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Donnerstag, 06. Juni 2013, 00:00 Uhr

INTERVIEW: Chet Faker

Künstler, die ihr auf dem Radar haben solltet

Wir haben uns mit Chet Faker in den Sonnenkorb gesetzt und vor seinem Konzert noch ein bisschen geplaudert. Über neue Projekte, seine Lieblingsmusik, Daft Punk und Tourflüche.

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[Bildquelle: Instagram // chetfaker]


In der Redaktion bilden wir uns gerne Dinge ein. Zum Beispiel, dass Chet Faker unser bester Freund sei. Ein klein bisschen zumindest wurde diese irgendwie absurde Annahme wahr - als wir neulich mit ihm persönlich ein wenig im Sonnenstuhl quatschen konnten. Blöd nur, dass wir kurz vor dem Interview mitten in seinen Soundcheck geplatzt sind. Macht nicht den besten Eindruck. Als er dann aber irgendwann fertig war, war das kleine Fauxpas vergessen und vergeben. Der Bärtige zündet sich erstmal eine Zigarette an. Wie lief sie denn, die Probe? "Ganz gut." Er sei sehr zufrieden.

Bist du eigentlich überrascht, dass alle deine Shows in Deutschland ausverkauft waren, oder bist du es schon gewohnt?



Weißt du, es ist nicht so, als ob wir dich stalken würden...

Chet Faker [lacht]: "..ihr haltet einfach engen Kontakt."

Ganz genau. Also, was uns aber aufgefallen ist, besonders auf Instagram, ist, dass du in letzter Zeit ziemlich viel mit Ta-Ku und Shlohmo und ganz besonders Flume abhängst. Seid ihr eine Gang?



Awesome! Wisst ihr schon, wann es releast wird?



Wo hast du den Flume, also Harley Streten eigentlich kennengelernt? Durch die Musik oder kanntet ihr euch schon vorher?



Puh, ganz schön viele Menschen. Aber wir würden doch gerne nochmal auf das Album zurückkommen. Kann man schon irgendwas sagen, wann da was kommen wird?



Es soll also perfekt werden.



Werden die Leute, mit denen du so abhängst, auch auf dem Album sein? Oder wird dein nächstes Album wieder ein Soloalbum?



Mit wem würdest du denn gerne zusammen arbeiten? Tot oder lebendig!



Und von den Lebenden?



Was hörst du denn sonst so privat?



Hast du auch einen Lieblingssong, den du nicht unbedingt jedem verraten würdest, weil er so peinlich ist?

Chet: "Guilty Pleasures?"

Ja, genau!



Okay, okay. Themawechsel. In letzter Zeit haben wir das ganz stark gemerkt, dass aus Australien wahnsinnig viele, wahnsinnig talentierte Musiker kommen. Hast du eine Idee, warum das so ist?



Und wen könntest du uns da gerade noch empfehlen? So als kleinen Insidertipp.



Ganz schön viel. Na gut, das überprüfen wir mal.

Chet: "Jaja, macht das auf jeden Fall."

So, jetzt müssen wir aber nochmal nachfragen. Wir haben da nämlich so ein Bild von deinem Gitarristen gesehen, mit einem Verband um den Kopf und Blut und es sah irgendwie ziemlich krass aus. Was ist passiert?



Oh man, klingt ja fast nach einem Fluch.






Chet Faker kommt aus der Deep Disco-Szene Melbournes. Eines Abends wurde dort das Original von "No Diggity" gespielt. Zuhause ließ ihn der Ohrwurm nicht einschlafen und er produzierte einen Beat, über den er die Strophen sang, die ihm den Schlaf raubten. Er schaffte es auf einen Sampler und ein Hype baute sich um ihn auf - angefangen in der Blogosphäre.

Mittlerweile wird er über das Internet hinaus nicht nur in seinem Heimatland Australien richtig gefeiert, auch seine komplette Deutschland Tour - bis auf Heidelberg - war ausverkauft. Was er selbst noch ein bisschen merkwürdig findet, wie er selbst während seinem Konzert in München sagt. Immerhin habe er ja nur sieben Songs.

Uns hat es nicht gestört. Was zu bieten hatte nämlich er trotzdem. Eine 15-minütige Version von "No Diggity", zum Beispiel. Wo sein Drummer Sam, der hörbar aus dem Jazz-Genre kommt, ordentlich Eindruck schinden konnte.

Generell hätte das Konzert erotischer nicht sein können. Langsame, synthetische Beats, seine tolle, manchmal etwas rauchige Stimme - Electrosoul könnte man vielleicht sagen. Oder vielleicht doch eher Modern Soul. Er selbst nennt es Electronica, Down-Tempo und Sex, was es ganz gut trifft.


Bildquelle: Instagram // chetfaker