Musikmeldungen
Moderat_Live in Muenchen_Titelbild
Montag, 27. Januar 2014, 17:25 Uhr

Moderat - live in München

Konzerteindrücke + Interview

Wegen einem Motorrad-Unfall musste die Tour auf dieses Jahr verschoben werden. Wir haben Moderat backstage getroffen und uns mit ihnen unterhalten.

Das Warten hat ein Ende: Moderat, bestehend aus Gernot Bronsert und Sebastian Szary alias Modeselektor und Sascha Ring, bekannt als Apparat, holen ihre sehnsüchtig erwartete Welttournee nach, die sie letztes Jahr im September aufgrund von Saschas Motorradunfall absagen mussten. Die Knochen sind mittlerweile verheilt und Sonntag Abend bildetete das ausverkaufte Konzert im Münchner Kesselhaus nun endlich den Auftakt der monatelangen Tour.

Wir haben die Jungs am Sonntag zwischen sehr langem Soundcheck und Konzertbeginn höchst motiviert und bestens gelaunt im Backstage-Bereich angetroffen: „Wir haben uns die ganze letzte Woche in einen Konzertsaal in Berlin eingemietet und jeden Abend ganz artig geprobt. Ohne Alkohol.“ erzählt uns Gernot während die anderen kichernd „genau, ohne Alkohol“ wiederholen. Trotz Blödeleien war ihnen die Anspannung drei Stunden vor dem ersten Konzert der Tour förmlich ins Gesicht geschrieben. Inwiefern die Tour jetzt anders ist, als wenn sie, wie geplant, letzten Herbst stattgefunden hätte, wollten wir wissen: „Wir hatten die Chance das Ganze nochmal audiovisuell zu überarbeiten, also nicht nur den Sound, sondern es sieht jetzt auch besser aus als vorher. Insofern bekommen die Leute jetzt eigentlich mehr, als sie letztes Jahr bekommen hätten. Und wir auch“, erzählt uns Sascha.

Ohne den Vergleich zur ursprünglich geplanten Tour zu haben, Szary, Gernot und Sascha machten auf der Bühne mit ihrer Pultplatzierung á la Kraftwerk vor imposanten Visuals in Schwarzweiß optisch auf jeden Fall Einiges her. Bezüglich des Sounds gingen die Meinungen des Publikums anschließend auseinander. Wir haben sowohl jene Besucher angetroffen, die gefühlt noch in der Zugabe schwelgend mit Lächeln auf den Lippen das Kesselhaus verlassen haben und uns „absolut geflasht“ und „Hammer Sound“ ins Mikro gestammelt haben, als auch ein paar, die aufgrund „dünnem Sound“ und „zu kurz“ etwas enttäuscht nach Hause gingen. Insgesamt war das Resümee aber überwiegend positiv, und das vollkommen berechtigt. Zwar mag der Sound in den hinteren Reihen tatsächlich etwas dünn gewesen sein, wer sich jedoch etwas weiter nach vorne gekämpft hatte, konnte die Augen schließen und sich gemeinsam mit der bebenden Menge den wabernden Beats und Saschas filigraner Stimme hingeben. Und wer sie wieder aufgemacht hat, konnte sich von zum Beat perfekt abgestimmten Visuals verzaubern lassen.



Bilder © Lorena Meichelböck