Lieblingstonträger
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Montag, 21. September 2015, 00:00 Uhr

Disclosure - Caracal

Der Lieblingstonträger der Woche

Das kongeniale Gebrüder-Duo veröffentlicht Ende dieser Woche ihr zweites Album - mit dabei sind so ungefähr alle Künstler, die ihr in den letzten Jahren so auf dem Radar gehabt haben solltet.

Schon weit im Vorfeld haben Disclosure all die Features ihres neuen Studioalbums veröffentlicht und damit die Vorfreude, beziehungsweise Spannung auf Caracal ins Enorme gesteigert. So sind zum Beispiel Nao, Lion Babe, Gregory Porter und Kwabs mit dabei und auch Sam Smith hat mal wieder seine Stimme hergeliehen. Mit der Veröffentlichung der Features kam außerdem ein kleines bisschen die Hoffnung, dass doch bitte, bitte auf einem der Tracks auch ein Luchs jaulen wird.

disclosure features

Es sollte also wieder ein Feature-Album werden, lediglich fünf Solo-Tracks wird es geben. Zwei von diesen Solo-Tracks wurden bereits im Vorfeld veröffentlicht, "Bang That" und "Jaded". Völlig ohne Vocals sind diese allerdings nicht. Bei letzterem greift Howard Lawrence selbst ans Mikro, Sam Smith hat lediglich einen Cameo Auftritt im dystopische Clip dazu.



In "Bang That" verwenden die Lawrence Brüder ein Sample aus "Pass Out" von den 313 Bass Mechanics. Geiler (fast) 90s Scheiß - schon fast vergessen, dank Disclosure kommt es nun wieder hoch.



Helle Vorfreude überkam uns, als der Featuretrack von Gregory Porter veröffentlicht wurde und somit wieder mal bewiesen wurde, dass die Kombination von Disclosure und Soul einfach nur richtig ist.



Auch der pulsierende Track mit Kwabs taugt - und wirkt geradezu aphrodisierend. Der Kwabs hat übrigens auch bei einigen Festival-Gigs der Jungs vorbeigeschaut, zum Beispiel beim Nos Alive in Lissabon. Natürlich war die Verwirrung groß, warum Kwabs extra für einen Track angereist kommt, während Sam Smith zwei Slots vor Disclosure gespielt hat, sich allerdings nicht zu einem Live-Feature hinreißen ließ. Naja, er hatte es wohl eilig.



Wobei wir schon beim Thema wären: Sam Smith. Auch wenn unsere Zuneigung ihm gegenüber etwas gedämpft wurde - wegen der ein oder anderen Gelegenheit, bei der er in Interviews sagte, er würde das Ganze nur wegen des Geldes machen - der gemeinsame Track "Omen" geht sofort ins Hüftbein. Und wenigstens singt er nicht arg so hoch wie damals in "Latch", dass der lautstarke Ohrwurm der Kollegen einigermaßen erträglich ist.



Mal abgesehen davon, dass sie alte Kumpels wie Sam Smith auch beim neuen Album wieder mitspielen lassen, erweisen sich Disclosure auch wieder als Talententdecker. So kollaborieren sie auch mit dem New Yorker Duo Lion Babe, das gerade als ziemlich heißes neues Ding gehandelt wird. Bei rum kam die wohl clubtauglichste Nummer des neuen Albums.



Mit Caracal beweisen die Lawrence-Brüder ein weiteres Mal, wie gut sie den Spagat zwischen Potential für die Massen und feinfühliger Elektronik hinbekommen. Ohne engstirnig in einer Schiene zu fahren, haben Disclosure ihren eigenen charakterstarken Klang. Vielleicht schlichtweg, weil sie eher mit Singer/Songwriting und HipHop aufgewachsen sind und die ganze Clubmusik erst viel später nach und nach entdeckt haben - wäre auf jeden Fall eine Erklärung für den großen Wert, den sie stets auf interessante Zusatzstimmen legen.

Tracklist: Disclosure - Caracal
01 Nocturnal [feat. The Weeknd] disclosure caracal cover

02 Omen [feat. Sam Smith]

03 Holding On [feat. Gregory Porter]

04 Hourglass [feat. Lion Babe]

05 Willing & Able [feat. Kwabs]

06 Magnets [feat. Lorde]

07 Jaded

08 Good Intentions [feat. Miguel]

09 Superego [feat. Nao]

10 Echoes

11 Masterpiece [feat. Jordan Rakei]

12 Molecules

13 Moving Mountains [feat. Brendan Riley]

14 Bang That

15 Afterthought
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Caracal von Disclosure wird am 25. September 2015 via Universal Music veröffentlicht.