Musikmeldungen
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Montag, 04. Januar 2016, 00:00 Uhr

Das Beste von "Weltbekannt in"

Unsere Musikreise im Rückblick

Wir blicken zurück auf 19 Wochen "Weltbekannt in..." - die Rubrik, in der wir euch die besten Künstler aus anderen Ländern vorgestellt haben.

Seit August haben wir euch jede Woche in ein anderes Land mitgenommen und euch die Künstler vorgestellt, die ihr kennen solltet. Richtig schwer, sich da zu entscheiden, welche zehn Entdeckungen denn nun die herausragendsten waren. Deswegen: Sich noch mal alle "Weltbekannt in..." Artikel durchzulesen, macht auf jeden Fall Sinn. Ihr habt ja jetzt sowieso ein bisschen Zeit.

Hier wären auf jeden Fall die zehn Künstler, die uns aus dem Bauch heraus am meisten beeindruckt haben.

[Belgien] Ben & The Saints
Ben & The Saint bildet sich aus Benjamin Saint Viteux, Romain Rodesch, Thomas Maisin und Gaspard Noesen und wurde 2012 gegründet. Das Quartett macht feinsten, teils eingängigen, teils schrammigeren Surf-Rock-Synth-Orgel-Pop. 2014 erst veröffentlichten sie ihre Debüt-EP B.A.T.S., das erste Album wurde jedoch bereits angekündigt. Gespannt und auch ein bisschen sehr freudig erregt sind wird in Anbetracht dessen.



[Brasilien] Sara Não Tem Nome
Hinter Sara versteckt sich eine Kreativbombe: Neben musizieren malt sie noch, macht Kunst-InstallationenVideos und Poesie (eh klar, so als Sängerin). So zeichnet sie auch die Cover für ihre Songs selbst, wie etwa das von "Dias Difíceis".
Die 23-Jährige veröffentlicht erst seit gut vier Jahren ihre Musik an die Öffentlichkeit. Ihre Songs sind teils rockig, teils poppig aber stets sehr organisch und emotional. Mit ihrer zarten, hohen Stimme und den Texten (Die-Welt-ist-scheiße-und-geht-unter-mäßig) erinnert die Singer/Songwriterin gelegentlich an die französische Soko. Ihr erstes richtiges Studioalbum, Ômega III, wurde dieses Jahr erst veröffentlicht.



[Frankreich] Baden Baden
Baden Baden ist ein Trio aus Paris, das 2008 mit Musikmachen angefangen, allerdings erst zwei Jahre später das Debütalbum 78 mit gerade mal sieben Tracks veröffentlicht hat. Ihre Songs zeugen von reinen und geflissentlichen Melodien, sind ziemlich umgänglich, der Gesang ist größtenteils auf Französisch. Ihre zweite Platte, Coline, wurde 2012 veröffentlicht, Mille Eclairs folgte Anfang dieses Jahres.
Während "J'ai plongé dans le bruit" noch recht treibend ist, ist "Dis leurs" etwas ruhiger und emotionaler, man könnte es theoretisch als sowas wie Neo-Nouvelle-Chanson bezeichnen.
Der weitaus synthie-lastigere Track "Le Courage des Oiseaux" wurde am 1. Juni 2015 erst veröffentlicht. Dabei handelt es sich um ein Cover von Dominique A, den man als Pionier und Gründungsmitglied des Nouvelle Chansons ansieht.



[Irland] Rejjie Snow
Irland hat eine großartige Hip Hop Szene. Eines seiner neuesten und vielversprechenden Talente ist der Dubliner Rapper Alex Anyaegbunam, alias Rejjie Snow. Sein verstörendes Video zu "Lost in Empathy" wurde fast eine Million Mal angesehen, der Sound dazu erinnert ein wenig an Tyler, The Creator - nur noch etwas elektronischer. Nachdem Rejjie Snow bereits einige Jahre in Amerika zur Schule ging, fing er 2012 in Savannah, Georgia an, Film und Design zu studieren. Allerdings wollte er sich dann doch eher auf das Musikmachen konzentrieren und kehrte zurück nach Irland. Dort produzierte er seine Debüt-EP Rejovich, die er 2013 raushaute. Sein Debütalbum Dear Annie hat bis dato noch keinen offiziellen Release-Termin.



[Kanada] Klô Pelgag
Klô ist eine Künstlerin aus Montréal, die (wie die meisten Künstler aus der Québec) auf Französisch singt, sonst aber fernab von jeglichen gesellschaftlichen Konventionen steht und unter anderem von runden Brillen (die nicht größer als das Auge sind), Schlüsseln (an denen Schlösser hängen), gewürfelten Karotten, Cholera, alten Menschen, dem Theremin und Katzen fasziniert und beeinflusst ist. Genau.
Musikalisch orientiert sie sich am Indie-Pop und begleitet sich meistens selbst am Klavier. Ihr Debütalbum L'alchimie des monstres wurde 2014 veröffentlicht und lohnt sich wirklich das Reinhören - ein derart gutes Debütalbum wird selten veröffentlicht. Und sonst so? Achja. Lasst euch von dem Video unten nicht irritieren und gewöhnt euch gar nicht erst an Klô Pelgags Haare. Seit Neuestem gehen beide nämlich getrennte Wege, da sich Klô am 12. Dezember live auf der Bühne eine Glatze rasiert hat. Man hätte es allerdings kommen sehen können (es sieht aber gut aus, Klô, keine Sorge).



