Lieblingstonträger
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Montag, 14. September 2015, 00:00 Uhr

Beirut - No No No

Der Lieblingstonträger der Woche

Vier Jahre sind seit dem letzten Album von Beirut vergangen. Vier grausame Jahre, ohne die süße Melancholie der Folkband. Nun ist die Platte endlich draußen und wir können endlich wieder edel rumsinnieren.

Es hat sich viel getan seit den Anfängen im Jahr 2006, wo Beirut eigentlich nur aus jetzigem Frontmann Zach Condon bestand. Die ersten beiden Alben Gulag Orkestar und The Flying Club Cup erfreuten sich von unerwartet großem Erfolg, es folgte eine Welttournee, die sich über ein halbes Jahr ziehen sollte. Condon brach die Tour jedoch vorzeitig ab, von Zusammenbrüchen und Burn-Out war die Rede.

Nicht nur körperlich, auch kreativ war Condon angeschlagen. So dauerte es ganze vier Jahre bis sich wieder etwas um die sechs-köpfige Band tat. Das 2011 veröffentlichte Album The Rip Tide wurde von vielen Kritikern als bisher persönlichste und intimste LP beschrieben. Es wurde aber auch viel kritisiert, dass die Platte klare Spuren von Condons gesundheitlichen Eskapaden trug. Viele waren im Vergleich zu den vorigen Alben sowohl von der Länge, als auch von der Qualität enttäuscht.



Wir erinnern uns aber gerne an die folkigen Trompeten in "Santa-Fe", "Vagabond" oder dem wunderbar üppigen "Elephant Gun", die uns in diese so Beirut-typische Melancholie versetzt haben und doch irgendwie nie zu traurig waren.



Umso mehr freuten wir uns, als sich die Band dieses Jahr wieder zurückmeldete und zwar mit großem Tamtam. Eine erste Hörprobe gab es bereits mit der Titelsingle "No No No".


Einige Zeit darauf folgte "Gibraltar", mit einem ungewohnt fröhlich klingendem Klavier, etwas südländisch angehauchten Percussion-Elemente und Condons altbekannter, klagender Stimme.
Mit "At Once" bricht die brachiale Beirut'sche Melancholie voll über einen herein - natürlich ist auch dieser Song wieder mit üppigen Bläsern versehen. "August Holland" klingt wiederum etwas fröhlicher, gerade wegen des Staccatos. Dass Beirut aber auch prima ohne Condons Stimme pure Melancholie ausdrücken kann, beweist der instrumentale Track "As Needed". Schuld daran sind die Streicher. "Fener" ist eine der außergewöhnlichen Perlen des Albums, das mit viel Variation besticht. Um Minute 1:50 verändert sich der Song schlagartig zu einem quasi ganz anderen.

No No No ist ein Zeichen dafür, dass Condon seine Krise (geprägt von Scheidung und Krankheit) einigermaßen gut bewältigt hat - gerade das Brechen der Schreibblockade, unter der er einige Zeit lang litt, wird ihm dabei geholfen haben.

Alles in allem sind wir begeistert von der Platte. Obgleich manch einer sagen mag, dass No No No die wohl fröhlichste Platte ihrer Diskografie ist, sind wir froh, den Herbst mit solch lieblicher Melancholie entgegen zu treten.

Tracklist: Beirut - No No No

01. Gibraltarbeirut nonono

02. No No

03. At Once

04. August Holland

05. As Needed

06. Perth

07. Pacheco

08. Fener

09. So Allowed

No No No von Beirut wurde am 11. September via Indigo veröffentlicht.