Es geht doch um die inneren Werte. Trotz seiner Unansehligkeit ist Jean Noel uns ans Herz gewachsen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht überlegen, was wohl als nächstes mit dem armen Jean passiert. Endlich wissen wir’s: Er ist auf seinem ersten Festival unterwegs. Merkwürdige Gestalten, fremde Umgebung: Alles saugt er wie ein Schwamm auf. Inklusive Betatschen. Bei seinem Versuch, auf die Bühne zu gelangen, wird er allerdings rausgeschmissen.
Aber Jean Noel wäre nicht Jean Noel, wenn er es nur einmal versuchen würde. Schließlich schafft er es und legt bei der Gelegenheit gleich mal ein paar coole Tanzmoves hin, wie wir sie bereits aus „Paddling Out“ kennen. Hilft aber alles nichts: Jean wird wieder von der Security geschnappt und nochmal rausgeworfen. Die Welt ist einfach nicht fair zu ihm.
Miike Snow machen nicht einfach Musikvideos. Sie erzählen Geschichten. Wie etwa die zu "Black and Blue" . Dort geht es um den bärtigen Opa, der zum ersten Mal nach langer Zeit aus seinem Roboter-Heimstudio flieht. Und wir erinnern uns an das Video zu „Silvia“, das in einer postapokalyptischen Zombiewelt stattfindet. Mit „Paddling Out“ haben sie das Lookalike des Cyrano de Bergerac namens Jean Noel zum Leben erweckt. Seitdem kam er auch in „The Wave“ und schließlich „The Pretender“ vor.
Bevor er zu Jean Noel wurde, hatte der Erdling einen Plan: Er wollte tanzen. Blöd nur, dass Aliens ihn entführt und zu einem unansehlichen Zeitgenossen gemacht haben. Er sollte das Abbild einer perfekten Spezies sein. Trotz seiner Verunstaltung hat er aber noch lange nicht die Liebe zum Tanzen verloren.
In „The Wave“ ist Jean Noel wieder auf der Erde. Dort entdeckt er haufenweise Kinderleichen, die von Polizisten einfach verscharrt werden. Klingt etwas morbide. Schuld daran sind Regisseur Andreas Nilsson und sein schwarzer Humor.
Bildquelle: Facebook/ Miike Snow