[Libanon] Who Killed Bruce Lee
10. Mai 1973 - Bruce Lee war wegen der Dreharbeiten zu "Der Mann mit der Todeskralle" derart physisch und psychisch strapaziert, dass er plötzlich leblos zusammenbrach. Die offizielle Todesursache waren ein epileptischer Anfall und ein Hirnödem - doch kann dies wirklich sein? Oder könnte dort noch mehr hinter stecken? Wurde Bruce Lee vielleicht doch vergiftet? War es Mord? Der Bandname der vierköpfigen (übrigens sehr bärtigen) Band aus Beirut verunsichert uns. Vielleicht stellen sie aber auch nur eine rhetorische Frage und wollen darauf hinaus, dass es im Ende doch die Fans und der Erfolgsdruck waren, die Bruce Lee in die Knie zwangen. Könnte sein, wissen tun wir es allerdings nicht. Denn warum genau sie sich so genannt haben, verraten die Elektro-Punker um Wassim Bou Malham, Hassib Dergham, Malek Rizkallah und Pascal Sarkis nicht. Ist sowieso nur sekundär. Denn wie sie selbst sagen:

Perhaps the name strikes one first, but as soon as these four bearded men hit the stage with their energetic set, the crowd does not seem to mind the confusion the name creates.
Im Vordergrund steht also eine Band, die sich 2009 gründete. Anfangs haben Who Killed Bruce Lee lediglich Songs von LCD Soundsystem, The Strokes und Queens of the Stone Age gecovert, bis sie 2012 ihre selbstbetitelte Debüt-EP mit eigenen Songs veröffentlichten. 2014 wurden sie in die Red Bull Studios in Paris eingeladen, um dort ihr Debütalbum anzunehmen.



[Mexiko] CLUBZ
Orlando und Coco sind ziemlich hip, kommen aus Monterrey und haben sich dem Elektro-Rock-Pop verschrieben. 2014 kam ihr sieben-trackiges Debütalbum Texturas raus, 2015 folgte die Épocas EP. Natürlich singen CLUBZ auf Spanisch, werden hauptsächlich von Gitarren begleitet, bringen hin und wieder aber auch Keyboard und Synths zum Einsatz. Der Klang schlägt gerne mal in Richtung späte 80er aus. Müssten wir klangliche Vergleiche suchen, würden wir in Großbritannien nachschauen.



[Italien] Italien
Selton war so ein kleines Problem in unserer Rubrik "Weltbekannt in...". Wir wussten nämlich einfach nicht, in welches Land wir die vier Jungs packen sollen - zwei kommen aus Brasilien, einer aus Spanien und der letzte aus Italien. Sesshaft sind sie aber in Mailand, das sollte wohl als Rechtfertigung zählen, sie euch als Italiener zu verkaufen.
2005 hat sich die Tropical-Folk-Rock Band in Barcelona gegründet, seitdem haben sie drei Alben veröffentlicht. Das letzte, Saudade, kam 2013 raus und war weitestgehend auf portugiesisch gesungen, bekam nachträglich allerdings noch eine italienische Version.
Ihre neueste Single, "Cemitério de elefante", wurde im August dieses Jahres veröffentlicht, ist wieder auf portugiesisch und der erste Vorbote der neuen Platte.



[Polen] Jóga
Kamila und Rafala kennen sich bereits aus dem Kindergarten, machen allerdings erst seit 2013 auch gemeinsam Musik. Die beiden teilen eine Faszination für düstere Klänge aus dem Norden, so ist auch ihr Bandname eine Anlehnung an einen Song von Björk. Ihr Klang ist eine Fusion aus Akustigitarre und feiner Elektronik, gepaart mit eher melancholischem, tiefgründigem Gesang. Im Oktober 2014 veröffentlichten die beiden ihre erste EP, Skin. Momentan arbeiten sie (noch labellos) an neuem Material für ihr Debütalbum. Ihr neuester Song, "I Can Stay", kam Anfang des Monats raus. Als Hörbeispiel haben wir uns aber für was polnisches entschieden.



[Russland] Mari! Mari!
Das Quartett aus Vladivostok ist noch wahnsinnig unbekannt - knapp über 600 Facebook-Follower haben sie, obwohl sie bereits seit 2009 gemeinsam Musik machen.
Ihren teils elektronischen, teils schrammeligen Klang kombinieren Mari! Mari! größtenteils mit russischem Gesang, hin und wieder covern die Russen aber auch Beatles-Songs - auf japanisch (....). Ansonsten ist es allerdings etwas schwer, noch mehr Infos über das Quartett zu finden, da gerade die Homepage, die sie auf Facebook angegeben haben, nur weitere Rätsel aufwirft - wir sind uns nicht ganz sicher, aber eventuell sind Mari! Mari! nebenher noch als Reiseblogger unterwegs. Jene Homepage ist nämlich vollgepackt mit Landschafts- und Urlaubsbildern (wir haben ja den leisen Verdacht, dass das was komplett anderes ist und nichts mit der Band zu tun hat).