Lieblingstonträger
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Montag, 28. Oktober 2013, 00:00 Uhr

Arcade Fire – Reflektor

Der Lieblingstonträger der Woche

Die Rocker von Arcade Fire haben Lust auf neue Sounds. Ihr neues Album Reflektor ist deswegen auch irgendwie ganz anders aber irgendwie auch wie immer –  noch mehr weg vom Mainstream, dafür mehr Indie-Rock-Pop.


Hoffentlich habt ihr die nächsten 85 Minuten nichts vor. Und selbst wenn, ist das sowieso unwichtiger als die neue Platte von Arcade Fire, die am Freitag - ENDLICH - veröffentlicht wurde. Blöd war nämlich, dass Künstler, beziehungsweise Labels begriffen haben, wie man uns schon Monate vor Release den Mund wässrig machen kann: Indem man wochenlang neue Infos nur häppchenweise veröffentlicht.
Hier und da mal ein Geheimkonzert und Ende September wanderte sogar ein Kurzfilm mit drei neuen Songs durch die sozialen Netzwerke. Darin treten Schauspieler Ben Stiller, Hollywood-Darling James Franco und U2-Frontmann Bono auf.

Jetzt ist aber alles gut, das Album ist draußen und noch dazu gibt es seit Donnerstagabend einen kompletten Albumstream, in Form eines Lyric-Videos, gefüllt mit Szenen aus Orfeu negro. Ein französisch-brasilianischer Film von 1959, der vom Mythos von Orpheus und Eurydike handelt und in Rio de Janeiro spielt.

Das Album ist eine Doppel-CD. Ginge anders auch kaum, die Songs sind schließlich alle ziemlich lang, manche sogar bis zu acht Minuten. Finden wir gut. Reflektor werden wir so schnell nämlich nicht mehr weglegen.

Langweilig wird es beim Hören des Albums nie. Die sehr verschachtelten Tracks sind durchzogen von Tempo- und Melodiewechseln, mal punkig am Start und zum Ende elektronisch. Arcade Fire drängt mehr Richtung Tanzfläche - wir lieben tanzen!

Treibende Beats, eine sympathische Verworrenheit und ein Sound aus der späten 80er-Disco-Ära, der sehr erfrischend kommt, machen aus Reflektor stilistisch eine in Teilen chaotische Mischung. Zwischendurch ist noch ein bisschen Conga-Percussion untergemischt und zack: Fertig. Genießt den gleichnamigen Song Reflektor!





An Reflektor hat die Band seit der Vorgängerplatte The Suburbs gemeinsam mit James Murphy vom LCD Soundsystem gearbeitet. Zum Titelsong "Reflektor" gibt's auch schon ein Video. In voller achtminütiger Länge. Die zum Mensch gewordene Diskokugel ist noch das am wenigsten verstörende... Arcade Fire bezeichnen es als "Weird Art Project". Sie sind nämlich in einer experimentellen Phase, so Butler, und probieren sich gerade aus. Durch den Gastauftritt David Bowies galt der Anfangstrack vorab schon als kleine Sensation.


Tracklist: Arcade Fire - Reflektor
01 Reflektor                                                                                                                            

02 We exist

03 Flashbulb eyesarcade-fire reflektor

04 Here comes the night time

05 Normal person

06 You already know

07 Joan of arc

08 Here comes the night time II

09 Awful sound (oh eurydice)                                                                                                                                                                                                                               

10 It's never over (oh orpheus)

11 Porno

12 Afterlife

13 Supersymmetry



 
Reflektor von Arcade Fire wurde am 25. Oktober via Universal veröffentlicht.