Lieblingstonträger
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Montag, 19. Oktober 2015, 00:00 Uhr

Jabberwocky - Lunar Lane

Der Lieblingstonträger der Woche

Das französische Elektro-Pop-Trio hat letzten Freitag endlich sein Debütalbum veröffentlicht - das zeugt von starken Elektro-Pop Tracks, gepaart mit starken Stimmen.

Camille Camara, Emmanuel Bretou und Simon Pasquer lernten sich Ende der 00er Jahre bei ihrem Medizinstudium kennen. Jeder von ihnen hatte bereits Erfahrungen in verschiedenen Bands gemacht: Camillie am Schlagzeug, Emmanuel als Gitarrist und Simon als Rapper. Zu ihrem Bandnamen haben sie sich von Lewis Carrolls Quatsch-Gedicht (die meisten Wörter sind erfunden) inspirieren lassen, das 1871 in Alice hinter den Spiegeln erschienen ist. Der Jabberwocky ist darin ein drachenähnliches Ungetüm. Gönnt euch:



2012 schrieben sie den Song "Photomaton", dem Élodie Wildstars aus Bordeaux ihre Stimme leiht. Mit jenem Track gelang ihnen auch der erste Durchbruch in der Blogosphäre, nachdem er in der Werbung eines Autoherstellers zu hören war.



Nun, drei Jahre nach "Photomaton", haben Jabberwocky mit Lunar Lane also endlich ihr Debütalbum veröffentlicht. Dass sie sich Zeit genommen und die Platte wirklich durchdacht haben, hört man am Aufbau. Der erste Track, "Maze", beginnt mit einem feinen Keyboard-Intro, das sich zu einer noch feineren Down-Tempo Elektro-Nummer entwickelt. Auch der zweite Song "Fog", das von Ana Zimmers zarter Stimmer gefeaturt wird, ist recht ruhig, protzt mit starken, düsteren Beats und erinnert von der Elektronik her ein kleines bisschen an SBTRKT. 



Mit "Alastor" (feat. Mai Lan) und "Dizzy Youth" (feat. Young Wonder) gelangen Jabberwocky recht R'n'B-anmutige Songs. Gegen Mitte des Albums findet sich noch einmal ein Piano-Zwischenspiel. Dieses markiert nochmal eine kleine Veränderung im Album - von nun an werden die Songs (bis kurz vor Ende der Platte) etwas treibender. Das Interlude geht nahtlos in "Holding On" feat. Na Kyung Lee über, das ihr bereits aus dem egoProgramm kennt.



Auch "Pola" feat. Cappagli kennt ihr bereits aus unserem Programm. Das überzeugt mit starken Synths, die von alarm- beziehungsweise sirenenähnlichen Elementen und einem Piano begleitet werden.



Die deutsch-russisch-amerikanisch-französische Ana Zimmer, die auch "Fog" gesanglich begleitet, findet sich auch bei dem eher techno-lastigen "Erratum" wieder als Feature. Landskollegin Owlle übernimmt den Gesangspart im Röyksopp-ähnlichen "Ignition", das von Tempovariationen geprägt ist. Überhaupt protzt Lunar Lane mit vielen Features - fast ausschließlich Frauenstimmen, die zwar stark sind, sich aber nicht großartig voneinander unterscheiden. Lediglich das relativ ruhige "Jeopardy" wird vom Elektro-Künstler Malik Djoudi besungen.

Alles in allen ist das Debütalbum der Franzosen eine runde Platte, die man sich gut mal an einem Stück anhören kann, ohne nach einiger Zeit gelangweilt zu sein. Dabei empfiehlt es sich, die Shuffle-Funktion auszuschalten und die Songs tatsächlich der Reihe nach zu hören - eben weil sich Jabberwocky Gedanken um den Aufbau gemacht haben.

Tracklist: Jabberwocky - Lunar Lanejabberwocky lunarlane cover
01 Maze

02 Fog [feat. Ana Zimmer]

03 Photomaton [feat. Elodie Wildstars]

04 Alastor [feat. Mai Lan]

05 Interlude

06 Holding Up [feat. Na Kyung Lee]

07 Dizzy Youth [feat. Young Wonder]

08 Pola [feat. Cappagli]

09 Erratum [feat. Ana Zimmer]

10 Ignition [feat. Owlle]

11 Jeopardy [feat. Malik [Kim Tim]]

12 Quantif [feat. Clara Cappagli]


Lunar Lane von Jabberwocky wurde am 16. Oktober via Polydor.