Welche Macht doch das Internet hat. Durch seine Cover-Version von Blackstreets „No Diggity“ wurde, was als Internet-Hype begann, zum rollenden Stein und mittlerweile ist Chet Faker in Australien fast berühmt und kurz davor Preise zu gewinnen.
Faker kommt aus der Deep Disco-Szene Melbournes. Eines Abends wurde dort das Original von „No Diggity“ gespielt, zu Hause ließ ihn der Ohrwurm nicht einschlafen und er produzierte einen Beat, über den er die Strophen sang, die ihm den Schlaf raubten. Er schaffte es auf einen Sampler und ein Hype baute sich um ihn auf.
Inzwischen dürfte er auch einigen Nicht-ego-Hörern ein Begriff sein, denn im Frühling war er Begleitband bei der Deutschland-Tour seiner australischen Kollegen von The Temper Trap.
Seine erste eigene EP hatte er kurz vorher rausgebracht. Seine Biographie versteckt er gut, man weiß nur wenig über den Bärtigen. Aber dafür können wir uns mit seiner Musik einen ganz guten Eindruck von ihm verschaffen. Langsame, synthetische Beats, seine tolle, manchmal rauchige Stimme - Electrosoul könnte man vielleicht sagen. Könnte man, machen wir aber nicht. Er selbst nennt es Electronica, Down-Tempo und Sex. Passt.
Hier könnt ihr die komplette EP „Thinking in Textures“, die der Sänger und Songschreiber auch noch selbst produziert hat hören (und direkt danach bei iTunes kaufen):
Warum wir euch den jungen Herren jetzt erst vorstellen, wo doch seine EP schon im April erschienen ist? Ganz einfach. Am 16. Oktober werden in Chets Heimatstadt Melbourne die australischen „Independent Music Charts“ verliehen.
Und er und sein Bart sind gleich in fünf von elf Kategorien nominiert. Neben „Best Independent Artist“ und „Breakthrough Independent Artist Of The Year” auch für “Best Independent Single Or EP”, “Best Independent Dance/Electronica Album” und mit der Single “Terms & Conditions” für “Best Independent Dance/Electronica Single”.
In Australien wird man Chet Faker also nun bald kennen. Aber nicht nur dort: Neulich waren wir ganz kribbelig, als wir gesehen haben, dass nun auch schon der tolle (und weltbekannte) Nicolas Jaar Chet Faker remixt. Jetzt hat auch noch Landsmann Flume einen Track mit Chet auf seinem kommenden Album. Jetzt müssen wir nur warten, bis wir mehr von Chet Faker hören.
Allzu lange wird es hoffentlich nicht mehr dauern.