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Freitag, 23. September 2016, 21:00 Uhr

Volkstheater im September/Oktober

Wir nehmen euch mit zur Premiere von "Unschuld"

Wie schuldig seid ihr, wenn es darum geht, ständig im Internet und vorm Fernseher rumzuhängen? Zeit, Sühne zu leisten und mal wieder ins Theater zu gehen! Wir nehmen euch mit zu "Unschuld" und sagen euch, was im Volkstheater die nächste Zeit sonst noch geht.

"Unschuld" von Lilja Rupprecht nach Dea Loher
Bühne: Anne Ehrlich | Kostüme: Annelies Vanlaere | Musik: Romain Frequency  | Video: Moritz Grewenig

Schuld, Unschuld, Sühne und Vergebung - dies betrachtet auf das große Ganze, den Sinn des Lebens. Was bedeuten diese Begriffe überhaupt und wie bestimmen sie unser Streben nach Glück oder unsere Selbsterfüllung? Beziehungsweise: Wie können wir überhaupt die Regie unseres Lebens in die eigene Hand nehmen, wenn Schicksal und Zufall eine Rolle spielen?
Diese Fragen bringt Lilja Rupprecht mit ihrer Inszenierung von Dea Lohers "Unschuld" zurück ins Bewusstsein der Menschen. Obwohl Dea Loher das Stück schon vor geraumer Zeit geschrieben hat, ist die Thematik heute ziemlich aktuell: Hier wird nicht nur die Flüchtlingsthematik aufgegriffen, sondern auch gestörte Familienkonstrukte, in denen keiner mehr wirklich seinen Platz kennt. Weder in der Familie, noch der Gesellschaft.

Das Stück besteht aus 19 Szenen, die jeweils für ein paar Minuten das Leben verschiedenster Menschen beleuchten. Die zunächst einzige Verbindung: Sie alle sind von in irgendeiner Weise von Leid und Schuld geprägt. Die Rahmenhandlung bilden zwei Flüchtlinge. Sie kommen in einem Land an, das nicht ihres ist. Bestrebt auf ein besseres Leben. Als die beiden am Strand stehen, sehen sie plötzlich eine Frau, die unbeirrt immer weiter in die Flut steigt. Und stirbt.
Diese Frau erkennen wir in einer anderen Szene wieder. Sie handelt von der Familie Zucker, die aus Mutter, Sohn Franz, der Totenbestatter ist, und seiner Frau Rosa besteht. Frau Zucker leidet unter Diabetes und entscheidet sich, zu Franz und Rosa zu ziehen. Letztere wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind von ihrem Mann, was der Mutter allerdings gar nicht passt. Es kann doch nicht sein, dass es ihr schlecht geht, sie Arme und Beine verliert und ihr als Kontrast dazu das strotzende Leben ins Gesicht, ein Baby, ins Gesicht lächelt.
In einer weiteren Szene lernen wir Frau Habersatt kennen. Diese führt ein Leben, in dem sie sich ständig als die Mutter von Amokläufern, Vergewaltigern und Mördern ausgibt und die Familien der Opfer besucht - um sich mit ihrem Leid zu verbinden und auf absurde Art und Weise Sühne zu leisten. Unabdinglich fleht sie um Verzeihung und sucht so nach der Erlösung ihrer wirklichen Schuld und dem Ursprung all ihren Leids, das einige Zeit zurück liegt.

So zermürbend die Schicksale der Figuren klingen, letztlich geht es darum, die Hoffnung nicht zu verlieren. Und um Relativität: Wie unterschiedlich empfinden verschiedene Menschen die selbe Situation? Denn so willkürlich die einzelnen Geschichten zunächst klingen, hängen sie eigentlich alle miteinander zusammen. Knotenpunkt bilden die Flüchtlinge, die viele der Schicksale zusammenführen. Als Ort wurde dementsprechend passend ein U-Bahnhof gewählt - auch hier kommen tagtäglich die unterschiedlichsten Menschen, mit unterschiedlichen Sünden und Lasten willkürlich zusammen und sich für einen kurzen Moment miteinander verbunden.

"Unschuld" feiert am 22. September Premiere, anschließend wird es am 23. September, 04., 09., 23. und 31. Oktober gezeigt.

Auch gut
Im Volkstheater stehen nicht nur Schauspieler jeden Tag auf der Bühne, auch Musiker und Autoren werden regelmäßig geladen. Besonders interessant finden wir...

Guðrið Hansdóttir | 10. Oktober

In ihrer Heimat ist sie schon lange kein Geheimtipp mehr, nun können wir uns von ihrem Talent selbst live im Volkstheater überzeugen: Von den Färöer-Inseln besucht uns die Folk-Fee - ihres Zeichens auch Sängerin und Songschreiberin - Guðrið Hansdóttir. Die Künstlerin hat bereits vier Alben veröffentlicht, auf denen sie mit glasklarer Stimme, zartem Gitarrenspiel und seichten Elektroklängen geradezu verzaubert!




Fritzi Haberlander & Jens Thomas | 22. Oktober

Die Hamburger Schauspielerin Fritzi Haberlander wird vom Jimi Hendrix des Flügels, Jens Thomas, musikalisch begleitet, während sie das Kunstseidene Mädchen von Irmgard Keuns liest. Gerade für Literaturliebhaber quasi eine Pflichtveranstaltung!

haberlandt jens

Matthias Brand & Jens Thomas | 30. Oktober
 
Matthias Brandt steigt mal wieder aus dem Bildschirm und entledigt sich vom Umhang des Hanns von Meuffels. Der Schauspieler hat nämlich noch ein Leben außerhalb vom Polizeiruf 110, in dem er unter anderem Bücher schreibt. Ende Oktober präsentiert und liest er Raumpatrouille, ebenfalls musikalisch begleitet von Jens Thomas, der zu dieser Gelegenheit auch gleich sein neues Album Memory Boy vorstellt. Die beiden Werke sind synchron zueinader entstanden und dementsprechend eng miteinander verbunden. So verschmelzen Lyrik und Klang auf der Bühne bestens miteinander!




Noch mehr Infos zum Programm im Volkstheater findet ihr ►HIER, auf der Homepage.