Musikmeldungen
meltfestival2013
Dienstag, 23. Juli 2013, 00:00 Uhr

Unsere 10 Highlights vom Melt! 2013

...und eventuell ein, zwei mehr

Jeder Mensch hat dieses eine Datum, dem er Jahr für Jahr entgegenfiebert. Und das ist okay. Denn Vorfreude treibt den Motor an. Ein besonderer Höhepunkt aus der egoRedaktion ist beispielsweise das Melt! Festival. Lest hier, was letztes Wochenende so ging.

Sekunden nachdem wir vom Line-Up für das Melt 2013 erfahren haben, war die Karte gekauft. Und ab der ersten Sekunde haben wir uns wie blöd auf die Tage vom 19. bis 21. Juli gefreut. Jetzt, wo das wohl beste Wochenende im Jahr vorbei ist und die Erlebnisse langsam verarbeitet wurden, ist es Zeit für einen kleinen Rückblick. Also haben wir versucht, euch die Highlights, die unsere Herzen berührt haben, zusammenzufassen.

Versucht, weil schier unmöglich. Einen Ansatz gibt es trotzdem. Dazu muss man sagen, dass die Nummerierung lediglich der Übersichtlichkeit gilt. Keiner Wertung. Denn um das mal so kitschig wie möglich auszudrücken: Jeder dieser Acts steht auf Platz 1.


#01 Flying Lotus 

Mit dem Adjektiv perfekt muss man vorsichtig umgehen. Am besten ist es sogar, wenn man es nie benutzt, weil es in neun, acht von zehn Fällen einfach eine dreiste Lüge ist. Allerdings kommen wir bei der Beschreibung von dem, was Flying Lotus uns am Sonntag geliefert hat, nicht daran vorbei. 




Für uns war es am letzten Tag noch der Act, den wir unbedingt sehen wollten. Allerdings waren wir nach drei Tagen Festival schon ein klein wenig angeknackst - man sehe es uns nach, schließlich waren wir jeden Tag nie unter 12 Stunden auf den Konzerten unterwegs - also haben wir uns einfach mal nichts vorgemacht, unsere Erschöpfung hingenommen und uns auf die Stufen gegenüber der Mainstage gesetzt.

Die Sonne ging unter, der Mond gerade auf. Fly Lo kommt auf die Bühne und verschwindet halb hinter einer Leinwand, auf die abgefahrene Visuals projeziert wurden. Alles was man sieht ist sein Schatten dahinter. Seine Bewegungen, der Klang, die verrückten Bilder: Irgendwie drängte sich das Bild eines wahnsinnigen Maestros im Kopf auf. Dazu die Atmosphäre und ein kühles Bierchen: Perfekt.


#02 Karocel 

Neulich hatten wir euch von dem Zufallskollektiv Karocel vorgeschwärmt. Klar also, dass wir den Auftritt auf dem Melt nicht verpassen wollten. Und jetzt ratet mal, was sich nachher als beste Entscheidung überhaupt herausgestellt hat.



Anfangs schien die Gemini Stage etwas dünn besiedelt, was wohl an der eher frühen Uhrzeit gelegen hat - 18.15 Uhr. Und das auch noch nach einem Freitag, der nicht vor 07.00 Uhr morgens enden wollte. Dass sie gegen Ende rappelvoll war ist also ein unanfechtbares Indiz dafür, wie gut der Auftritt von Karocel war. Der Grund: Karocel machen elektronische Live-Musik, die sich von gewöhnlichen Auftritten, wo einfach das Studioalbum abgespielt wird, um einige Ebenen abhebt. Jeder kleine Pieps wird auf der Bühne live abgespielt. Das ist etwas besonderes, weil sich der durchschnittliche Elektro-Track aus Millionen von Piepsern zusammensetzt.

Dabei haben die Künstler beim Spielen so einen Groove drinnen, dass du dich gar nicht dagegen wehren kannst, wenn dein Körper plötzlich mitwippt.


#03 Disclosure 

Der Trick, damit ein Festival wirklich großartig wird ist der, keine Pläne zu machen. Sich einfach treiben lassen und bei jedem Act spontan zu entscheiden, ob man ihn sehen will oder nicht. Schließlich muss die Stimmung passen. Ihr versteht.

Bei Disclosure haben wir diese Regel allerdings knallhart gebrochen. Scheißt auf die Mood, die mussten wir sehen. Erstrecht, weil wir frühere Auftritte von den Gebrüdern Lawrence bereits aus diversen Videos kannten.



Natürlich wurden wir nicht enttäuscht und haben uns in einer Stunde leergeschwitzt beim Tanzen. So sehr, dass wir erstmal Pause machen mussten, um uns sowohl körperlich, als auch geistig für den nächsten Act vorzubereiten:


#04 Rudimental 

Für zwei von uns war eines eine ganz besondere Herausforderung: Zu Drum and Bass tanzen. Gut, dass der dritte in der Runde das perfekt drauf hat und uns das ein bisschen erklären konnte. Perfekt vorbereitet wurden wir dann aber doch nochmal überrascht. Auf der Bühne standen neben der üblichen Besetzung von vier Männern noch gefühlt zwanzig weitere Musiker auf der Bühne. Live Drum and Bass, der unseren Herzschlag auf 190 BPM steigen gelassen hat.




