Musikmeldungen
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Montag, 22. Februar 2016, 09:00 Uhr

10 Probleme, die Musik lösen kann

Schön, das nochmal bestätigt zu haben

Wir alle hier sind uns ja wohl einig, dass es niemals zu viele Artikel darüber geben kann, wie toll Musik ist. Deswegen stellen wir sie euch heute nochmal ganz offiziell als Lösung für alles vor. Quasi.

Wir alle lieben Musik, keine Frage. Sie hilft uns morgens beim Aufstehen, nachts beim Einschlafen, wenn wir Liebeskümmerchen haben oder gerade die beste Zeit unseres Lebens. Kurz: Ohne Musik ist es kaum möglich, glücklich zu sein. Pardon, wir verbessern: Ohne Musik ist es absolut nicht möglich, glücklich zu sein. Schön ist es dann jedes Mal zu erfahren, dass das nicht nur die Meinung von Musikjunkies, sondern auch wissenschaftlich bewiesen ist. Unsere Lieblingsstudien stellen wir euch an dieser Stelle einmal vor.

10 Probleme, für die Musik eine Lösung ist
#01 Musik macht glücklich - und high. Ja, das habt ihr schon mal gehört und ist euch eh klar. Wusstet ihr aber, dass Musik dieselben Prozesse im Gehirn auslöst wie Sex oder ein Drogenrausch? Ian Dury and the Blockheads sagen „Sex, Drugs and Rock’n’Roll“ – man wusste aber schon im Mittelalter, dass diese Kombi mega ist. Damals hieß es halt noch „Wein, Weib und Gesang“. Neurowissenschaftler Dr. Daniel Levitin stellte 2007 fest, dass Musik ähnlich wie Sex und Drogen chemische Reaktionen im Gehirn hervorrufen, die zur Dopamin-, also Glückshormonausschüttung führen. In diesem Sinne hoffen wir, dass ihr glücklich durch diese Woche kommt. Den Beweis habt ihr sicherlich schon das ein oder andere Mal selbst empfunden, zum Beispiel dass euch Beethovens 7. Sinfonie in einer odentlichen Lautstärke so richtig in Extase ballert oder dass ihr im Laufe einer Clubnacht auch völlig ohne Alkohol und andere Substanzen eine rauschartige Wirkung empfindet.
Tatsächlich gibt es aber auch sogenannte Audiodrogen, die mit binauralen Beats funktionieren. Dazu werden auf beiden Ohren Melodien auf unterschiedlichen Frequenzen gespielt, die im Hirn zu einem pulsierenden Ton fusionieren, beziehungsweise so wahrgenommen werden. Hier beispielsweise die Cannabis-Hörprobe, auf YouTube gibt es dazu allerdings einen eigenen Channel, auf dem ihr noch weitere Audiodrogen ausprobieren könnt.



Nun soll mit Nervana bald auch ein MP3-Player mit extra konzipierten In-Ear-Kopfhörern auf den Markt kommen, die während des Hörens einen Glücksrausch auslösen. Dabei wird nicht nur die Musik in die Ohren geleitet, sondern auch elektrische Impulse, die den Nerv im Hirn stimulieren, der für die Dopaminausschüttung verantwortlich ist. Abgefahren. HIER gibt's nähre Infos zum Nervana-Prinzip.

Eine etwas fragwürdigere Entwicklung ist wiederum die Audiopill, die euren Körper in einen inneren Rave-Zustand versetzt - aus dem ihr nicht einfach so aussteigen könnt, was das Ganze irgendwie schon etwas unangenehm macht. Entwickelt wurde die Pille, die auf dem Weg durch den Darm ordentlich vibriert, vom tschechischen Künstler Jan Poope. Mit dem Video könnt ihr euch ein Bild davon machen:



#02 Musik kann einen Hörschaden verhindern und Tinnitus therapieren. Das bestätigt zumindest eine Studie, die an 163 Menschen getestet wurde. Unter dieser Meute waren 74 Musiker dabei. Die Versuchspersonen mussten eine Reihe an Hörtests meistern. Dabei kam heraus, dass ein 70-jähriger Musiker im Durchschnitt genauso gut hören kann wie ein 50-jähriger Nicht-Musiker. Die Ausnahme sind allerdings Extrem-Musiker, wie DJs. Zudem wurde auf dem SXSW Medien-Festival 2015 eine neue Therapieform gegen Tinnitus vorgestellt - die was beinhaltet? Richtig, Musik. Das Hamburger Start-up Sonormed hat das Tinnitracks entwickelt, mit dem zunächst die Frequenz des Tinnitus analysiert wird. Auf Basis dieser Auswertungen wird dann die Lieblingsmusik von Patienten gefiltert und zur Linderung des Tinnitus verwendet. Das Unternehmen arbeitet außerdem gerade an einer App fürs Smartphone.

