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Freitag, 16. Oktober 2015, 09:00 Uhr

Cassette Store Day

Kramt das Kassettendeck raus

Wir mussten extra einen besonders alten Redakteur finden, um diesen Artikel über die Bedeutung von Kassetten schreiben zu können. Nee, Schmarrn. Ein Hoch auf den offiziellen Kassetten-Gedenktag am 17. Oktober. Ein Hoch auf den Bandsalat und Beschriftungsetiketten.

Aber mal im Ernst, wer besitzt denn bitte noch Kassetten? Obwohl besitzen schon – aber wer kann sie noch abspielen. Also in der Redaktion gibt es quasi niemanden. Wir haben zwar noch ein paar Fundstücke aus Kindertagen aber sind mittlerweile alle so aufgerüstet, dass so ein Kassettendeck eher rar ist.


Kassetten-Gedenktag am 17.10.
Morgen ist offizieller Kassetten-Gedenk-Tag. Den gibt‘ s zwar erst seit 2013 aber seine Berechtigung hat der Tag schon. So wurden die ersten wichtigen Musikerfahrungen an uns herangetragen. Wir haben noch selbst gemix-taped. Da musste noch kein DJ ran, nee, wir haben vom Radio aufgenommen. Solange vor der Kiste gesessen bis der Lieblingssong endlich dran kam, um ihn irgendwie auf Tape zu kriegen. Wir haben Tapes aufgenommen und an Freunde oder Schwärme verschenkt, hatten immer einen Bleistift zur Hand, um dem Bandsalat entgegenzuwirken.

Der Cassette Store Day ist angelehnt an den Record Store Day, der immer im April stattfindet und auf die geschichtliche Wichtigkeit dieses Musikformats aufmerksam machen will. Die Idee zum Kassetten-Gedenktag kommt aus England. Zum Spin-Off 2013 hatten einige Künstler ihre Alben auch auf Kassette rausgebracht – als Sahnehäubchen fanden in vielen Record-Stores, wie dem superbekannten Rough Trade Store in London, Live-Auftritte statt. Aber es gibt auch längst wieder Labels, die Kassetten rausbringen: Sichtexot in Mainz zum Beispiel, Twisted Chords in Karlsruhe und Greatberry Tapes in Berlin, Wilhelm Show Me The Major Label in Wien oder das In Gute Hände-Label in Augsburg.


Bands und Kassettenambitionen
Die Foals hatten übrigens ihr kürzlich erschienenes Album „What went down“ auch auf Tape veröffentlicht und an diversen Orten dieser Welt versteckt. Hinweise - beziehungsweise sogar die genauen Koordinaten - gab es via #WhatWentDown auf Twitter. Tapes unter anderem in Sydney, Kansas City, Madrid, Oslo, Paris und Amsterdam gefunden.

Auch Frittenbude und unsere egoFM-Lokalhelden Cassettes (wie naheliegend) haben Alben auf Kassetten rausgehauen.


Bandsalat wird Kunst
Muss man jetzt halt nur noch abspielen können, auf Walkman oder Kassettendeck. Die Kassetten-Nachfrage geht übrigens – ähnlich wie die Vinylnachfrage – wieder ziemlich nach oben. Also vielleicht bei Gelegenheit einfach mal aufm Flohmarkt nach Abspielgeräten stöbern oder wer noch ein Deck hat, gar nicht erst verschrotten. Wenn Abspielen aber nicht mehr geht, dann geht immernoch Kunst. Und zwar mal was echt nices: Bilder aus Bandsalat.

nirvana

Bildquelle: Flickr | iri5