Millionen junger Sen-Shuans haben diesen Satz gehört und dann an die nächste Generation weitergegeben und an die nächste und an die nächste und an die nächste...
Und bald wusste jeder junge Tetris- oder Supermariokrieger, dass, wenn das Spiel hängt, oder erst gar nicht starten will, ein kurzes, starkes Pusten in den Schlitz hilft. Es gab jene, die einfach so in die Öffnung hineinbliesen und es gab jene, die aus dem Spiel so etwas wie ein panflötenähnliches Instrument machten und es, während man die Luft hineinjagte schnell vom linken zum rechten Mundwinkel schob.
Der US-Amerikaner Chris Higgins, inzwischen ein studierter Mann, hat sich neulich erst an die unbeschwerten Stunden vor seinem Nintendo-Display erinnert und sich mit dem Gedanken gequält, warum zum Teufel das mit der Pusterei überhaupt funktioniert hat.
Die Antwort ist die dreiste Lüge des Tages: gar nicht.
In Wirklichkeit schadet unser feuchter, spielewiederbelebender Atem dem Innenleben, also den metallischen Platinen, Kontakten, Slots und Cartridges. Das hat Higgins dann auch gleich bei Zelda ausprobiert. In eines der zwei Spiele blies er einen Monat lang jeden Tag zehnmal hinein, in das andere nicht. Nach dem Monat, waren beide Spiel zwar noch funktionsfähig, aber das, in welches hineingeblasen wurde, war von schwerem Bakterien-/Schimmel-/Sonstiges-Befall geschädigt. Rost und Korrosion wären die nächsten Folgen gewesen.
Warum das Hineinblasen trotzdem hilft, wenn ein Spiel mal hängt, wissen auch die selbsterklärten Experten um Higgins nicht. Sie und Nintendo selbst raten sogar dringendst davon ab, wenn man die Spiele auch in Zukunft noch genießen möchte.
Aber das lassen wir unsere Zukunfts-Ichs ausbaden. Die sind es dann auch, die sich zu unseren Zukunftskindern hinunterbeugen müssen und ihnen mit trauriger Mine und noch traurigerem Herzen erklären müssen. „Was auch immer du tust, blas nicht ins Spiel hinein. Niemals.“
Quelle: Mentalfloss
Bildquelle: Facebook/When I Was Your Age, We Had to Blow Into Video Games To Make Them Work