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Mittwoch, 23. September 2015, 00:00 Uhr

Weltbekannt in Schweden

5 Künstler, die ihr kennen solltet

Wenn jetzt bitte mal alle aufhören könnten, ABBA nachzutrauern und man sich endlich wieder auf die kontemporäre schwedische Musikszene konzentrieren würde - das wäre toll. Deswegen hier: Fünf aktuelle Künstler, die ihr unbedingt auf dem Schirm haben solltet.

Na gut. Fast war die Welt schon so weit, ABBA ziehen zu lassen. Als diese Mando Diaos aufgetaucht sind, nämlich. Als die sich aber plötzlich entschieden haben, nur noch in Mönchskutten rumzulaufen und höchst mystisch zu sein, war es es dann auch schon wieder mit der neuen Schweden-Euphorie. Dabei hat das Land ja nie aufgehört, fantastische Künstler hervorzubringen - nehmen wir nur mal Slagsmålsklubben, Familjen, Shout Out Louds, Movits, Urban Cone, Mapei oder Seinabo Sey. Oder eben folgende, hierzulande noch unbekanntere Künstler...

Kate Boy
Kate Boy dürftet ihr eigentlich schon bestens aus dem egoProgramm kennen. Kate Boy werden auch schon seit Längerem als das neueste heiße Ding aus Schweden gehandelt - den richtigen internationalen Durchbruch gab es allerdings nie. Voll verrückt, wo sie doch fast die gleichen musikalischen Qualitäten aufweisen wie eure geliebten ABBA. Die Fakten: Kate Boy ist ein Quartett, besteht allerdings nicht aus Hälfte-Hälfte sondern einem Viertel Frau und einem Dreiviertel Mann. Und wenn ihr euch jetzt nochmal den Namen der Band in Erinnerung ruft und ein bisschen nachdenkt, werdet ihr sicherlich auch darauf kommen, warum Kate Boy Kate Boy heißen und so auch noch den Rückschluss darauf ziehen können, wie wohl die einzige Frau des Quartetts heißt. Fantastisch oder, wenn alles so logisch ist.
Doch wie dem auch sei. Kate Boy haben sich 2011 zusammengeschlossen und 2012 die Northern Lights EP mit dem gleichnamigen Track veröffentlicht. Dieser war jedoch auch nochmal auf der sechs-trackigen Kate Boy EP drauf, die erst dieses Jahr rauskam. Ein ganzes Album können wir im November dieses Jahres erwarten - so munkelt man zumindest.
Während die Jungens feinste Elektro-Pop-Melodien basteln, verfeinert diese Kate mit ihrer Little Dragon-ähnlichen, also sanft-gewaltigen Stimme, ohne dabei auch nur ansatzweise chartig vergleichbar zu klingen.



Pale Honey
Pale Honey besteht neuerdings wohl nur noch aus zwei Mitgliedern, Tuva und Nelly. Es gab allerdings auch Zeiten, da waren sie mal zu dritt, gar zu viert - was wohl aus den Jungs geworden ist? Wurden sie eventuell von den mystischen Caligola entführt, als jene bemerkten, dass Pale Honey weit besseren Indie-Rock als Mando Diao in ihren letzten Tagen machen? Man weiß es nicht.
Auf jeden Fall dürften die drei EPs und das eine selbstbenannte Album, das heuer erst veröffentlicht wurde, für sich sprechen.



HNNY
Auch HNNY haben wir euch schon diverse Male vorgestellt - in unserem Mixtape Mittwoch, zum Beispiel. HNNY ist nämlich mit seinen Music for Listening Mixes auf unserem Radar gelandet. Die sehr entspannten und teilweise lateinamerikanischen Tracks haben uns den ein oder anderen katerbefallenen Sonntag gerettet. Auch seine eigenen einzelnen Tracks und Remixe sind stets fantastisch, beziehungsweise einfach die perfekte Mischung aus entspannten Beats und houselastigeren Klängen. Doch Ende 2014 sah es gar nicht gut aus um den HNNY. Auf Facebook entschuldigte er sich nämlich, dass er nicht auf Tour gehen könne. Er wollte erstmal mit dem DJen aufhören, hatte die Nase voll.
Umso mehr haben wir uns gefreut, als dann doch wieder neue Tracks auf Soundcloud aufgetaucht sind - inklusive Teaser auf ein ganzes Album. Sunday wurde dann schließlich im Juli dieses Jahres veröffentlicht.

 
Last Lynx
Last Lynx ist ein Quartett aus Stockholm, das etwas düsteren Elektro-Pop mit teilweise mystischen Elementen macht - diese jedoch derart vereinzelt einsetzt, dass das ganze keine cheezige Anmutung bekommt. Zwei EPs und ein Album behaupten sich bereits auf ihrer Diskographie. Doch obgleich die Rifts EP aus 2014 mit sechs Tracks schon eine gute Größe hatte, würden wir uns für dieses oder zumindest Anfang nächsten Jahres doch wieder einen Longplayer wünschen.



Lo-Fi-Fnk
Lo-Fi-Fnk besteht aus den Brüdern Leo und Link und dem August, hin und wieder holen sich die drei aber dann doch noch weibliche Gesangsunterstützung von Maja und Nottee. Bekannt wurden sie 2011 mit ihrem Synth-lastigen Track "Last Summer" (nein, kein Cover von ABBA, zefix nochmal, kommt drüber hinweg). Dessen Video wurde rein aus Schnipseln von A Swedish Love Story, einem Film aus den 70ern, zusammengebastelt und ging so viral.
Im Mai 2015 veröffentlichten sie ihr drittes Album Nightclub Nirvana, das weit 80s-anmutiger und poppiger ist als die Vorgängerplatten.



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