#05 Zebra Katz 

Ein Act, den wir mehr oder weniger zufällig gesehen haben, weil vor dem James Blake Konzert noch etwas Zeit war. Dabei hat sich die Theorie mal wieder bewahrheitet, dass die besten Acts immer die sind, von denen man absolut nichts erwartet.



Zebra Katz hat so ziemlich jeden zum Crunken gebracht - ausnahmlos, trotz tanzfeindlichem Sandboden. Auch wir haben den Tanz für uns entdeckt. Als würden wir gar nichts anderes mehr hinkriegen, wurde er zu unserem natürlichen Stil. Überall - ob bei Disclosure, Rudimental, oder sogar James Blake - wurde gecrunkt. 

Aber nicht nur das hat unser restliches Wochenende geprägt. Auch die sehr, nunja, umgangssprachlichen Texte haben uns auf irgendeine Art und Weise beeindruckt. Sätze wie "Würdest du mir bitte die Sonnenlotion reichen, Bitch" oder "Es war ein wundervolles Wochenende mit euch, Bitches" sind da nur die harmloseren Beispiele...


#06 King Krule 

King Krule ist irre. Ein 18-Jähriger Jüngling, der weiser als dein Opa ist. Ehrlich. Bei seinem Auftritt hat er Sprüche auf die Bühne gespuckt, dass wir danach ungefähr alles über das Leben wussten und erstmal ein Bier trinken mussten. Zu viel Wahrheit auf einmal.




#07 Kosmonauten mit K 

Die Kosmonauten mit K waren der Special Guest im Intro-Zelt. Haben sich irgendwie genauso angehört wie diese Kraftklub Jungs, die gleichen Klamotten getragen und irgendwie auch die selben Songs gespielt. Super Auftritt und eine wilkommene Überraschung. Obwohl wir eigentlich gedacht haben, dass sich das diesjährige Melt-Line-Up nicht mehr verbessern ließe. Cool.


#08 Claire 

Unsere Lokalhelden auf der Mainstage vom Melt: Ein Act, der auf unserer To-Anschau-Liste nicht fehlen durfte. Gute Entscheidung. Die Band lieferte nämliche eine bessere Live-Performance als so manch ein international bekannter Künstler. Fanden auch die anderen Zuschauer. Lob, Chapeau und bis zum nächsten großen Auftritt.

Wir sagen es euch ja schon lange, aber yup, jetzt ist es ganz sicher: Claire werden groß, ach was, riesig.




#09 Woodkid 

Woodkid hatten wir eigentlich schon bei uns in München gesehen, wollten bei seinem Melt-Auftritt aber trotzdem nochmal vorbeischauen. Leider hatten wir die erste halbe Stunde verpasst, weil sich das Konzert zeitlich mit Disclosure überschnitten hat. Aber was wir mitbekommen haben, hat unseren Kiefer zu einem orthopädischen Problemfall gemacht. Eigentlich muss man dazu auch gar nicht viel erzählen. Denn wer alleine schon die Videos vom Franzosen kennt, kann sich denken, wie pompös die Visuals bei seinem Auftritt waren. Irre.




#10 London Grammar 

Seit "Wasting My Young Years" den Weg ins Netz gefunden hat schwärmen wir vom Londoner Trio London Grammar. Und können ihr Debütalbum kaum erwarten. Denn jeder, wirklich jeder Track der veröffentlicht wird trifft genau unseren Ton.



Also war London Grammar gleich der erste Act, den wir auf dem Melt gesehen haben. Diese Stimme mussten wir uns einfach live geben. Und es war, ganz wie erwartet, pure Emotion. Gänsehaut. Liebe. Et cetera, pp.

 
 

Hier noch die versprochenen ein, zwei weiteren Highlights


#11 Wankelmut 

Der junge Berliner hat am Samstag um 7 Uhr morgens auf dem berühmt berüchtigten Sleepless Floor aufgelegt. Sein Set war, was man so den Gerüchten entnehmen kann, unfassbar gut. Und zwar so derartig, dass es selbst Skeptiker überzeugt hat. Das wollen wir euch jetzt natürlich nicht vorenthalten. Hier könnt ihr einmal reinhören:





#12 Kein Act, sondern Nahrung: Handbrot 

Handbrot hat sich als perfekter Festival-Snack bewährt. Portemonnaiefreundlich und simpel, aber unglaublich lecker. Ganz nach dem Motto: Vorher noch nie probiert, danach nie wieder was anderes essen wollen. Gefühlt haben wir uns jeden Tag drei bis fünfmal von Handbrot ernährt. Stände gibt es auf so gut wie jedem Festival und solltet ihr nicht eh schon verfallen sein, solltet ihr es beim nächsten Besuch auf jeden Fall einmal probieren.


Mmhm. Jetzt ein Handbrot. Was würden wir dafür geben. Naja, fiebern wir eben dem Melt! 2014 entgegen. Somit läuft der Motor zumindest wieder für ein weiteres Jahr. Ach, Melt. Wie wunderbar es wiedereinmal mit dir war. Vielen Dank. Und auf Wiedersehen.

PS: Für die Fahrt gen Ferropolis war natürlich auch ein ordentlicher Soundtrack vonnöten. Und diese Melt! to Go Playlist wollen wir euch nicht vorenthalten.