Lieblingstonträger
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Montag, 12. Mai 2014, 00:00 Uhr

The Black Keys – Turn Blue

Der Lieblingstonträger der Woche

Räucherstäbchen raus und Achselhaare wachsen lassen: Die Black Keys nehmen uns auf Turn Blue mit auf eine Psychedelic Voyage.

Wir sind ja schon recht verwöhnt. Vielleicht ein bisschen zu verwöhnt. Aber wenn eine Band, die in neun Jahren seit der Gründung sieben Alben rausbrachte und sich dann für das achte auffällig lange drei Jahre Zeit lässt, dann werden wir doch sehr ungeduldig, fast schon grantig. Umso froher (und verwirrter) waren wir dann, als das hier passiert ist:



Ex-Koks Box-Weltmeister Mike Tyson twitterte dieses verstörend gruselige Video mit der simplen Message, dass die Black Keys ein neues Album rausbringen werden: Turn Blue.

Die erste Single folgte prompt. „Fever“ knüpft nahtlos da an, wo uns die beiden vor drei Jahren mit El Camino verlassen haben. Patricks treibendes Getrommel und Dans elektrisierendes Gitarrenspiel. Dazu der süße neue Klang einer Kindertröte (oder eines sehr, sehr gut abgerichteten Papageien). Die Black Keys waren plötzlich wieder da und die letzten drei Jahre unter Kummertränen-in-Embryonalstellung-Einschlafen waren vergessen.



Die Black Keys nehmen uns mit auf einen Trip. Das spiralisch verschwurbelte Albumcover, das alptraumhafte Teaservideo, der heiße Fieberwahn nach der ersten Single.

Auch der Opener des Albums, das fast sieben Minuten lange „Weight of Love“, macht das schon deutlich. Wenn man das Drücken des Play-Buttons mit dem Moment gleichsetzt, in dem man sich irgendwas einwirft, dauert es keine 30 Sekunden bis die Wirkung einsetzt: Erst das sanfte Gitarrengeklimper, das Glockenspiel, dann das Einsetzen der Drums. Und ihr seid drin. Drin im Album. Drin in euch selbst.

Hypnotisierend auch Dan Auerbachs Solo zum Schluss des Songs. Er selbst zweifelte ob das auf dem Album überhaupt was zu suchen hatte. Aber Patrick und Produzent Brian „Danger Mouse“ Burton überzeugten ihn. In einem Interview verriet Patrick, die beiden bewunderten ihn von vor der Studio-Scheibe aus „wie diese Szene bei Party All the Time von Eddie Murphy und Rick James“:

party-all-the-time-o

In Vorbereitung auf das Album hörte Dan viele psychedelische Klassiker der Hippiejahre. Allman Brothers, Derek & the Dominos und Grateful Dead. Wir hassen es, diese Floskel bemühen zu müssen, aber: das hört man tatsächlich. Schon auf der zweiten Single „Turn Blue“, die sehr viel bluesiger ist als „Fever“.

Und auch die anderen Nummern klingen nach Kommunenleben, nach Räucherstäbchen und fragwürdiger Körperhygiene. Im positiven Sinne. Auch wenn das Album von der Anmutung nicht ganz so positiv und heiter wie der Vorgänger ist. Es ist zurückgezogener und düsterer. Und trotzdem öffnet es eure Synapsen auf eine ganz besondere Art und Weise.

Tracklist:
01 Weight of Loveblackkeys turnblue 

02 In Time

03 Turn Blue

04 Fever

05 Year in Review

06 Bullet in the Brain

07 It’s Up To You Now

08 Waiting on Words

09 10 Lovers

10 In Our Prime

11 Gotta Get Away



Turn Blue von The Black Keys ist am 9. Mai 2014 über Warner Music erschienen.