Musikmeldungen
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Montag, 17. Oktober 2016, 00:00 Uhr

5 neue Songs im egoProgramm

Wir finden, was gut ist

Jede Woche schmeißen wir viele, viele neue Songs ins egoProgramm. Fünf davon stellen wir euch an dieser Stelle vor - zum Anhören, Entdecken und Meinung bilden.

The Young Punx & Cagedbaby feat. Dtale – Loving You Baby


The Young Punx and Cagedbaby feat. Dtale  Loving You BabyZwei Jahre Pause haben so manchem Musiker gut getan und auch dieser Track ist wieder ein entzückendes Beispiel dafür. Hal Ritson und sein DJ-Kollektiv The Young Punx waren zwar mit Produktionen für Cassius oder Katy Perry nicht wirklich faul, haben aber erst jetzt mit der Nummer "Loving You Baby" wieder etwas eigenes, neues auf den Tanzboden gebracht. Dabei ist das Lied unerwartet smooth und erinnert mit seinen Motown- und House-Elementen an den Soundtrack einer hippen Bar im Londoner Stadtteil Soho. Die Stimme von Dtale, der auch schon an Stücken von Sigma mitgewirkt hat, bildet ein abgerundendes Element für einen entspannten Neustart.

FM Belfast – You're So Pretty

fmbelfast youresoprettySteeldrums, Rasseln und ein groovender Beat - so könnte auch ein Lied von Sergio Mendes anfangen, aber Pustekuchen: auch Isländer haben Temperament! FM Belfast zumindest, die lassen einen Salsa-Rhythmus zu einem Elektropop-Stück zusammenfließen lassen. Brilliant. "You're So Pretty" ist die erste Hörprobe aus dem neuen Album, was möglicherweise noch vor Weihnachten veröffentlicht wird. Und nicht nur der Rhythmus mit einem tiefen Bass, der sich im Laufe des Songs aufklärt, wird zum Erlebnis. Auch der Text lässt tief blicken:

You're so pretty I don't know if I should starve myself or change my personality - make it good
Wer nicht so viel Kohle hat, der kann sich außerdem darüber freuen, dass der Track auf der Bandcamp-Seite der Band ganz umsonst gehört, oder für einen Dollar gekauft werden kann.


Banks – This Is Not About Us

Banks  This Is Not About UsDie Herausforderung des zweiten Albums ist für die meisten Künstler eine unüberwindbare Hürde. Banks hat diese Hürde überwunden und mit The Altar am 30. September über Harvest Records ihre neue Platte rausgebracht. Soweit so gut, die Kalifornierin klingt, wie sie immer klang - soft und zerbrechlich, düster und lethargisch und einfach ziemlich gut. Tim Anderson und Al Shux waren auch auf The Altar wieder für die Produktion des Future R'n'B Sounds zuständig. Das ganze Album erinnert damit ein wenig an seinen Vorgänger Goddess. Gereift ist Banks aber vor allem beim Songwriting, reflektiert klingt es, wie sie zum Beispiel auf "I Fuck With Myself" singt. Und auch "This Is Not About Us" ist die erwachsene Version der Songs ihres Erstlingswerks.

Jagwar Ma - Loose Ends

jagwarma everynowandthenApropros zweites Album: Neulinge sind auch Jagwar Ma nicht und sie kommen auch noch aus Australien - dem musikalisch wohl famosesten Kontinent der letzten Jahre. Every Now And Then ist ein Album, auf dem wenig experimentiert wird. Es gibt gewohnten psychedelic Indie-Pop, der sich manchmal in Richtung Rock entwickelt, und zuweilen auch mit dezenten Soul-Ansätzen aufwartet. Wenig innovativ schreiben die einen, durchaus dazu in der Lage in die Fußstapfen von Tame Impala zu treten die anderen. "Loose Ends" geht auf jeden Fall tief in die Knochen und lässt mit seiner Wechselhaftigkeit und einer brillanten Bass-Line das Herz hochschlagen. Rausgekommen ist  Every Now and Then am 14. Oktober via Mom + Pop Music.

Sticky Fingers – No Divide

stickyfingers westwayAustralische Musik Part zwei mit der neuen Nummer "No Divine" von Sticky Fingers Album Westway (The Glitter and the Slums). Wobei man vielleicht auch südostasiatisches Flair auf der Platte vermuten könnte, da das Album in Thailand aufgenommen wurde. Aber von Sonne und tropischem Feeling ist weniger zu hören in "No Divine". Vielmehr haben die fünf Jungs auf diesem Album ihre tiefe Seite vertont und damit musikalisch sowohl Trennungen, Einsamkeit und Entziehungskuren verarbeitet. So ist von dem Reggae-Prog-Rock von einst auch eher wenig übrig geblieben in diesem Song. Gewachsen sind sie, an sich und in ihrer Musik. Soweit gewachsen, dass die aus Sydney stammende Band die Spitze der australischen Charts mit ihrem Album erklimmen konnte. Man wird in diesem Song durch reife Synthie-Beats, welche an New Wave Sounds mit tiefem Gitarrenspiel erinnern, mitgenommen auf eine sphärische Reise. Westway erschien am 30. September über Sureshaker.