#03 Musik ist auch ein Wunderheilmittel für Patienten mit Herzproblemen. Denen wird erfolgreich angenehme, sogenannte Feel-Good-Musik verschrieben, welche den Bluthochdruck und Puls senkt, beruhigt und so Stress abbaut. Allerdings wird Musik nicht nur als Therapie für Herzkranke wahrgenommen: Auch Menschen mit Parkinson, Alzheimer oder einem Hirnschaden kann mit den richtigen Klängen geholfen werden.

#04 Musik als Wachstumsmittel für Babies und Pflanzen. Frühchen, die ihre ersten Wochen auf der Säuglingsstation verbringen müssen um kräftiger zu werden, bekommen als Vorspeise eine ausgewählte Playlist. Die steigert nämlich den Appetit der kleinen Racker. Und mehr Appetit führt zu mehr Essen, mehr Essen zu mehr Gewicht. Zudem wurde herausgefunden, dass Mozart Babies dabei hilft, weniger Energie zu verbrauchen, was ebenfalls zu mehr Gewicht führt. Ungefähr den gleichen Effekt hat Musik auf Pflanzen. Das hat Dorothy Retallack entdeckt. In einem Versuch hat sie ein paar Pflanzen mit seichter Musik und die andere Hälfte mit Heavy Metall beschallt. Grünzeug der ersten Gruppe war groß, saftig grün und hat sich sogar in Richtung der Musikquelle geneigt. Die anderen waren zwar groß, aber eher faltig, trocken und von der Musik weggeneigt. 

#05 Billiger Wein schmeckt mit der richtigen Musik besser. Ihr seid keine Billigweintrinker? Naja, das könnte zum einen daran liegen, dass ihr die falsche Musik beim Trinken hört. Einer Studie nach schmeckte 40 Prozent der Testpersonen ihren billigen Weißwein besser, wenn sie Musik von Nouvelle Vague hörten. Billiger Rotwein wird am besten zu Carl Orffs "Carmina Burana" genossen.

#06 Musik als legales Doping beim Sport - das ist das Ergebnis einer britischen Studie. Treibende Beats und Drum'n'Bass können die Leistung um bis zu 20 Prozent anheben! Legaler geht's kaum.

#07 Mit der richtigen Musik kann man auch noch besser lernen. Zu diesem Anlass hatten wir euch extra mal eine Lern-Playlist angelegt, die ihr euch HIER nocheinmal anhören könnt.

#08 Musik verändert den Geschmack. Dies fand der Psychologe Charles Spence heraus. Auch an der University of Oxford vermutet man eine Verbindung zwischen unserem Geräusch- und Geschmacksempfinden. So werden hohe Töne mit süßem und saurem Essen verbunden, während tiefe Töne eher bitteren oder herzhaften Geschmäckern zugeordnet werden. Eine Studie zeigte, dass Menschen ein Toffee mal bitterer und mal süßer empfunden haben, je nachdem, was sie für Töne hörten – es war jedoch immer genau dasselbe Toffee.

#09 Musik beeinflusst unsere Kreativität. Glaubt ihr nicht? Dann liegt es wahrscheinlich daran, dass ihr beim Arbeiten oder Lernen immer zu laut oder zu leise Musik hört. Das ist nämlich ausschlaggebend dabei. Eine Lautstärke von 70 dB steigert laut einer Studie im Journal of Consumer Research unsere Kreativität. Aber nicht nur die Lautstärke ist ein wichtiger Faktor, sondern auch das Tempo: empfehlenswert sind hier laut Emma Gray, einer Psychologin beim British CBT & Counseling Service, 50-80 bpm. Das entspricht einem durchschnittlichen Pop-Song.

#10 Mit der richtigen Formel kann man Musik dazu verwenden, Menschen in die Flucht zu treiben. Zum Beispiel den nervigen Teenager, der sich immer im Vorgarten rumtreibt, oder die Zeugen Jehovas, die immer überall herumlungern. Wenn unser Hirn nämlich Klänge hört, die ihm so gar nicht gefallen, stoppt es die Ausschüttung von Dopamin, dem Glückshormon. Im Falle des Teenagers müsste man einfach nur Wagner, Beethoven oder Mozart etwas lauter aufdrehen. Die Zeugen Jehovas kann man mit einer deftigen Salve Death Metal verscheuchen. Zusätzliches Fun Fact: Piraten hassen Britney Spears' Musik, weswegen die britische Handelsmarine die somalische Küste eine Zeit lang mit Britney-Songs beschallte.


Wer immer noch nicht überzeugt ist (oder nicht genug von den guten Fakten bekommen kann), der schaut sich jetzt einfach mal genüsslich dieses Video an. Da wird nochmal ausführlich erklärt, warum Musik so toll ist.