Musikmeldungen
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Dienstag, 23. August 2016, 06:00 Uhr

Alben für den Sommerurlaub

Futter für euren Reise-MP3-Player

Wenn ihr auch zu denen gehört, die vor dem Urlaub stets zu spät zum Flieger/Zug/Bus kommen, weil ihr heillos überfordert seid, auf die Schnelle noch neue Musik einzupacken, dürft ihr eure geheimen Gebete hiermit als erfüllt ansehen.

Da kann man Musiknerd sein so viel man will, oft fehlt einem im Alltag ja doch die Zeit, sich gänzlich neu veröffentlichten Alben hinzugeben. Meistens schiebt man's vor sich hin oder skippt lediglich durch. Weil wir uns also auf Werke konzentriert haben, die 2016 erschienen sind, könnte man das Ganze auch als ein Halbjahres-Résumé ansehen. Schafft schon mal Platz auf euren MP3-Playern!

Elektro/ Elektro-Pop/ Disco
Beyond the Wizards Sleeve - The Soft Bounce
Solltet ihr den Soundtrack von Drive zu oft gehört haben und verzweifelt neuen, aber ähnlichen Klang suchen: Beyond The Wizards Sleeve ist die Antwort. Mit ihrem Psych-Elektro-Pop, der so sehr an Electric Youth, Chromatics und Desire erinnert, öffnen sie das Tor zu verträumten, konfusen Welten - perfekt für laue Sommernächte in den Idyllen dieser Erde. Das Duo setzt sich zusammen aus den Elektro-Genies Erol Alkan und Richard Norris (The Time and Space Machine). Ihr Debütalbum kam am 1. Juli über Alkans eigenes Label Phantasy Sound raus. Hört rein und driftet ab!



Miike Snow - iii
Na sicherlich: Snow weckt nun wirklich nicht die größten, sommerlichen Assoziationen. Doch wie gut der Klang von iii zur Zeit passt, haben sie am 23. August in München bewiesen, als sie einfach mal auf das ungeschriebene Im-Sommer-machen-alle-Bands-Urlaub-und-geben-keine-Konzerte-Gesetz ihre Fäkalien abgelassen haben. Es war so wild. Und so nass. Und so höchst fantastisch.



Beaty Heart - Till the Tomb
 


Metronomy - Summer08



Roosevelt - Roosevelt



Soul/ Neosoul
Mayer Hawthorne - Man About Town
Es gibt wohl keinen Mann, mit dem wir allesamt - sowohl Frauen, als auch Jungs - lieber Sommernächte verbringen würden als mit dem Neosoul-Maestro Mayer Hawthorne. Man About Town ist das vierte Studioalbum des Amerikaners und reiht sich geschmeidig in seine früheren Neosoul/Funk-Releases ein. Verdammt, wie kommen wir nur an seine Nummer.

 
Michael Kiwanuka - Love & Hate
Weil Mayer Hawthorne sich bislang aber noch nicht bei uns gemeldet hat, sind wir gar nicht mal so fantastisch drauf und schätzen die Sommerplatten, die nicht nur erquickende Gefühle abverlangen. Man darf auch gerne mal bei 30 Grad und Sonnenschein über das Leben, die Liebe und überhaupt alles sinnieren. Michael Kiwanuka liefert mit Love & Hate die passenden Denkansätze.





Anderson .Paak - Malibou



Charles Bradley - Changes



HipHop/ Jazz
BADBADNOTGOOD - IV
Mit IV haben sich die Kanadier im Vergleich zu früheren Projekten etwas vom HipHop distanziert und mehr dem Jazz zugewandt. Das komplette Album entschleunigt derart hervorragend, dass das Anhören allein schon Urlaub für den Kopf ist - das trifft gerade auf den Track zu, für den Sam Herring von Future Islands seine Stimme leiht, "Time Moves Slow".



Koi Child - Koi Child
Dafür, dass die australische HipHop/Jazz Supergroup, bestehend aus Kashikoi und Child's Play, bisher nie wirklich was releast hat, haben es Koi Child ganz schön weit geschafft - zumindest bei sich Down Under. Auf der nördlichen Hemi- und Blogosphäre sind sie so richtig erst vor ein paar Wochen gelandet, als sie Song und Video zu "1-5-9" veröffentlichten. Darauf aufmerksam hat uns Kevin Parker gemacht, Frontmann von Tame Impala, der Koi Child zu seinen Protegés gemacht und deren selbstbetitelte Platte produziert hat. Der Tame Impala'sche Einfluss kommt gerade bei Songs wie "Frangipani" und "Japes", ansonsten ist Koi Child eine fantastisch jazzig, smoothe Platte geworden. Hört rein!



