keine Nummern ausgetauscht. Einen Tag später hat sie total verzweifelt in meiner Sendung angerufen, und wir haben onAir einen Aufruf gestartet. Nach kurzer Zeit hat sich tatsächlich der richtige Mann gemeldet, und die beiden haben ein Date vereinbart! Leider ist nicht mehr daraus geworden, aber ich finde trotzdem: Das war eine der schönsten Zug-Geschichten!"
Was habt ihr schon alles im Nah- und Fernverkehr erlebt? Schreibt uns eure Geschichten: Auf Facebook oder per Mail an studio@egofm.de!
Bilderquellen: ernestduffo, evilhayama, hansenbrian, youthkee