Lieblingstonträger

Sohn-Rennen
Montag, 09. Januar 2017, 00:00 Uhr

SOHN - Rennen

Unser Lieblingstonträger der Woche

Zwei Jahre Verschnaufpause waren lang genug: SOHN veröffentlicht Ende dieser Woche sein zweites Album. Eine Ode an die Rastlosigkeit.

Ende August ging die Meldung durchs Netz, dass russische Teleskope merkwürdige Signale aus einem fernen Sonnensystem empfangen hätten. Die mit Abstand beste Reaktion auf diese Nachricht hatte der mittlerweile in L.A. wohnhafte Londoner SOHN parat: Er ließ seinen Song "Signal" auf seine sehnlichst wartenden Fans los – inklusive etwas gruseligem Musikvideo mit Resident Evil Schauspielerin Milla Jovovich.



"Signal" war die erste Single seit seinem 2014 veröffentlichten Debütalbum Tremors. Ganz nach alter Manier kommt auch bei diesem Track die Gegensätzlichkeit von kühler, düsterer Elektro-Instrumentierung und der feinfühligen, zarten Stimme von SOHN zum Höhepunkt.

Auch wenn sich hinter den Signalen nicht unbedingt außerirdisches Leben verbarg, war die Freude an dem neuen Track ziemlich groß. SOHN 
hat sein Soloprojekt nämlich ein bisschen zurückgenommen und zwischendrin lediglich Songs für andere Künstler wie BANKS und Kwabs produziert.

Nun aber ist es fast schon da, SOHNs zweiter Geniestreich Rennen. Damit wird es zwar nicht unbedingt einfacher, den Musiker vernünftig zu googlen, aber so zeigt der Engländer, wie er sich in der Zeit nach dem ersten Album gefühlt hat: Tremors hat einen riesigen Hype ausgelöst und SOHN ist um die ganze Welt getourt. Klar, dass man dabei kaum Zeit zum Durchatmen hat und es sich für ihn so angefühlt haben muss, als würde er durch die ganze Welt rennen.


I was running Nonstop that whole time. It was this incredible blur of seeing the whole world all in one go. I was going from experience to experience to experience always saying yes, and that's just an incredible thing to put yourself through as a human.
Einen zweiten Höreindruck aus Rennen hat uns SOHN mit "Conrad" beschert. Der klingt im Gegensatz zu "Signal" nicht ganz so düster und legt den Fokus noch stärker auf SOHNs souligen Gesang.



SOHNs Musik ließe sich am besten wie folgt beschreiben: das Wetter ist wunderbar, die Vöglein zwitschern, alles scheint friedlich zu sein. Man entscheidet sich, ein bisschen wandern zu gehen. Doch je höher man den Berg hinauf kraxelt, desto schlechter wird das Wetter. Zunächst plätschelt es nur ein wenig, doch plötzlich erbricht sich der komplette Himmel über einem. Am Gipfelkreuz angekommen ist es dann prompt wieder schön. Dann kann man nur noch hoffen, dass beim Abgang nicht noch ein SOHN-Track kommt. Erstrecht nicht einer wie "Hard Liquor", da knallt es nämlich ordentlich.



Im Februar bietet es sich trotz der hohen Klanggewitterwahrscheinlichkeit an, zu einem seiner kommenden Konzerte zu pilgern: Mit dem deuen Album im Gepäck begibt sich SOHN außerdem noch auf Tour. Am 14. Februar gibt er sich unter anderem in München die Ehre (wohin wir euch übrigens mitnehmen), anschließend geht's noch nach Berlin (17.02.), Köln (18.02.) und Hamburg (23.02). Die komplette Liste seines Marathons könnt ihr auf seiner Homepage nachlesen - der bringt ihn nicht nur durch halb Europa, sondern auch nach Amerika. Hoffentlich geht ihm dabei nicht wieder die Puste aus.

Tracklist: SOHN - Rennen

01 Hard LiquorSohn-Rennen

02 Conrad

03 Signal

04 Dead Wrong

05 Primary

06 Rennen

07 Falling

08 Proof

09 Still Water

10 Harbou


Rennen von SOHN wird am 13. Januar via 4AD/Beggars veröffentlicht.


Bildquelle: SOHN | Facebook

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