EMI, das ist die Mutter der Beatles, Heimat von Künstlern wie David Bowie, Pink Floyd, Tina Turner, Coldplay oder David Guetta. EMI ist auch eines der ältesten Musiklabels der Welt. Verzeihung: „war“. Denn am Freitag wurde beschlossen, dass das kriselnde Unternehmen vom derzeit größten Majorlabel der Welt gekauft werden darf.
Jetzt sind bei EMI trotzdem einige der erfolgreichsten Pop-Musiker der Welt unter Vertrag. Coldplay und David Guetta haben wir schon genannt. Die sind aber auf EMI-Töchtern gesignt, ebenso wie Depeche Mode oder Moby.
Diese Tochterlabels (u.a. Parlophone, Mute, EMI France und Chrysalis) muss der neue Besitzer Universal verkaufen, um den freien Wettbewerb nicht einzuschränken und nicht zu mächtig zu werden.
Universal hatte bereits vor einem Jahr zugeschlagen, jetzt wurde der Kauf von der EU-Kommission genehmigt. Damit ist die vollständige Zerschlagung des traditionsreichen EMI-Labels fast besiegelt. Was noch fehlt ist die Zustimmung der US-Kartellwächter.
Somit würden nur noch drei große Labelgottheiten im Musikolymp übrigbleiben: Universal, Sony Music und Warner.
Sollte das nur der Anfang gewesen sein, können wir uns in Zukunft darauf einstellen, dass die verbliebenen Drei irgendwann zu einem gewaltigen Major Label verschmelzen, während sich kleine Labels, Labelgruppiereungen oder alternative Veröffentlichungswege (wie bei Amanda Palmer) gegenüber dem Goliath noch stärker beweisen müssen.