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Dienstag, 25. April 2017, 00:00 Uhr

Radikal Jung 2017

Das Festival junger Regisseure

Bevor der dreckige, suffige Festivalsommer so richtig beginnt, wollen wir euch noch ein bisschen Kultur im Festivalgewand ans Herz legen: Vom 28. April bis 7. Mai findet zum 13. Mal das Radikal Jung Festival im Münchner Volkstheater statt.

Hier gilt die Ausrede "Och nö, Theater packt mich nicht so und das ist doch eh immer der gleiche klassische Schmarrn" absolut nicht: Radikal Jung bietet jungen Regisseurinnen und Regisseuren eine Plattform, um sich vom klassischen Theater zu lösen und völlig frei zu entfalten. Auf die Weise dient das Festival den Theatermachern als eine Art Sprungbrett, wie uns Frederik Mayet vom Münchner Volkstheater letztes Jahr zum Festival erklärte:



Somit hat das Festival auch eine große Bedeutung für die Theaterszene
 - nicht nur für die jungen Regisseure und Theaterschaffende, sondern auch für das Publikum, das einen prima Einblick darin bekommt, wie die Zukunft des Theaters aussehen könnte.



Für die Stückauswahl ist eine Jury bestehend aus drei Leuten - Schauspielerin Annette Paulmann, Dozent und Autor C. Bernd Sucher und der hauseigene Dramaturg und Festivalleiter Kilian Engels -monatelang in Deutschland, Österreich und Schweiz unterwegs gewesen, um sich mit Theaterexperten kurz zuschließen, Tipps einzuholen und allerlei Inszenierungen anzuschauen. Jene, die den aktuellen Zeitgeist bestens widerspiegeln und die die Jury wirklich innovativ fand, wurden schließlich zum Radikal Jung Festival eingeladen.

nathandieweiseNathan die Weise. Leonie Böhm.


Die Tatsache, dass sechs von neun geladenen Regisseuren weiblich sind, spiegelt sich nur bedingt als Thematik der Gesamtheit wider
- es ist schlichtweg darauf zurückzuführen, dass sich endlich auch viel mehr Frauen in das bislang recht männliche Theatergefilde begeben um Regie zu übernehmen.
Die Gender-Frage steht gerade im Fokus von Nathan die Weise, der Eröffnungsveranstaltung. Regisseurin Leonie Böhm schmeißt den Plot Lessings Ideendramas um und erzählt, wie es hätte ausgehen können, wenn nicht Nathan, sondern Recha die Entscheidungsmacht gehabt hätte.
Besonders intensiv und aufrührend ist gerade Samira Elogaz' Stück Cock, Cock... Who's There? - die Theatermacherin setzt sich darin mit Missbrauch und der Frage auseinander, ob es heutzutage tatsächlich noch der Fall ist, dass Frauen auf ihre Sexualität reduziert werden. Das Stück ist FSK18.

Die Gesellschaftsreflexion fokussiert sich nicht nur auf genderspezifische Fragen, sondern greift auch politisches Geschehen auf, zum Beispiel in Maya Arad Yasurs Stück Gott wartet an der Haltestelle, in dem es einerseits um den Konflikt zwischen Palästina und Israel und dessen Auswirkungen auf die dortige Jugend geht, andererseits um die generelle Frage, wie die Menschen heutzutage miteinander umgehen.

Für Radikal Jung lohnt es sich auf jeden Fall, den Festivalpass zu holen - dieser beinhaltet (für 140-190 Euro, je nach Kategorie; 74 Euro für Studenten) acht Stücke. Sollte eure Hemmschwelle, ins Theater zu gehen, relativ hoch sein, weswegen ihr euch lieber vorsichtig an die Sache rantasten wollt, könnt ihr euch für jedes Stück auch einzelne Tickets entweder im VVK oder an der Abendkasse besorgen.

Apropos: Besonders pflegeleicht für eher Theaterscheue ist das Stück Der 2. Mai 2017 von Jahn Philipp Stange - darin wird die Tagesschau tänzerisch performt.



derzweitemai2017
Der 2. Mai 2017. Jan Philipp Stange.


Bei Radikal Jung ist übrigens auch das Publikum gefragt:
Mit einem Ampelsystem kann jeder Zuschauer nach dem Ansehen das Stück bewerten - mit rot, gelb oder grün. Am letzten Abend des Festivals wird der am besten bewertete Regisseur verkündet und mit 2.500 Euro belohnt. Ihr könnt also selbst dabei helfen, die jungen Regisseure noch mehr zu fördern.

Solltet ihr nach dem Bewerten noch Drang verspüren, euch ernsthaft mit den Stücken auseinander zu setzen, solltet ihr den Vorgarten des Münchner Volkstheaters aufsuchen. Dort ist wieder mal ein gemütliches Zelt aufgebaut, in dem das Publikum mit Regisseuren, Darstellern, Kostümbildnern - einfach allen noch ausgiebig diskutieren kann.


Das Rahmenprogramm
Im Anschluss zur Eröffnung am 28. April wird wie jedes Jahr ordentlich gefeiert: Die Bavarian Mobile Disco versorgt euch bis in die späten Stunden mit Schmankerln aus dem Plattenkoffer - hoffentlich könnt ihr euch noch an die guten Zeiten im Atomic Café erinnern, wo die Bavarian Mobile Disco aka Tobi des Öfteren guten Musikgeschmack an den Tag gelegt hat, dann sparen wir uns nämlich allerlei schwärmende Zeilen.
Außerdem könnt ihr auch diesmal wieder beim Radikal Jung Festival in den Mai tanzen: Am Sonntag, den 30. April, wird eine noch geheime Geheimband ab 22 Uhr live im Münchner Volkstheater spielen. Wer's genau ist, dürfen wir noch nicht verraten, doch habet keine Sorge: Beim Live-Act handelt es sich definitiv um Künstler, die ihr auch aus dem egoProgramm kennt!


HIER findet ihr das komplette Programm des Festivals und weitere Infos.

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