Lieblingstonträger
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Donnerstag, 02. April 2015, 00:00 Uhr

The Wombats - Glitterbug

Der Lieblingstonträger der Woche

Die Wombats veröffentlichen diesen Freitag ihr drittes Album. Wir haben schon mal reingehört und recht gemischte Gefühle.

Nachdem ihr zweites Album This Modern Glitch es nicht wirklich geschafft hat, auf ihren Erfolg vom Erstling A Guide to Love, Loss & Desperation aufzubauen, sind die Wombats nun mit Glitterbug zurück. Drei Hörproben hat die Band aus Liverpool sogar schon davon veröffentlicht, die von diversen Musikblogs aber recht kritisiert wurden. Zugegeben, "Greek Tragedy" ist zwar ein netter Song, bedient allerdings zu viele Klang-Plattitüden, um wirklich ernst genommen zu werden. Es ist schwer, zu sagen, was daran nicht passt, weil eigentlich alles passt. Es ist aber irgendwie zu viel. Zu gut gemeint. Zu vergleichbar mit den Highschool-Rock-Hymnen dieser Welt. Dafür trumpft das Video zum Song. Darin bekommen's die Wombats mit einem Über-Fan zu tun, der sie stalkt, sie sogar umbringt und als Marionetten im Keller hält.



Obwohl der Song eigentlich von den Tücken einer Fernbeziehung handelt. Unpassend fürs Video, passend dafür zur Geschichte hinter Glitterbug selbst: die neue Platte wurde nämlich auf großer Distanz gebastelt. Murphy war zu der Zeit größtenteils in L.A. unterwegs, während Drummer Dan Haggis und Bassist Tord Øverland-Knudsen in London waren. Die Melodien wurden so getrennt von Text und Gesang entwickelt, hören kann man das allerdings nicht.



Der Track "Emoticons", der das Album eröffnet, klingt erstmal vielversprechend, entwickelt sich dann gen Ende jedoch wieder in die klassische Wombat-Leier, obgleich sich ihr Klang im Vergleich zu den anderen Alben durchaus verändert hat - irgendwie barscher ist er geworden.



Allerdings ziehen sie diese Veränderung auch fast 13 Tracks lang durch. Gut für diejenigen, die nicht gerne überrascht werden. Schlecht für die, die auf ein bisschen Variation und Innovation innerhalb der Platte gehofft hatten. Das wahre Geheimnis von Glitterbug ist aber, es nicht nur nach den Single-Auskopplungen zu bewerten. Auf der Platte gibt's nämlich definitiv ein paar Perlchen.

Während der bereits veröffentlichte "Your Body is a Weapon" noch ein Paradebeispiel für den Highschool-Rock auf der Platte ist, ist "The English Summer" eine feine Ausnahme. Der Klang ist etwas reduzierter und nicht ganz so aufdringlich, was wirklich angenehm kommt. Auch "Sex & Question Marks" erinnert an die sehr guten Zeiten von den Wombats. Allerdings müssen wir uns dann wieder fragen, was sich die Wombats bei dem merkwürdigen Metal-Teil bei "This Is Not A Party" (so circa ab 1:38 Minuten) gedacht haben. Wir verstehen das nicht. Aber vielleicht ist das auch einfach ironisch gemeint. Danach kommt der eher ruhige Song "Isabel" dafür umso besser, geradezu richtig gut. Deswegen ist es falsch, das komplette Album zu verhöhnen, man muss es mindestens einmal angehört haben, um es zu bewerten.

Tracklist: The Wombats - Glitterbug
01. Emoticonsthewombats glitterbug cover

02. Give Me A Try

03. Greek Tragedy

04. Be Your Shadow

05. Headspace

06. This Is Not A Party

07. Isabel

08. Your Body Is A Weapon

09. The English Summer

10. Pink Lemonade

11. Curveballs

Glitterbug von den Wombats wird am 10. April via Warner veröffentlicht.