Künstler auf dem Radar
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Dienstag, 21. Januar 2014, 12:47 Uhr

Künstler, die man auf dem Radar haben sollte

Merkt euch diesen Namen, den werdet ihr dieses Jahr noch öfter hören. Wie gehen Spice Girls, Sonic Youth und Rap zusammen? MØ macht es möglich.


Hinter diesen beiden Buchstaben, die übrigens auf dänisch korrekt wie ein „Mü“-Laut ausgesprochen werden verbirgt sich Karen Marie Ørsted. Ihr ahnt schon, sie ist Dänin und gibt so ziemlich wenig darauf, ob man Mö, Mo, Muuh oder wieauchimmer zu ihr sagt. Zu übersetzen wäre das jedenfalls mit „Jungfrau“.

Wer gedanklich jetzt kurz stolpert und mit diesen beiden Buchstaben bereits Bekanntschaft gemacht hat, dem sei gesagt: JA, wir hatten sie auf der Seite. Aber nur kurz. Eine erste EP namens 'Bikinidaze' gab es auch schon. Deshalb jetzt ausführlicher grau auf weiß.

Am 10. März erscheint endlich das Debüt-album 'No Mythologies To Follow', auf das wir warten und warten und warten. Über das letzte Jahr verteilt hatte sie schon immer wieder einige Singles ausgekoppelt und unser Augenmerk rutschte immer wieder auf die 25-Jährige. Der gleichen Situation unterlagen auch MS MR, Digitalism und Diplo. Letzterer featured sie in 'XXX 88'.



Karen entdeckte Musik bereits mit zarten sieben Jahren für sich und begann daraufhin gleich mal ihre ersten Songs auf englisch zu schreiben. Hauptinspirationsquelle damals so wie heute: Die Spice Girls. Weil die Inspiration gleich gar so stark war, hieß das erste Lied 'Because I Love You‘. Was Liebe in dem Alter ist, wusste sie selbst aber auch nicht so genau. Diese ganzen Lieder bunkert sie immer noch in einer Schachtel. Da findet sich doch der ein oder andere glatt wieder. Achwieschön.

Cut. Jugendpubertärkrawallpunkphase. Linke Aktivistin, Hausbesetzerin und eine von zwei Mitgliedern der Elektro-Pop-Punkband Mor (würde dann „Mutter“ heißen). Hausparties bei den Eltern, ausgedehnte Punkbandtouren nach New York und quer durch Europa. Klar, die Spice Girls mussten nun Sonic Youth, Black Flag, den Sex Pistols und zahlreichen anderen weichen. Sonic Youth vergöttert sie indes bis heute.
Pünktlich aus dem Teenageralter raus, wendete sich Karen als Erwachsene dem Hip Hop und elektronischer Musik zu. Dabei entstand auch ihr Soloprojekt, dass in kurzer Zeit erfolgreich wurde und ihr gar keine Zeit mehr für die Punkmusik ließ. Sie versuchte zu rappen aber legte das Unterfangen nach einiger Zeit wieder auf Eis, da es für sie nicht authentisch war. Ihr Steckenpferd ist nämlich nur sie selbst. Sie mimt kein Alter Ego, bringt dafür viel Persönlichkeit in ihre Sachen ein. Als Studentin der feinen Künste produzierte sie ihre ersten Videos selbst und machte auch nur dann Neues, wenn ihr die Laune danach war. Gut Ding will Weile haben und ist dann umso hochwertiger, richtig? Richtig.

Was erwartet uns jetzt aber auf dem Album? So vielfältig die einzelnen Singles sind, schwebt trotzdem ein Konzept über dem Album. Die Ruhelosigkeit. Den Zustand der Schwebe und der Ungewissheit weiß sie sehr wohl adäquat rüberzubringen ohne dabei den Drive zu verlieren. Lange Vocals, veträumt anmutende Instrumentals und immer die passenden Settings in den Videos zeichnen sie aus. MØ gelang es bis jetzt immer einfach unglaublich gut, die Tür zu Zwischenwelten zu öffnen und ihre Hörerschaft mithereinzuziehen. 




Das neueste Lied kommt zwar überraschend leicht tappend und bunt daher und wird sicher bei den kommenden Indie Nächten DIE tanz-und-setz-dein-schönstes-Lächeln-auf Zugnummer sein, nicht zuletzt weil es auch von der BBC als „tonight’s hottest record in the world right now“ und „brilliant tune“ bezeichnet wird. Führt man sich aber die Lyrics vor Augen, so hat das durchaus eine fundierte Basis. Die anfängliche Unsicherheit überwindend, endet es durchaus standfest und selbstbewusst.
Das passt - so weit das natürlich ersichtlich ist – auch auf die Person, die sie in allen Interviews gibt. Klar ausgerichtet ohne die Bescheidenheit zu verlieren und dabei auch noch so feine Sachen nach Stimmungslage zu produzieren ist in der Tat beachtlich. Wir hoffen jetzt mal ins Blaue, dass ‚Don’t Wanna Dance’ nicht zu sehr totgehört wird. Immerhin kommt die Platte in einem guten Monat und bietet dann genug Abwechslung.


Tracklist: - No Mythologies To Follow  81GfxPPA4KL._SL1500_.jpg
01 Fire Rides
02 Maiden
03 Never Wanna Know
04 Red in the Grey
05 Pilgrim
06 Don’t Wanna Dance
07 Waste of Time
08 Dust Is Gone
09 XXX 88 [ft. Diplo]
10 Walk This Way
11 Slow Love
12 Glass
13 No Mythologies to Follow *
14 Dummy Head *
15 The Sea *
16 Gone and Found *
17 Fire Rides (Night Version) *
18 Dust Is Gone (Night Version) *
19 Slow Love (Night Version) *
20 The Sea (Night Version) *                                    


* nur auf der Deluxe Version vorhanden

 

Bildquellen: 

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Artwork 'No Mythologies To Follow' I amazon