In Augsburg kennt sie jeder. Die Augsburgblume ist ein urbanes Markenzeichen der Stadt geworden. Die einen lieben sie, die anderen haben ein großes Problem mit ihr, wie auch die Polizei. Nach einer langen Verfolgungsjagd hatten sie vor einem halben Jahr schließlich Erfolg. Der StreetArtist wurde geschnappt. Jetzt steht das Urteil fest. Der 25-jährige wurde nun zu zehn Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von 12.000 Euro verdonnert.
Damit ist er noch ganz gut weggekommen. Der Sachschaden liegt nämlich bei einer weit höheren Summe: Bei rund 70.000 Euro. Und beinahe wäre der Straßenkünstler ins Gefängnis gekommen. Hätte er kein umfangreiches Geständnis geliefert. Das hat ihm vorm Knast bewahrt.
Doch nicht nur damit hatte er Glück. Das Urteil hätte allein schon wegen seiner vielen Vorstrafen höher ausfallen können. Bei der Polizei ist er schon wegen einiger Drogen- und Verkehrsdelikte bekannt. Die Staatsanwaltschaft hatte 14 Monate auf Bewährung und eine Geldstrafe von 15. 000 Euro verlangt.
Aber was ist mit Nachmachern und Mitwirkenden? Schließlich war er nicht der einzige, der Blumen an Hauswände gepflanzt hat. Ob sie für die 12.000 Euro zusammenlegen werden?
Ein Rückschlag für StreetArt in Augsburg. In einem anonymen Interview mit einer Augsburger Zeitschrift sagte der Sprayer, sein Ziel ist es "den Menschen Freude in ihr Leben zu bringen und ein Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern." Und offensichtlich hat er das auch geschafft. Die Augsburgblume ist fast schon eine Lokalprominenz: Immerhin hat sie ganze Facebook-Gruppen und Fanseiten, die sie feiern und ihren Tod betrauern.
R.I.P. Augsburgblume. Doch nicht alle Augsburger sind traurig über den Fahndungserfolg der Polizei. Neben leeren und hässlichen Betonwänden, Straßenschildern und Mülltonen, wurde die Blume ab und an auch auf Briefkästen oder Autos gepflanzt. Schließlich haben die Eigentümer Schadensersatz gefordert. Deswegen ist der Sachschaden dementsprechend hoch.