Künstler auf dem Radar
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Dienstag, 18. März 2014, 09:00 Uhr

Seekae

Künstler, die man auf dem Radar haben sollte

Die drei Aussies basteln Klänge, die irgendwo zwischen Boards of Canada und James Blake schweben. Außerdem mögen sie Commander Keen.

Wer kennt sie nicht, diese Zeiten, als jeder noch davon träumte, mit seiner Kellerraumband irgendwann mal berühmt zu werden. In der großen Pause übte man mit seinen Bandkollegen schon mal fleißig den maximal coolen Gang über den Schulhof mit angesagter Frisur. Diese Phase erstreckte sich aber höchstens über zwei lange Jahre und man musste irgendwann der Tatsache ins Auge sehen, dass das qualitativ doch gar nicht so gut war.

Alex Cameron und John Hassell fingen in der Highschool an, in einer Band zu spielen wenn sie nicht gerade Commander Keen zockten. Nach dem Abschluss traf Alex dann nach ewigen Zeiten seinen Grundschulfreund George Nicholas. Glücklicherweise stellten sie fest, dass ihr Musikgeschmack ziemlich viele Überschneidungen hat und fingen 2006 an, die Windungen elektronischer Musik für sich zu entdecken. MPC und Synthesizer geholt und losgelegt. Bandname war natürlich Commander Keen.

Bei dem sollte es aber nicht bleiben und man entschloss sich dazu, nur die Initialen zu verwenden. Damit sind sie auch auf Granit gestoßen, weil eine schottische Band bereits so hieß. Dann eben so, wie man die Buchstaben aussprechen würde. See und Kae. So. Namensfindung beendet. Jetzt gerade arbeiten sie an einem neuen Album, das dieses Jahr noch rauskommen wird. Wir werden davon berichten, wenn wir wieder fähig sein werden zu schreiben und nicht vollkommen in der Ästhetik versunken sind. Nachvollziehbarerweise:



Was jetzt als musikalisches Endprodukt ums Eck kommt, klingt episch. Vor allem auf ihrem ersten in Australien groß gehypten Album The Sound of Trees Falling on People ist ihre musikalische Ursprungsrichtung kaum überhörbar, da über die Instrumente merklich mit einem 8-Bit Sythesizer drüber gegangen wurde. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass es vor Cheesiness nur noch so trieft. Das volle Gegenteil ist der Fall. Viele Songs sind ruhig, atmosphärisch und klingen einfach zum dahinschmelzen, "Void" ist davon wohl der Bekannteste. Anlässlich eines Re-Issues gibt's diesen Track seit gestern auch noch als Free-Download.



Mit dem zweiten Album +Dome wurde dann nach Australien spätestens die Welt vor drei Jahren auf sie aufmerksam, spätestens bis Mount Kimbie sie mit auf Tour nahmen. Und das sollte sie auch.  Auf diesem Album geht die Gedankenreise weiter und ist nicht wirklich einzuordnen. Da kommen Post-Dubstep Einflüsse wie bei James Blake zum Tragen, um dann wieder zu 8-Bit Sounds zu wechseln und dann fühlt man sich irgendwie doch wieder an Hot Chip erinnert. Irgendwo zwischen IDM und Downtempo. Hier kommt einfach alles zusammen und formiert sich zu einem gesamtheitlichem, sehr schönem Überbau, der auf dem ganzen Album vorhanden ist. Wirkung: Man fühlt sich wie in einer Blase, in der man isoliert über allem steht und mal alles unangenehme ausblenden kann. Selber bezeichnet das Trio seinen Stil übrigens als "ghetto-ambient". Auch gut.



Bildquelle:
Seekae | Facebook