Musikmeldungen
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Dienstag, 01. März 2016, 09:00 Uhr

Anderson .Paak zu Gast bei Max

Das ganze Interview zum Nachhören

Ein Glück, dass Anderson .Paak einen Tag nach seiner Münchenshow bei Max im Studio vorbeigeschaut hat. So konnte er nämlich noch ein paar offene Fragen beantworten (und Max' im Konzertrausch auf die Bühne geworfenen Spitzen-BH zurückbringen). Yes, Lord!

Sind Max und Anderson .Paak vielleicht die uneineiigsten Zwillinge der Welt? Die Tanzmoves, die Rap-Skills, die Faszination mit Korea. Alles haben sie gemeinsam, wie sich im Interview rausstellte. Darin ging es zum Beispiel auch um Andersons erste Schritte hin zur Musik:

Als ich etwa 12 war, in der sechsten Klasse, war ich im Schulorchester. Irgendwann hab ich mich aber gelangweilt und wollte schon aufhören. Als ich aber eines Tages nach Hause kam, sah ich meinen Stiefvater am Schlagzeug sitzen. Ich wusste nicht, dass er spielen konnte, tat er aber, und das fand ich ziemlich cool. Also hab ich es auch probiert und auch ziemlich schnell kapiert. Meine Mum kam aus der Küche und hat getanzt. Die Tochter meines Paten hat mir dann gesagt, dass ich in den Kirchenchor gehen muss, da gäb es die besten Schlagzeuger. Ich war vorher noch nie in der Kirche, es war eine Southern Baptist Church, ich hab mir das angesehen und war am Haken. Ich hab jeden Tag geübt, wurde irgendwann der zweite Drummer, dann irgendwann der erste Drummer bis vor knapp zwei Jahren. Das war meine musikalische Erstausbildung mit Singen, Spielen, Zuhören. Gospelmusik ist ziemlich schwierig.
Anderson .Paak hat sein Debütalbum fast heimlich, still und leise veröffentlicht. Richtig Welle hat er aber erst gemacht, als er letztes Jahr als vermeintlicher No-Name Gast bei gleich mehreren Songs auf Compton eines gewissen Dr. Dres war. Wie lief das erste Treffen zwischen euch?

Es war der Hammer. Ich war zuerst skeptisch, als ich den Anruf bekam und es hieß, ich solle etwas mit Dre aufnehmen. Dann kam ich ins Studio, durch die ganze Security und die ersten beiden Menschen, die ich sah, waren Dre und The D.O.C.. Sie saßen da, haben die NBA Playoffs geguckt, Gin getrunken. Dre mag Hendricks. Dann kamen Leute und meinten sie mögen meinen Song "Suede". Dre kannte ihn noch nicht. Er hat ihn volle Pulle aufgedreht, wir haben ihn dreimal gehört, dann sagt er: "Ok, lass uns loslegen." Ich bin ans Mikro, hab die Augen zugemacht und angefangen zu singen. Als ich sie wieder aufgemacht, sagte er: Wow! Du hast diesen natürlichen Schmerz in der Stimme. Das mag ich."
Anderson .Paak. Der Punkt steht für... Ja, wofür eigentlich?

Der Punkt steht für das Detail. Immer auf Details achten! Es gab viele Zeiten, in denen ich kein Auge auf Details geworfen habe, wo Dinge einfach passiert sind, ohne mich zu streifen, auch Zeiten, in denen mir keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Ich wollte mehr. Mehr Details in meinem Kunsthandwerk, mehr Details in meinem Leben. Als ich angefangen habe, genauer auf Dinge zu achten, auf Details zu achten, hat sich mein Leben verändert. Den Punkt wollte ich also behalten. Wenn jetzt Leute den Punkt übersehen, verrät mir das etwas über sie.
Also: Hört auf euren Deutschlehrer und hört auf Anderson .Paak: Punkte sind wichtig!

Hier könnt ihr das ganze Interview nachhören:


Anderson .Paaks tolles Album Malibu ist seit Mitte Januar erhältlich. Streamt es hier und dann holt es euch: