Lieblingstonträger
frittenbude
Montag, 17. August 2015, 00:05 Uhr

Frittenbude - Küken des Orion

Der Lieblingstonträger der Woche

Seit 2006 hüpfen die Exil-Bajuvaren im deutschen Musikbiz herum. Frittenbude wird nicht mehr nur mit dem fettig frittierten Knollengewächs in Verbindung gebracht, sondern auch mit elektropunkigem Hiphop made in Germany.

Mit Liedern wie „Mindestens in 1000 Jahren“ oder „Bilder mit Katze“ haben Johannes, Jakob und Martin der deutschen Szene ihren ganz eigenen Stempel aufgedrückt. Da Rave aber schließlich kein Hobby ist, war‘s nach neun Jahren non-stop Albenveröffentlichen und Touren Zeit für eine Schaffenspause. Weiter ging‘s trotzdem – nur halt auf getrennten Wegen.



Nach einigen musikalischen Affären (u.a. mit Marcus Wiebusch von Kettcar) haben sich die drei Wahl-Berliner wieder zusammengefunden und hauen diesen Sommer ihr viertes Album Küken des Orion raus. Bei einer so langen Pause stellt sich natürlich immer die großen Frage: Was hat sich bei Frittenbude verändert? Und vor allem: Seit wann schauen Küken wie Lamas aus?

Immer wieder neu erfinden und dabei doch die alten bleiben. Das ist doch das Ziel eines jeden Künstlers. Frittenbude hat diesen schmalen Grad ziemlich gut bewandert. Durch den komplexer wirkenden Sound klingen noch immer diese unverkennbar knarzigen Bässe. Auch begeistern sie immer noch mit ansteckenden Hooks. Für Mitsingen (bzw. Gröhlen) ist also weiterhin gesorgt.

Dass Elektropunk mit Sprechgesang funktioniert, beweist Frittenbude uns mit Songs wie „Die Möglichkeit eines Lamas“ oder dem chorig-hymnischen „Stürzende Helden“. Seit Juni nutzt das Trio den Festivalsommer fleißig als Promo-Tour für das neue Album und wird auch u.a. dem Chiemsee Summer mächtig einheizen.



Nicht immer dagegen, aber selten dafür: Das unterstreichen sie auch mit den neu an Substanz gewonnenen Lyrics. Man wird halt doch erwachsener. Aber solange das von einem krachenden Bass begleitet wird, drücken wir gerne ein Auge zu.

Eine der externen Affären hat sich übrigens wohl doch zu etwas Festerem entwickelt. "Was am Ende bleibt" ist in Zusammenarbeit mit Tocotronics Dirk von Lowtzow entstanden - und das hört man auch. Von Lowtzows unverkennbare Stimme versetzt uns in ein Musikland vor unserer Zeit. Ok. Nicht ganz. Aber bis nach Hamburg geht's schon.

Ganz ungewohnt sind auch die leiseren Töne, die Frittenbude auf Küken des Orion anschlägt. Neben den gewohnten Trommelfellattentätern legen "Alles wird Staub" und "The Striz" nämlich mehr Gewicht auf den Text. Alles ein wenig runtergeregelt.

Unser Fazit: Frittenbude sind auf jeden Fall immer noch erste Wahl beim Vorglühen. Für die Sensibleren unter euch gibt's aber auch was (muss ja keiner wissen, dass ihr das Album deswegen hört). Eine gute Möglichkeit euch selbst eine Meinung zu bilden und das Album auf seine 1A-Live-Tauglichkeit zu testen habt ihr zum Beispiel am 11. Oktober in der egoFM Stadt Würzburg.

Infos zu allen anderen Terminen gibt’s HIER.

Eins wollen wir euch mit auf den Weg geben: Michael Jackson hatte recht, ihr seid nicht allein.

Tracklist: Frittenbude - Küken des Orion
01. Army of Kükenfttnbd
02. Die Möglichkeit eines Lamas
03. Stürzende Helden
04. Endlich unendlich
05. Was am Ende bleibt (feat. Dirk von Lowtzow)
06. So da wie noch nie
07. Schlachtfeld der Schande
08. Padmé
09. Alles wird Staub
10. Ostsee, California
11. The Striz
12. Rave ist kein Hobby
13. Michael Jackson hatte recht

Das Album Küken des Orion wird am 21. August via Audiolith veröffentlicht.

Bildquelle: Frttnbd Blog