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Ottinger_Absinth_Kunsthalle
Freitag, 19. August 2016, 08:00 Uhr

Kunsthalle: Inszeniert!

Wir nehmen euch mit

"Die ganze Welt ist Bühne", meinte schon Shakespeare; "Wir alle spielen Theater" posaunte Erving Goffman - was daran dran ist, zeigt euch die Kunsthalle mit ihrer nächsten Ausstellung.

Schein oder Sein - heutzutage wirkt doch alles so sehr inszeniert, dass die Frage danach schon fast banal klingt. Gerade zu Zeiten größter Abhängigkeit von Instagram, Facebook und Konsorten. Doch wie sieht das Ganze vor Kulissen aus, die ganz eindeutig aus dem Schein heraus existieren, wie dem Theater oder dem Kino? Und noch viel interessanter: Wie sieht es hinter jenen Kulissen aus?
Das zeigt euch vom 19. August – 6. November 2016 die Kunsthalle mit der neuen Ausstellung "Inszeniert!". 90 prägnante Werke aus der Sammlung Goetz setzen sich mit Illusionismus der Medien, der Bedeutung des Zuschauers und Geschlechterfragen auseinander.

Goldin tabboo
Bildquelle: Nan Goldin, Jimmy Paulette + Tabboo! im Badezimmer. NYC , 1991 | Courtesy Sammlung Goetz, München


Behandelt werden gesellschaftskritische Themen, die allerdings als Kulisse oder Installation verkleidet sein können. Durch die große Zeitspanne zwischen den Werken (1972-2013), erkennt man bestens die Gesellschaftsprobleme einzelner Abschnitte: Während sich einige der älteren Stücke mit Gender-Themen und der Diskussion um die Rolle der Frau in der Gesellschaft auseinandersetzen, wenden sich neuere eher urbanen Themen zu. Gezeigt wird beispielsweise ein Film, der vorführt, wie auf engstem Raum perfekte Illusionen hergestellt werden. Eine ganze Großstadtkulisse wird dabei aus Plastikflaschen erbaut und Kartoffeln transformieren sich zu Steinen. Das Ganze unterlegt mit Techno-ähnlicher Musik.



Bei "Inszeniert!" treten die Künstler in den Dialog mit den Besuchern und fordern, gänzlich in kreierte Illusionen einzutauchen. Zu betrachten gib es nämlich nicht nur Fotografien und Skulpturen, sondern auch raumübergreifende Installationen und Filme. Besonders eindrucksvoll sind dabei Installationen, welche die perfekte Illusion eines Opern- oder Kinoerlebnisses schaffen.
Der Besucher wird aktiv eingebunden, er muss mitmachen, um die Arbeiten selber zum Leben zu erwecken.

Elmgreen Dragset Last Performance
Bildquelle: © Elmgreen & Dragset, VG Bild-Kunst, Bonn 2016


Spannend und ganz dem Zeitgeist entsprechend, deswegen solltet ihr unbedingt mal vorbeischauen. Bietet sich sogar an, denn: Wir nehmen euch mit! Und das sogar schon einen Tag vor offiziellem Start der Ausstellung, nämlich zur Vernissage in der Kunsthalle München am 18. August ab 19:00 Uhr - dabei gehen auch die Getränke aufs Haus! Das Prozedere ist dabei wie immer: Einfach 24 Stunden egoFM hören und bei uns durchklingeln, sobald einer der Moderatoren dazu aufruft.

Wer aber der Meinung ist, Kunstausstellungen seien spießig und fad, sollte sich den 8. September fett im Kalender einkreisen. Dann tanzt das Harry Klein mit DJs und Visual-Artists in der Kunsthalle an und sorgt im Rahmen von "Re-Act!" für die Fusion von Club und Ausstellung. An den Tellern stehen der Berliner Dave Dinger (Bachstelzen) und der Münchner Moritz Butschek (Gomma), die Visualisierung übernimmt Vital Electronica und lässt sich von den ausgestellten Werken inspirieren. Ausstellungsinhalte brechen so aus dem sogenannten White Cube aus und werden im anderen Kontext - dem der Feier - noch mal projiziert.

Zusätzlich werden noch ein paar Special-Guides vor Ort sein, die sich aus Studenten der Kunstakademie, der Macromedia Hochschule und der Theaterwissenschaft München zusammensetzen und für jeden Plausch zur Verfügung stehen. Im Anschluss (ab 24 Uhr) verfrachtet sich die Feier ins Harry Klein, Eintritt zahlt ihr allerdings nur einmal!

HIER geht's zur Veranstaltung.

Ziel ist es bei "Re-Act!" nicht nur, Kunstverdrossene in die Ausstellung zu locken, sondern genauso andersrum
: die klassischen Kunstliebhaber auch wieder ins Nachtleben zu entführen. Dementsprechend irre gemischt ist die Menge. Berührungsängste gibt's dabei nicht, die Atmosphäre war bis jetzt jedes Mal entspannt und ungezwungen.
"Re-Act!" findet bereits zum fünften Mal statt, die Fusion aus Nachtleben und der Ausstellung passt diesmal jedoch besser denn je: Wegzugehen ist eine reine Inszenierung, es beginnt beim Make-Up und zieht sich durch das Verhalten der Menschen und die Interaktionen zwischen ihnen.


Interview
Wir haben mit Karsten Löckemann (dem Kurator der Ausstellung), Peter Fleming vom Harry Klein und Stefan Schukowski (Öffentlichkeitsarbeit Kunsthalle) gesprochen, die "Inszeniert!" und "Re-Act" noch einmal auf den Punkt bringen.




Bildquelle Titelbild: Ottinger, Ulrike, Absinth (Tabea Blumenschein), 1975, Courtesy Sammlung Goetz, München | © Ulrike Ottinger