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Bild zur Nachricht:egoFM-Heldensommer - Die Siebziger: Metal vs. Lametta
Freitag, 31. August 2012 12:00 Musikmeldung

egoFM-Heldensommer - Die Siebziger: Metal vs. Lametta

Teil 4: Disco - Moroder, München und mehr.

Für unseren Heldensommer stellen wir euch in den nächsten Wochen je ein Jahrzehnt (Musik-)Geschichte vor. Wir beleuchten es aus zwei möglichst unterschiedlichen Perspektiven, nehmen euch mit auf eine Reise durch die Zeit. Zu den Legenden, denen der Heldensommer seinen Namen verdankt. Heute Teil 4: Disco - Moroder, München und mehr.

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Die 60er gehen also vorbei, ihre Ikonen sterben, und mit ihnen stirbt auch die Hippiekultur. Was übrig bleibt sind jede Menge Gitarrenbands und wütende Jungs, die sich gegen das Establishment auflehnen. Aber es gibt auch die andere Seite: eine bunt glitzernde, auf Rollschuhen discotanzende Seite. Es entstehen die ersten Clubkulturen der Welt. Neben New York wird ausgerechnet München zum Szenezentrum der Hippen. Die Coolen wiederum gehen auf Konzerte, statt in Clubs. Es ist das Zeitalter der Rocker gegen die Tänzer, Punk gegen Disco. Metal gegen Lametta.

Die Schnittstelle beider Welten, dort wo die großen Rockstars ihre Alben aufnehmen und sich dann später am Abend mit Discofox belohnen, der Flecken Erde, der Rockmusik und Disco miteinander verbindet, ist Ende der 70er ausgerechnet unser bescheidenes München. Die Musicland Studios zählen zu den begehrtesten der Welt, genauso wie ein Platz auf der Gästeliste des großen P1. München verbindet. Aber auch Disco selbst verbindet - nämlich verschiedene Genres. Der Motown Soul entwickelt sich zum Funk. Von da an ist es nur ein kleiner Schritt zum Discosound. Aber auch ehemalige Rockbands verfolgen einen immer discoideren Stil. Prägend für die Entwicklung war ein Mann, der hier in München als erster den Discosound ausschließlich synthetisch herstellte: Giorgio Moroder.



Der seichte, leichte, tanzbare Motown-Soul wandelt sich Anfang der Siebziger. Es entsteht der Funk, den man in den Discotheken der Welt hört und aus dem wenig später Disco werden sollte. James Brown wird zum Godfather, das Motown Label hat mit Lionel Richie und Rick James zwei der erfolgreichsten Stars der Zeit unter Vertrag. Typisch für den Sound sind leichte, synthetische Elemente, die aber trotzdem auf dem altbewährten Motown-Bauplan beruhen.



Der Berufszweig DJ entsteht.
Songs werden gemixt, damit sie in Discotheken laufen können. Große Plattenfirmen erkennen das Potenzial, viel Geld zu scheffeln. Speziell in Europa entsteht der Eurodiscosound. Boney M aus Deutschland werden weltberühmt. Giorgio Moroder, der Pionier der Synthesizer-Musik, bringt Donna Summer ganz groß raus und prägt damit den stiltypischen Munich Disco-Stil.



In seinen Musicland Studios
produziert er Alben für Led Zeppelin, die Stones, Elton John oder Queen, um nur einige zu nennen. Die Nächte im P1, wo jeder mit Moroder abhängen will, sind lang – auch weil man, wenn man Pech hat, ewig vor der Tür warten muss.

Die schillernde Exzentrik der späten 70er Jahre gibt es aber nicht nur in München. In New York steht der berühmteste Nachtclub der Welt. Dort wo Michael Jackson, Rick James, Arnold Schwarzenegger, Andy Warhol und dutzende andere Promis tanzen, feiern und koksen. Das Studio 54 ist eine Spielwiese für Erwachsene. Drogen gehören genauso zum Feiern dazu ,wie Sexexzesse - AIDS ist damals noch unbekannt.



Immer mehr Musiker setzen auf den Disco-Stil.
Auch gestandene Rockbands lassen ihre Stücke tanzbarer werden. "Saturday Night Fever" mit dem Soundtrack der BeeGees wird einer der erfolgreichsten Tanzfilme aller Zeiten und mit ihm, John Travolta weltberühmt. Der Film spielt in der New Yorker Discoszene. Das Studio 54 wird zu einem Sinnbild für die Disco-70er. Nur wer "dressed spectacular"  ist, hat überhaupt die Chance mitzufeiern. Aber wer erst mal drin ist, kommt nur schwer wieder raus, weil ihm die Glamour-Welt, das Koks und die Groupies die Sinne vernebelten.

1980 wird das Studio 54 wegen Steuerhinterziehung geschlossen. Im neuen Jahrzehnt entsteht wieder neue Musik, wachsen neue Subkulturen heran. Aber auch die Welt verändert sich grundlegend. Aus einer zweigeteilten Welt wird eine offene - zumindest in der Theorie.

Ein abschließendes Statement zum Jahrzehnt gibt uns einer der größten Stars der damaligen Zeit und einer der Größen des Funk, Rick James:






Hier geht's zu den 60ern: Motown & Stax und Von England nach Woodstock
Hier geht's zum Teil 1 der 70er: Metal & Punk - Anti Alles für immer

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