Die 60er gehen also vorbei, ihre Ikonen sterben, und mit ihnen stirbt auch die Hippiekultur. Was übrig bleibt sind jede Menge Gitarrenbands und wütende Junge, die sich gegen das Establishment auflehnen. Aber es gibt auch die andere Seite: eine bunt glitzernde, auf Rollschuhen discotanzende Seite. Es entstehen die ersten Clubkulturen der Welt. Neben New York wird ausgerechnet München zum Szenezentrum der Hippen. Die Coolen wiederum gehen auf Konzerte, statt in Clubs. Es ist das Zeitalter der Rocker gegen die Tänzer, Punk gegen Disco. Metal gegen Lametta.
Jimi Hendrix ist tot. Er stirbt am 18 September 1970. Der größte Rockgitarrist aller Zeiten hinterlässt traurige Fans und jede Menge Musiker, die in seine Fußstapfen treten wollen. Auch die Wut auf die Obrigkeit bleibt. Junge Musiker nehmen sich der Missstände an, formulieren sie und machen sie Teil ihrer Kunst. Der Rock wird düsterer, schneller, härter, wütender. Er wird zu Punk oder zu Heavy Metal. Kein Wunder, dass die wichtigsten Vertreter des neuen Genres aus den USA und England kommen.
Der Begriff
„Heavy Metal“ wird erstmals, ohne konkrete Definition im Song „Born to be wild“ von Steppenwolf verwendet, der sich an die in den 60ern aufgekommende Bikerszene richtete. Auch deswegen gilt „Born to be wild“ als der erste Song, der dem Genre Heavy Metal zugeschrieben wird.
Dass es allerdings noch viel heavier geht, zeigten Led Zeppelin auf ihrem legendären Album „Led Zeppelin III“ oder ein wenig später die teuflischen Black Sabbath aus Birmingham um Frontmann Ozzy Osbourne und Gitarrist Tony Iommi. Die Band probte gegenüber von einem Horrorkino in der Stahlindustrie-Stadt, als man auf die Idee kam, dass man ja nicht nur Filme, sondern auch Musik machen könnte, vor der sich Menschen fürchten. Die Themen werden düster und negativ, sie spielen mit menschlichen Niederungen und Emotionen wie Angst, Ekel, Verzweiflung oder dem Tod.
Die Riffs werden hart, die Bassline und Drums schnell, alte Blues-Elemente werden abgelegt. Gitarrensoli nehmen große Teile der Songs ein. Dazu kommt der ekstatische, teils schrille Gesang Ozzys und eine vorher nie dagewesene Lautheit der Songs. „Paranoid“ wird 1970 eines der erfolgreichsten Alben des Jahres und legt den Grundstein für die mehr als 40 Jahre Heavy Metal heutzutage. Der gleichnamige Titelsong aus „Paranoid“ schafft es damals weltweit in die Charts:
Bis zur Mitte der 70er Jahre bestimmen Heavy Metal- und Hard Rock Bands das Rockgeschäft. Led Zeppelin, Black Sabbath und später auch Deep Purple sind weltberühmt und füllen am Zenit ihrer Karrieren ganze Stadien.
Aus Untergrundgaragen kommt in der zweiten Hälfte ein neues Gitarrengenre auf. Junge Wilde, Rebellen im Studentenalter machen ihrem Ärger über Wirtschaft, Gesellschaft und Politik musikalisch Luft und begründen den Punkrock.
Auch der Punk greift Themen des Heavy Metal auf, bezieht diese aber nicht nur auf die menschliche Ebene, sondern auf die gesellschaftliche, politische oder kuturelle. Eine Anti-Establishment-Einstellung verbindet sie mit der frühen Subkultur der Hippies. Aber Punker gehen noch einen Schritt weiter. Punker sind Anti-Alles. Auf ihren Konzerten entsteht der „Tanz“ Pogo und überhaupt fallen sie bei ihren Konzerten durch ihr krasses Verhalten auf. Sie verwenden Schimpfwörter, auch in der Öffentlichkeit, kleiden sich absichtlich hässlich und sind auffällig, aggressiv und anarchistisch.
Die Musik ist laut und übersteuert, die Gesänge sind rau bis schräg. Die Bands, die Mitte der 70er damit am meisten Erfolg haben, sind The Clash oder die Sex Pistols aus London, die Ramones aus New York und Patti Smith aus Chicago. Am Ende des Jahrzehnts wird auch der Punk zur Mainstreamkultur.
Und das Genre teilt sich auf. In die Bands, die sich verstärkt auf politische Themen konzentrierten, wie The Clash, Bands, die eisern ihr Punkerdasein auslebten, wie die Ramones oder die Sex Pistols. Und dann gab es noch die, die sich in andere musikalische Felder vorwagten und in den 80ern eine neue (Gegen-) Form des Punk schöpften.
Das was wir heute Indie nennen, entsteht als New Wave, natürlich in England.
Hier gehts zu den 60ern: