Musikmeldungen
Samaris01
Donnerstag, 21. August 2014, 17:45 Uhr

Die 10 besten Bands aus Island

Brrrrrr, soooo kalt, aber auch soooo gut!

Genug mit Einheitsbrei. Wenn isländische Jungs und Mädels Musik machen, dann ist das einzigartig.


Island ist und bleibt einer der magischsten Orte unseres Planeten. Demnach ist es auch gar nicht verwunderlich, dass einige unserer Lieblingsbands genau hier her kommen. Isländische Musik ist nämlich weit mehr als der tolle Erfolg von Sigur Rós oder Björk.

Auf der Insel pulsiert die Kreativität nicht nur während des Iceland Airwaves Festivals - wir fassen die 10 besten Bands aus Island für euch zusammen!

(Vermútlích únsér Ártíkél mít dén méístén Ákzéntzéíchén, dén wír jémáls vérfásst hábén)


ÁSGEIR

Als wir euch diesen Künstler Anfang des Jahres Mal vorgestellt hatten
, war bereits jeder zehnte Isländer im Besitz seines Albums. Mit einer Neuauflage des ursprünglich in Isländisch gesungenen Albums und mit Björk als Labelkollegin bei One Little Indian im Rücken, gelang ihm 2014 auch international der Durchbruch.

Mittlerweile ist er heiß begehrt, tourt durch die ganze Welt und erklärt dabei in Interviews immer wieder so sympathisch bescheiden, dass er als Kind kaum etwas anderes zu tun hatte als Musik zu machen. Wir sind nach wie vor in seine wunderschöne Stimme verliebt und obwohl seine Musik mittlerweile fester Bestandteil des egoProgramms ist, finden wir sie immer noch so spannend wie am ersten Tag.

Kürzlich hat er bei seinem Auftritt in einem australischen Radiosender eine wunderbare Covernummer zum Besten gegeben und dabei in Milky Chance’ „Stolen Dance“ ein kleines bisschen isländischen Feenstaub gepustet.



Tour-Termine:
Hamburg: 10. November 2014
Berlin: 12. November 2014
Köln: 13. November 2014


SÍSÝ EY

Die drei Schwestern waren jahrelang auf der Suche nach dem gewissen Etwas. Obwohl Elín, Elísabet und Sigga mehr als EIN gewisses Etwas in ihren Stimmen haben, suchten sie nach dem geeigneten Produzenten, der es verstand sie vom Singer-Song-Writer-Dasein in die Welt der House-Musik einzuführen. Denn da wollten sie hin. House.

Mit dem DJ und Produzenten Oculus wurden sie schließlich fündig und auf der anderen Seite des Zaubertunnels, durch den sie zu viert marschiert waren, ploppte Sísý Ey heraus: Eine energetische Mischung, in der sich der Gesang so anschmiegsam in die House-Elemente kuschelt, ohne sie zu überdecken.

Das Quartett ist noch recht jung und in dieser Konstellation treten sie bislang überwiegend in Island auf. Anfang des Jahres waren sie allerdings beim Newcomer- und Showcase Festival Eurosonic Noorderslag in den Niederlanden sowie beim Sónar Stockholm zu Gast.




MAMMÚT
Sie sind aktuell wahrscheinlich die abwechslungsreichte und dynamischste Band aus Island. So richtig lässt sich auch kein Genre für die drei Mädels und zwei Jungs finden. Post-Rock? Indie-Rock? Progressiv Rock? Irgendwas mit Rock jedenfalls.

2013 haben Mammút eine der allergeilsten Platten überhaupt veröffentlicht. Komdu Til Mín Svarta Systir hat nicht nur bei den Icelandic Music Awards (so was wie die Grammys auf Island) abgesahnt, sondern auch uns komplett umgehauen. Eine verflixt bombastische Instrumentierung und die glasklare Stimme von Sängerin Kata sorgen für jede Menge düstere Gänsehautmomente.






ÓLAFUR ARNALDS

Multitalent und Produzent Ólafur Arnalds kommt ursprünglich aus der Hardcore-Szene und hat früher ziemlich viel Metal gemacht. Wahrscheinlich wurde ihm das zu stumpf, denn heute macht er orchestralen Instrumental-Ambient-Pop, und zwar mit so vielen Emotionen, dass ihr feuchte Augen bekommen werdet. Deshalb solltet ihr Ólafur Arnalds‘ Musik vielleicht nicht unbedingt in der Öffentlichkeit hören. Es sei denn ihr befindet euch auf einem seiner Konzerte. Denn da werdet ihr auf vollstes Verständnis vom Konzertbesucher nebenan treffen, der euch höchstwahrscheinlich gerührt in die Arme nehmen wird.

Zwischen den Songs allerdings wird sich die Umarmung spätestens mit einem verlegenen Lächeln auflösen. Denn so melancholisch seine Songs auch sein mögen, Ólafur Arnalds ist ein perfekter Entertainer und versteht es mit kleinen Anekdoten ein ganze Halle zum Lachen zu bringen.

Hier könnt ihr euch selbst davon überzeugen. Sehr zu empfehlen ist die Stelle, an der er erklärt, dass er seinen Song Ljósid für eine Badewannen-Werbung geschrieben hat (circa Minute 28). Es lohnt sich aber in jedem Fall, den kompletten Auftritt anzusehen. Mit einer Packung Taschentücher zurecht gelegt. Natürlich für die (Lach-) Tränen.

Hier kommt jetzt aber erstmal der Badewannen-Song, der übrigens niemals einer wurde, weil er nicht simpel genug war.




FM BELFAST

FM Belfast ist quasi Musik gewordene Lebensfreude. Wenn es euch mal schlecht geht, dann ab mit euch auf ein FM Belfast Konzert. Elektro-Popmusik trifft hier auf jede Menge Konfetti, Girlanden, bunte Leuchtlaternen und Liebe zu den 90er Jahren. Höchstwahrscheinlich steht ihr am Ende in Unterhose da, verschwitzt und mit einem fetten Grinsen im Gesicht.

So richtig will die eingängige, sommerliche Partymusik nicht ins kalte, magische Island passen, also kein Wunder, dass Árni, Lóa und Freunde auch immer wieder liebend gern von der tollen Insel flüchten und um die ganze Welt reisen.






SAMARIS

Mal im Ernst, wie oft sieht man bei einem Konzert eine Klarinette auf der Bühne? Wenn man Samaris einmal live gesehen hat, fragt man sich warum es dieses tolle Instrument eigentlich so selten jenseits von Blaskapelle und Orchester gibt.

Samaris haben wir vor knapp 2 Jahren in einer kleinen Bar in Reykjavik entdeckt. Das damals noch nicht mal volljährige Trio hat uns innerhalb weniger Sekunden überzeugt. Die beiden Mädels Áslaug Rún und Jófríður umrahmen - wie zwei kleine Elfen - ihren Bandkollegen Þórður Kári, der sich um das kühle, wummernde Electronica-Gerüst kümmert. Die eine mit ihrem Gesang, der klingt wie Björk in jungen Jahren, die andere mit Klarinette.

Und weil jeder isländische Musiker gefühlt noch in mindestens zehn weitere Bandprojekte involviert ist, möchten wir an dieser Stelle auch noch Pascal Pinon erwähnen. Das ist die Gruppe, die Samaris-Sängerin Jófríður zusätzlich mit ihrer Zwillingsschwester führt. Pascal Pinon klingt zwar lange nicht so erwachsen wie Samaris, überzeugt aber wiederum mit strahlend ehrlicher Kindlichkeit.
Mittlerweile sind Samaris - genauso wie Ásgeir und Björk - beim Label One Little Indian unter Vertrag und spielten sich in diesem Jahr bereits kreuz und quer durch unseren egoFM-Festivalsommer und damit auch durch ganz Europa.



Tour-Termine:
Köln: 16. September 2014
Berlin: 17. September 2014
Frankfurt: 18. September 2014
Hamburg: 19. September 2014
Hamburg: 20. September 2014


SIN FANG

Wenn wir uns vorstellen, dass es da draußen im Universum, irgendwo auf einem anderen Planeten tatsächlich kleine, bunte Lebewesen gibt, die vielleicht sogar Musik machen, dann könnte diese so klingen wie Sin Fang.

Sin Fang ist das Soloprojekt des 31-jährigen Sindri Már Sigfússon: bunt, verträumt, versöhnlich, ein bisschen folkig und ein paar Klänge, die man beim besten Willen nicht zuordnen kann. Macht auch nichts, denn irgendwie schafft es Sin Fang bei dem ganzen Synth-Gitarren-Gesangs-Gewurl eine harmonische geleeartige Masse zu kreieren. Obwohl man glaubt, der Song platzt gleich aus allen Nähten, ist er dennoch kompakt genug, um irgendwie im Gehörgang hängen zu bleiben.
Man kann sich eine Sin Fang Platte auch durchaus öfters anhören und wird jedes Mal Geräusche und Soundeffekte entdecken, bei denen man schwören könnte, man hat sie noch nie zuvor gehört.

Sin Fang ist übrigens auch der Kopf der Band Seabear, in der wiederum Kollegin Sóley mitspielt, die es ebenfalls in die Liste der 10 besten Bands aus Island geschafft hat.






UNI STEFSON

Uni Stefson ist der Frontmann der recht bekannten isländischen Musikkapelle Retro Stefson. Die macht eine Mischung aus „Ganz viel Afrika“, „Bisschen Island“ und schräger Indie-Popmusik.

Momentan ist Uni Stefson allerdings auf Solopfaden unterwegs und genau deswegen solltet ihr ihn auf dem Radar haben. Bis jetzt gibt es erst einen einzigen Song, und zwar das isländische Gedicht Enginn Graetur, welches vor über 150 Jahren geschrieben und nun von Unnstein „Uni“ Stefson vertont wurde.

Übersetzt bedeutet der Titel „Keiner weint“. Das Stück ist allerdings derart dramatisch und baut mit seinen Synthie Sounds, die fast an Orgelklänge erinnern, eine so großartig emotionale Spannungskurve auf, dass ihr vielleicht doch eine kleine Träne in euren Augen finden werdet.

Enginn Graetur ist sogar ein Free Download. Zuschlagen!




SÓLEY

Als ausgebildete Komponistin und Klavierspielerin wurde Sóley -  ja, sie heißt wirklich so mit Vornamen, so schön, oder? -  im Jahr 2007 zunächst Mitglied der Band Seabear, die wiederum Kollege Sin Fang ins Leben gerufen hatte. Dort spielte sie Gitarre und Keyboard, und das scheinbar sehr leidenschaftlich und überzeugend.
Das Berliner Label Morr Music, bei dem Seabear gesigned ist, glaubten an Sóley und ermutigten sie auch solo Musik zu machen. Darauf folgte 2011 ihr Debüt-Album „We Sink“, auf dem sich unter anderem die Nummer „Pretty Face“ befindet. Ein Song, der auf Youtube über 16 Millionen Mal angeklickt wurde.



Besonders angetan hat es uns auch I’ll drown, nicht zuletzt wegen ihrer wunderschön geschriebener Texte: “I like his old style, in his house out there. His windows are eyes, his garden has waterfalls. But his waterfalls are tears, (they) come from him. He will fill this house. He takes my hand and whispers. I’ll drown when I see you.”




GUSGUS

GusGus gibt es bereits seit 1995. Nachdem die Besetzung über all die Jahre immer wieder durchjongliert wurde und man mit satten 12 Leute gestartet ist, sind die Isländer aktuell ein Trio. Ihre vielseitige Musik belabeln sie selbst mit dem Sticker Techno/Soul (Techno SLASH Soul).
Manchmal mischt sich House, experimenteller Pop oder Trip Hop dazu, aber immer ist es clubtaugliche, elektronische Musik, die euch auf der Tanzfläche den Bass um die Ohren pumpt. Bestens geeignet für lange Aftershow Parties.
Erstaunlich viele Lyrics drehen sich zudem um Sex. Gibt schlechtere Thematiken.

Der Name GusGus kommt übrigens aus dem Deutschen, besser gesagt aus dem Film „Angst Essen Seelen Auf“ von Rainer Werner Fassbinder. In dem Film versucht eine Frau mit Hilfe des megaleckeren, nordafrikanischen Reisgericht Couscous ihre große Liebe zu verführen. Allerdings spricht sie Couscous doch recht lasziv aus, quasi “Güssgüss“ … und das mochten die Isländer so gern, dass sie ihre Band danach benannt haben.

Yumyum!






LUST AUF MEHR ISLÄNDISCHE MUSIK?

Wenn ihr merkt, dass ihr euch von isländischer Musik genauso leicht verzaubern lasst wie wir, dann lohnt es sich in jedem Fall sich die folgende Doku anzusehen, in der diverse isländische Musiker - unter anderem auch Ólafur Arnalds - erklären, was die isländische Musikszene wirklich ausmacht.

 
Bildquelle: Facebook // Samaris