Musikmeldungen
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Donnerstag, 18. Februar 2016, 08:00 Uhr

Julian Maier-Hauff zu Gast bei Max

Das ganze Interview zum Nachhören

Es gibt einen Haufen Maiers, aber nur einen Maier-Hauff. Der Loop-Champion, Audionerd und Multiinstrumentalist. spricht unter anderem über seine Performance-Künste, die er auch gleich unter Beweis stellt: in Form eines Live-Sets.

Improvisierter Live-Jazz in seiner traditionellen Form klingt für die wenigsten von uns wirklich anhörbar. Sorry an dieser Stelle an die intellektuellen Feuilletonisten unter euch. Mit der Art von "Jazz", die uns Julian Maier-Hauff bietet, verhält es sich da schon anders. Zwar improvisiert der auf der Bühne auch, klingt aber geil.

Ich versuche die Instrumente so gut zu kennen, dass ich aus dem Stehgreif Songs improvisieren kann. Ich lauf auf die Bühne und hab keine Ahnung, was passiert. Natürlich kann ich mir ein paar Sounds vorstellen, weiß welche Instrumente ich dabei hab, ein Rhodes, meine Trompete, die ich ganz gut beherrsche, fange dann mit einem Element an und füge puzzlemäßig die anderen Teile hinzu.
In Zeiten von Knöpfchendrücker- und Händeklatscher-DJs verstehen manche vielleicht nicht, was Julian da oben auf der Bühne zaubert. Mit Auflegen hat das ziemlich wenig zu tun.

Wenn ich dann ne Trompete oder ein Saxophon benutze, checken die meisten, dass es live ist, weil es das ist, das man kennt: Ein Typ spielt Trompete. Es kamen auch schon viele, die nach einem Gig gesagt haben: "Hey, super aufgelegt!" Das hat mich anfangs gestört, mittlerweile find ich es ganz ok, weil es um die Musik geht, die in dem Moment gut war. Oder sie fragen mich "Ey, was war denn das zweite Stück?" Ich hab ja keine Stücke, es ist immer neu.
Julian Maier-Hauff ist aber auch Studiomusiker. Unter anderem für Samy Deluxe, aber auch mal selber. Als Hauptact sozusagen. Ihm und seinem Buddy R0T0M0D verdanken wir den Song "Not Yet Begun". Wie kam's?

Der ist ein Freund von mir. Und wir haben zusammen Musik gemacht, zu einem Zeitpunkt, als er auch viel Singer/Songwriter-Geschichten machte. Er mit Gitarre und Gesang, ich dazu mit Trompete und Saxophon. Dann habe ich mir gedacht, ich schicke ihm einfach die Sachen, die ich schon aufgenommen hatte. Er hat es nach zwei Tagen mit Gesang zurückgeschickt. Das wurde zu "Not Yet Begun" und zu einem kleinen Radiounfall.
Ein Unfall, bei dem wir einfach nicht weghören können. Mit Max wurde dann auch noch ein bisschen improvisiert, es wurden viele Geräte an viele Stecker angeschlossen. Was dabei rauskam, war jetzt nicht unbedingt wieder ein Radiounfall, aber eventuell der Beginn einer großartigen Freundschaft.

collage max jmh

Hier könnt ihr das ganze Interview nachhören:


Julians Debüt-LP Not Yet Begun erschien am 5. Februar. Für uns hat er noch dieses einstündige Set live eingespielt, das ihr euch hier runterladen könnt: