Lieblingstonträger

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Montag, 19. Dezember 2016, 00:00 Uhr

Blitz the Ambassador - Diasporadical

Der Lieblingstonträger der Woche

Drei ist eine magische Nummer - drei Tracks hat Blitz the Ambassador aus seinem neuesten Werk schon vorab veröffentlicht. Und genau zu diesen Tracks wurde ein dreiteiliger Film von Blitz gedreht.

Mit seinem mittlerweile sechsten Album ist der Ghanaer Blitz the Ambassador seit letztem Freitag unterwegs und hat die Elemente Einwanderung, Nostalgie, Spiritualität und Liebe auf einer Platte vereint. Heraus kommt Diasporadical, welches an Pathos kaum überboten werden kann. Blitz verbindet seine bisher bekannten musikalischen Eigenschaften intelligent mit einem neuen Flow. Aber was heißt das eigentlich in diesem Fall genau?

I use HipHop to represent cultur.
Wer die Karriere des mittlerweile in den USA lebenden Rappers verfolgt hat, der weiß um seine Wurzeln und darum, wie wichtig es ihm ist diese auch in seiner Musik zu repräsentieren. Für seine Kompositionen und seinen Sound bedeutet das, eine große Portion des Spirits des Afrobeat Veteran Fela Kuti. Zu der alltbekannten Blitzmischung gehören dabei auch auf diesem Album wieder, neben exquisiten Bläsern und einem weichen Bass-Bett, viele Trommeln und Rasseln. Auf Konzerten animinierte diese Verbindung schon das ein oder andere Publikum zu schweißtreibenden Tanzeinlagen und auch bei diesem Album, wippt beim Hören sofort das Bein.



Auch seine Texte bilden eine Einheit aus politischer Aktion, Gottesanbetung, Heimatgeschichten und Liebesgesängen. Gerade im Zuge der Bewegung "Black Lives Matter" wird der Rapper aktiv und versucht außerdem in seinen Liedern die Ursprünge der Geschichte in Afrika zu beleuchten. Wie gut, dass hier ebenfalls nach den Wurzeln der HipHop Geschichte gesucht werden kann, denn HipHop geht ja auf westafrikanische Traditionen zurück, die in einer eigenen Sprache ihre Form von Protest und Kampf begründen.

Noch klarer wird dann auch, woher die Idee des Multitalents kam, einen Film aus den ersten drei Songs zu machen, der die Themen Einwanderung, Gentrifizierung und weibliches Empowerment beleuchtet. Blitz geht im Musikvideo zu "Shine" (das von IAMNOBODY produziert wurde) auf die Reise der Wurzeln eines kleinen Mädchens, welches in New York mit seiner Herkunft konfroniert wird.
Die Ergründung der Herkunft des Mädchens geht weiter in Accra der Hauptstadt von Ghana, in der dieses Mädchen als erwachsene Frau einen Club unsicher macht und sich dem Mann entzieht, der sie umgarnt. Blitz bezeichnet damit im Video zu "Juju Girl", wie eine moderne afrikanische Frau ihren Weg geht.



Das letzte Video der Triologie, spielt in Salvador in Brasilien und zeigt die afrikanische Spiritualität in der afrobrasilianischen Community. In diesem Musikfilmchen spielt Blitz sogar den Priester und traut das Mädchen, welches nun zur Frau gereift ist.



Aber auf dem Album Diasporadical ist auch etwas sehr anderes zu finden, als auf allen bisherigen Platten von Blitz the Ambassador. Dieses Album ist rund und dabei so poliert, dass es sich im Gegensatz zu früherer Musik an den richtigen Stellen zurücknimmt. Endlich lassen die Bläser dem Sample den Raum. Ebenso sind die Motown-Samples zum Beispiel von James Brown dezenter eingesetzt worden und verschaffen so den Texten und double-time Rap-Parts mehr Gehör. Abgerundet wird das durch seine kleinen Veränderungen sehr runde Werk Diasporadical durch seine brillanten Features. Mit Tumi, Akua Naru, Kamau, Patrice, M.anifest und Somi beweist der Ambassador noch mehr, dass es ihm um eine afrikanische Protesthaltung auch bei seinen Gastmusikern geht, die ebenfalls ähnliche Ziele in ihrer Musik verfolgen.


Tracklist: Blitz the Ambassador - Diasporadical
01. Act Iblitztheambassador diasporadical cover

02. Hello Africa

03. Shine

04. Juju Girl

05. Act II

06. Heaven (feat. Tumi)

07. Ogya (feat. Akua Naru & Kamau)

08. If Dem No Know (feat. M.anifest)

09. Act III (feat. Somi)

10. Long Time Coming (feat. Patrice)

11. A(Wake)

12. Epilogue

13. Running (Bonus)

Diasporadical ist am 16. Dezember 2016 bei Jakarta erschienen.

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