Musikmeldungen
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Dienstag, 26. November 2013, 10:35 Uhr

Loveparade: Entwurf der Anklage fertig

Wer muss Verantwortung übernehmen?

Mittlerweile sind seit der Katastrophe in Duisburg 3 1/2 Jahre vergangen. 21 Menschen kamen damals ums Leben. Jetzt gibt es einen ersten Anklage-Entwurf.

Die Loveparade-Tragödie 2010 in Duisburg hat viel verändert. Seitdem werden Großveranstaltungen kritisch diskutiert, Sicherheitsbestimmungen verschärft und drohende Massenpaniken sehr ernst genommen. Experten diskutieren Vorkehrungen, der Umgang mit dem Thema hat sich stark sensibilisiert. Und jedes Jahr am 24. Juli, dem Tag der Katastrophe, sehen wir Meldungen über Gedenkminuten und erinnern uns an die Bilder, die hängengeblieben sind.

Auch aus unserer Redaktion waren zwei Kollegen vor Ort. Und auch sonst kennt fast jeder jemanden, der damals dabei war. Was bleibt ist das Gefühl: Wir haben alle ausgesprochen viel Glück gehabt, dass wir nicht in dieser Menschenmenge waren.

Trotzdem: 21 Menschen sind bei der Massenpanik in einem Tunnel ums Leben gekommen. WARUM so etwas passieren konnte - darüber streiten sich Veranstalter, Polizei und die Stadt Duisburg. So wirklich will keiner den Fehler auf seiner Seite sehen. Klar, wurden recht schnell Verantwortliche benannt. Aber auf einer Anklagebank haben sie nicht gesessen.

Jetzt, dreieinhalb Jahre nach dem Unglück, hat die Staatsanwaltschaft den Anklage-Entwurf gegen die Verantwortlichen fertig gestellt - das berichtet der Focus.

Angeklagt sind der Organisator und MC Fit-Unternehmer Rainer Schaller, zwei Stadtdezernenten sowie Amtsleiter und Verwaltungsangestellt der Stadt Duisburg wegen fahrlässiger Tötung.

Vorgeworfen werden ihnen Planungsfehler und überhaupt die Genehmigung des ganzen Events. Angeblich wurden die Ermittlungen gegen die Polizei eingestellt.

Zunächst muss diese Anklageschrift geprüft werden. Sobald diese Prüfung abgeschlossen ist, kann der Prozess beginnen.

Bildquelle: Img_1893 | Thomas Rodenbücher | Flickr unter cc-Lizenz