Avalanches - Wildflower



Moop Mama - M.O.O.P.TOPIA



Kendrick Lamar - Untitled
 


Rock/ Pop-Rock
Bei jedem Durchhören der Songs auf Light Upon The Lake kann man in einem anderen Seitenarm der Melodie abtauchen. Die Lyrics werden von Juliens Kopfstimme getragen, während die Gitarrensaiten bis zur letzten Schallwelle vibrieren, schwingen bei ihm also nur die Seitenränder der Stimmbänder. Klingt anstrengend, aber nicht angestrengt. Vielmehr nimmt die ungewohnt hohe Stimme den Texten einen Teil ihrer Schwermut und gibt den Songs etwas Fröhliches, Lockeres, Plätscherndes. Oder viel mehr: die Tracks haben allesamt eine gewisse Lagerfeuerhaftigkeit.



Juniore - Juniore
Die noch viel zu unbekannte Pariserin spielt auf ihrem Debütalbum mit der Nostalgie: Ein bisschen Psych, ein bisschen Sixties-Rock und sehr viel French - et voilà, da hat man schon die perfekte Musik zum Surfen.


Sunflower Bean - Human Ceremony



DMA's - Hills End



Teleman - Brilliant Sanity



Geschichtenerzähler
Adam Green - Aladdin
Neben anspruchsvollen Melodien kommt man so auch wieder in den Genuss von Greens Talent als Songwriter mit absurden Gedanken und merkwürdigen Texten. Beispiel: "All technology is natural. Look: God equals humans divided by nature plus aliens." Ja, genau!
Das Album ist allerdings nicht komplett Adam Greens alleiniger Verdienst - viele Gastmusiker sind steuern einen Teil bei, wie der Schlagzeuger Rodrigo Amarante (Little Joy), Stella Mozgawa (Warpaint) und den Bassisten Josiah Steinbrick, der Devendra Banhart oft bei Konzerten unterstützt hat. Das Resultat: ein verdammtes Meisterwerk.


Glass Animals - How To Be A Human Being
Seit dem 26. August gibt's auch endlich das zweite Album der Glass Animals im Plattenladen eures Vertrauens. Dahinter steckt eine unfassbar geniale Idee: Frontmann Dave hat sich für jeden einzelnen Track einen eigenen Protagonisten ausgedacht. Aber so richtig detailliert: was sie fühlen, was sie essen, wie ihre Wohnung aussieht. Das Durchhören könnt ihr also auch gleich mit einem kleinen Ratespiel verbinden, welche der Figuren auf dem Cover zu welchem Track gehört.



Kevin Morby - Singing Saw



Mutual Benefit - Skip a Sinking Stone



L'Aupaire - Flowers



Aus der Rubrik "Weltbekannt in..."
Zur Erinnerung: Wir haben euch eine Zeit lang jede Woche in die Musikszene eines anderen Landes entführt und euch unbekanntere Bands näher gebracht. Ein paar der dort vorgestellten ausländischen Größen haben neue Alben veröffentlicht - die ihr unter keinen Umständen verpasst haben solltet.

Portugal: Benjamim - Auto Rádio
Alles klar, liebe Hobby-Kommissare: Auto Rádio wurde eigentlich 2015 veröffentlicht. Schon gut, schon gut. Doch Benjamim aus Lissabon macht diesen sanften, treibenden Rock-Pop, der euch gedanklich direkt zum Sonnenuntergang mit einem Imperial (Bier) in der Hand auf den Miradouro de Santa Catarina (Aussichtspunkt) versetzt, dass es fahrlässig wäre, das Album hier nicht aufzulisten.



Frankreich: Radio Elvis - Les Conquêtes
Wahnsinn, was haben wir letztes Jahr den Hype-Track von Radio Elvis, "La Traversée" im Auto mitgebrüllt. Am 1. April dieses Jahres veröffentlichten die Franzosen dann endlich ihr Debütalbum, das quasi nur mit guten Songs protzt. Neo-Chanson mit elektronisches Elementen, den wir durchaus auf der nächsten Frankreichreise durchgehend hören könnten. Immer wieder fallen neue Details auf, dass man ständig neue Lieblingssongs entdeckt. Da kommt fast der Wunsch auf, Radio Elvis würden niemals ein zweites Album veröffentlichen. Das erste können sie nicht toppen. Magnifique.



Italien/Spanien/Brasilien: Selton - Loreto Paradiso



Island: Júníus Meyvant - Floating Harmonies



Mexiko: Little Jesus - Río Salvaje



Playlist
Weil das nun möglicherweise eine kleine Reizüberflutung ausgelöst hat, haben wir auch eine Playlist erstellt, mit all unseren Lieblingssongs der ganzen Alben.



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Bildquelle: flickr | "02 08 2011" von Eddy Milfort | cc by 2.0