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Sonntag, 03. Januar 2016, 00:00 Uhr

Künstler, die man auf dem Radar haben sollte

16 Artists to Watch 2016

Die egoFM Musikredaktion stellt euch die Künstler vor, die 2016 durchstarten werden.

Honne

Für Fans von: Jungle, Glass Animals
 
 honne
Gefühlvoller als ein Song von Honne geht kaum. Kein Wunder, dass die Jungs ihre eigene Musik gerne als Musik zum Babies-Machen bezeichnen. Die Romantik geht schon beim Bandnamen los. Honne ist der japanische Begriff für die wahren und verborgenen Gefühle des Menschen. Für Andy und seinen Studentenkumpel James war schon immer klar, dass ihnen Musiklehrersein irgendwann nicht mehr reicht und Honne wurde zum Vollzeitjob.

Urbaner Pop mit modernem Soul-Gesang, ein klein wenig elektronisch und perfekt für laue Großstadtnächte oder Karaoke Abende mit Bill Murray in Tokio.


Swimm
Für Fans von: The War On Drugs, Foster the People
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Swimm sind Chris Hess und Adam Winn. Das Indie-Rock Duo aus dem sonnigen Los Angeles ist in der Heimat schon länger für ihre schnell eskalierenden Liveauftritte bekannt. Hauptsächlich liegt das wohl daran, dass sie all ihre Shows einfach im Do-It-Yourself Style spontan selbst umgesetzt und wieder zerlegt haben.

Ihre Musik ist psychedelischer Indie-Rock, der an The War On Drugs erinnert, und tatsächlich auch ein wenig Garagenpunk, der einfach nur rausschreien möchte, dass alles Scheiße läuft. Mit Stimme und Gitarre, Bier und mindestens einem Gedanken dahinter.



Lewis Del Mar

Für Fans von: Alt-J, Foals

lewisdelmar fb
Es ist immer schön, wenn man eine Band live sieht, bevor sie ihren großen Durchbruch hat. Bei Lewis Del Mar war das aber gar nicht so einfach. Bevor das Duo nämlich überhaupt ihr erstes Konzert gespielt hat, waren sie mit ihrem Song „Loud(y)“ schon auf Platz 1 bei Hypemachine.

Sonst weiß man fast nichts über die beiden, außer dass sie aus Rockaway Beach in New York kommen, ihr Musikstil angenehm an Alt-J erinnert und sie bislang viel zu wenige Songs veröffentlicht haben.



Zola Blood
Für Fans von: SOHN, Jon Hopkins
zolablood fb
Die vier Londoner von Zola Blood hatten wir schon 2014 auf unserem Musikradar. Eigentlich braucht man nur einen Song der Band zu hören und weiß, dass es die Jungs drauf haben: Dunkle, elektronische Klänge zum Träumen, teilweise etwas unkonventionell, vergleichbar mit SOHN.

Ihre erste EP Meridian ist der perfekte Startpunkt. Im April soll dann das Debütalbum folgen, das übrigens zum Großteil über Crowdfunding finanziert wird.



Mura Masa
Für Fans von: Jamie xx, Flume

muramasa fbGuernsey ist eine Insel im Ärmelkanal mit etwa halb so vielen Einwohnern wie Würzburg. Ein Grund, warum euch dieser Fleck Erde nicht völlig egal sein sollte, ist Alex Crossan, besser bekannt als Mura Masa. Der Engländer ist gerade mal 19 Jahre alt und produziert intelligente Clubmusik mit Hip Hop und R&B Elementen.

Dazu mixt der Multiinstrumentalist exotische Klänge, wie asiatische Flöten, Klarinetten, diverse Glockenspiele oder klassische Streicher. Einzigartig wird seine Musik allerdings durch Stille. Es sind die Pausen dazwischen, die seinen Songs diesen sympathischen Wiedererkennungswert geben, egal ob mit Shura, Denai Moore, Ibeyi - oder ganz alleine.



Neufundland

Für Fans von: AnnenMayKantereit, Clueso
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In unserer Jahresvorschau zum vergangenen Jahr stand eine andere Indie-Band aus Köln an dieser Stelle. Ob die Jungs von Neufundland einen ähnlich steilen Aufstieg hinlegen werden wie die musikalischen Nachbarn von AnnenMayKantereit? Ganz genau wissen wir das erst im nächsten Jahr um diese Zeit, aber die letzten zwölf Monate waren durchaus schon vielversprechend. Niklas, Matthias und die beiden Fabis haben zum einen ihre allererste EP veröffentlicht.

Mit poetisch philosophischen, kritischen, teilweise geradezu anklagendem Sprechgesang werden sie Internet und Konzertlandschaft beidermaßen erobern.



Nao

Für Fans von: Aluna George, Banks, Tei-Shi

nao fb
Früh aufstehen lohnt sich. Als Nao nämlich noch an der renommierten Guildhall School of Music & Drama studierte, ließ der Ehrgeiz und der Drang nach Perfektion sie täglich den Wecker auf 5 Uhr stellen.

Der vielfältige Klangmischmasch, dem man ausgesetzt ist, wenn man in einer großen Familie aufwächst und aus jedem Zimmer ein anderes Genre dröhnt, fusioniert bei ihr zu einer Art Super-R’n’B, in der Art von AlunaGeorge, allerdings düsterer, mutiger und verruchter.



Loyle Carner
Für Fans von: The Roots, Mike Skinner
loylecarner fb
Wenn man den jungen Engländer Loyle Carner als Muttersöhnchen bezeichnen würde, wäre er wahrscheinlich gar nicht mal sauer. Klar, Songs für die harte Mum hinter dem Künstler oder über beschissene Familiensituationen sind auch im Hip Hop üblich, aber so persönlich wie Loyle darüber rappt, hat dies seit Mike Skinner kein Brite mehr getan.

Ruhige Beats, mit Piano-, Gitarren- oder Trompetensamples, eine schüchtern wirkende Stimme und auffälliger englischer Dialekt. Das ist im Moment ziemlich einzigartig und könnte ihn 2016 entweder durch jede Menge Featureauftritte oder viel direkter: mit eigenem Album durchstarten lassen.



Klyne

Für Fans von: Jai Paul, Compny

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Schon blöd, wenn der eigene Erfolg schneller kommt, als man Klyne sagen kann. Der Niederländer Nick Klein hatte damit, dass sein Song „Paralyzed“ sich so schnell im Internet verbreitet, nämlich gar nicht gerechnet und benannte sich hinterher schwuppdiwupp um. Mittlerweile hat er nachgelegt und veröffentlicht weiterhin Songs, die sehr ins Jai Paul-artige gehen.

Die elektronischen Beats begleiten die Stimme meist, beim smoothen Spaziergang in unsere Ohren, werden allerdings manchmal zu übermotivierten Personal Trainern, peitschen und treiben einen nach Hause, schneller als man ... ihr wisst schon.



Boo Seeka

Für Fans von: Sizarr, Seinabo Sey

booseeka
Ben und Sam von Boo Seeka sind eigentlich schon richtig große Bühnen gewohnt. In ihrer Heimat Australien haben die Jungs vor über 10.000 Leuten gespielt. In Europa sind Boo Seeka jedoch noch völlig unbekannt und fahren in ihrem hübsch bemalten Van von Stadt zu Stadt, mit einer Mischung aus grooviger Soulmusik und Dreampop im Kofferraum.

Die gutaussehenden Musikredakteure Sebastian und Julian haben sie in München als Vorband der DMA’s entdeckt, wo sie den ganzen Raum bis zum kleinsten Partikelchen zum Schwingen gebracht haben. Hoffentlich verlassen sie bald den Vorband-Status.



Arthur Beatrice

Für Fans von: London Grammar, Florence + The Machine

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Ist es eine gute Voraussetzung für eine Band, wenn alle Mitglieder auf komplett verschiedene Genres stehen? Bei Arthur Beatrice war es immerhin kein Hindernis, dass es zur Zeit der Gründung sehr unterschiedliche Meinungen gab, wohin es musikalisch gehen sollte. Sängerin Orlando zog es zum Beispiel in die klassische Richtung, während Drummer Elliot wohl lieber eine Gitarrenrockband gegründet hätte.

Mittlerweile haben die Londoner allerdings ihre gemeinsame Stilrichtung gefunden und mit Working Out schon ein beeindruckendes Debüt hingelegt. Melancholische Popmusik für einsame Stunden, immer ganz knapp am Kitsch, immer auch ganz knapp an London Grammar.



Jack Garratt
Für Fans von: Chet Faker, James Blake
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Im Februar erscheint endlich Jack Garratts Debütalbum und absolut jeder Song, den wir daraus kennen, lässt nur einen Schluss zu: Durchbruch nach ganz oben. Das Zusammenspiel von zarter Engelsstimme und harter Elektronik erinnert uns weiterhin an James Blake. Bei "Water" hingegen erinnert er mit wuchtigen Soulgesang eher an Chet Faker.

Es sind die Gefühle, die Jack Garratt bei seinen Songs ausdrückt, und der Aufbau, der einen immer und immer wieder überrascht: Viele Songs fangen seicht an, explodieren dann aber urplötzlich wild aus sich heraus. Davon ab ist es einfach beeindruckend, dass der Kerl seine Musik auf der Bühne komplett allein einspielt.



Anderson .Paak

Für Fans von: Kendrick Lamar, Dr. Dre
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Man nehme: eine Menge Talent, richtig viel Geduld und zu guter Letzt Dr. Dres goldene Fingerspitzen. Was dabei herauskommt? Der momentan gefragteste Mann im Hip Hop: Anderson .Paak

Der junge Kalifornier beginnt seine Musikerkarriere als Schlagzeuger in der Kirche. Und nachdem er sein Debütalbum Venice releast, wird Dr Dre auf ihn aufmerksam und darf mit ihm am Compton Album mitarbeiten. Danach ist jeder scharf darauf mit Anderson .Paak zusammenzuarbeiten, und deswegen finden sich auf seiner zweiten Platte Malibu alle möglichen Szengrößen wieder. Und Obwohl er mittlerweile der gefragteste Mann der Szene ist und sich genausogut auf den Loorbeeren ausruhen könnte, hört er einfach nicht damit auf, einen Song nach dem anderen rauszuhauen


Shura

Für Fans von: MØ, Chromeo, Haim
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Shura bringt uns die 90er zurück. Der eingängige Dance-Pop, den sie unverfroren an den Tag legt, scheint zunächst komplett aus der Zeit gefallen, klingt aber gleichzeitig angenehm nach einem Moment in der Kindheit, den wir alle nochmal erleben möchten. Inspiration und Können gab es vom Vater, der ihr nicht nur seine Plattensammlung vermacht, sondern auch mit 13 Gitarrespielen beigebracht hat.

Der Rest ist selbst gelehrt, weil: Kein Bock auf Unterricht. So hat sie nun keine Ahnung vom Notenlesen, spielt einfach drauf los und hofft auf das Beste. Auf diese Weise kommt ihr wunderschön einfacher, irgendwie bekannter, aber eben auch individueller Klang zustande.



Haelos
Für Fans von: Massive Attack, Portishead
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Eigentlich sind Haelos so etwas wie die erste, komplett unbekannte Supergroup. Über die bisherigen Einzelprojekte von Lotti, Arthur und Dom weiß man nämlich gar nichts. Gemeinsam können sie allerdings den perfekten Filmsoundtrack komponieren: Ein buntes Gemisch aus Trip Hop der 90er mit Funk, Soul und Indie Pop-Elementen.

Das Gefühl, was sie dabei einfangen möchten, ist die Zeit zwischen der Nacht und dem Morgen danach: 5 Uhr, auf dem Heimweg allein, diesen schmalen Grat zwischen Dunkelheit und Euphorie, zwischen Liebe und Angst wandernd.



Aurora

Für Fans von: Susanne Sundfør, Highasakite
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Aurora liebt Seifenblasen, Star Wars und Harry Potter. Damit ist sie vom reinen Sympathie-Level her völlig überqualifiziert für einen Job bei egoFM und kann jetzt nur noch Musikerin werden. 2015 hat die kleine, zierliche Norwegerin in den verrückten, teils selbstgenähten Kleidern bei jedem Festival und Konzert allen Zuschauer die Kinnladen aus dem Gesicht gezaubert. Ihre Stimme ist zerbrechlich und füllt gleichzeitig jeden Raum.

Quasi melancholisch-melodramatisch. Lauscht man dann noch ihren persönlichen Tagebuch-Texten und der Folk-Popmusik, die sie begleiten, fühlt man sich wie in einen schaurigen Märchenwald.



Bildquelle: flickr | Ye Olde Man by Bigglesmith | cc by 2.0