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ssshhhh
Mittwoch, 15. Februar 2017, 12:30 Uhr

Konzert = Klappe

Maria kotzt

Maria war auf dem SOHN Konzert in München und hat jetzt eine riesige Wut im Bauch: Viel zu laute Menschen, die viel zu viel quatschen. Pssssssssssssssscht!

Liebe Besucher des wunderbaren SOHN Konzerts in München,

nein - eigentlich:
Liebe Besucher aller möglichen Konzerte,

wisst ihr eigentlich, was "Respekt" bedeutet? Nun, ich glaube, eine klare Definition und Worterklärung wäre an dieser Stelle mal wichtig, denn allem Anschein nach, sind so einige Konzertgänger nicht ganz so vertraut mit "Respekt". Hier, bitteschön:
Respekt

Respekt ist also ein Synonym für Wertschätzung. Man zeigt mit seinem Verhalten, dass man die Arbeit, die Persönlichkeit, den Aufwand, den eine andere Person betreibt, mit Anerkennung wahrnimmt. Das mal vorne weg. Und jetzt, meine Lieben, kommen wir zu einem kleinen Ärgernis, das ich erleben musste.

Gestern Abend durfte ich im Technikum dem großartigen Musiker SOHN lauschen, stand glücklich in der ungefähr fünften Reihe und habe mich berieseln lassen. Jedenfalls so für drei Songs, denn dann waren ein paar Menschen neben mir überzeugt, sie wären jetzt schon lang genug leise gewesen und müssten sich nun dringend wieder über ihre jeweiligen Lebensprobleme unterhalten. Natürlich so, dass sie sich auch verstehen und lauter, als die Musik sind. Dieser störende SOHN aber auch! 
Fünf Besucher neben mir konnten also ihre Klappe nicht halten und immer, wenn man dachte, das Gespräch könnte nun zu einem Ende gefunden haben, ging das Geschnatter von vorne los. Mit lauten Lachern, noch lauterem "Waaas?!" und dämlichen Geschichten. 
Jetzt bin ich (leider?) ein Mensch, der erstmal versucht ruhig zu bleiben und abzuwarten. Der Konflikten aus dem Weg geht und vielleicht auch lieber andere machen lässt. Was dann nach einiger Zeit auch geschah: zwei andere Konzertgänger waren von der nervtötenden Gruppe so gestört, dass sie diese darauf ansprachen und (schon mit verärgerter Miene) baten, doch nun endlich leise zu sein. Und hier hätte allerspätestens das Wort "Respekt" greifen müssen. Die Störenden hätten sich für ihr respektloses Verhalten entschuldigen und still sein oder wenigstens weiter nach hinten gehen müssen, falls sie denn die Gespräche fortführen wollten (was ja eh hirnrissig ist - was geht man auf ein Konzert, wenn man Privates bequatschen will).
Aber, wie soll es auch anders sein, nichts dergleichen geschah. Stattdessen wurden sie unverschämt und hatten kein Verständnis, waren dann zwar für einige Zeit ruhiger, setzten aber schon bald das laute Gespräch fort. 

Und dann ist mir der Kragen geplatzt: "Könnt ihr denn jetzt bitte endlich leise sein?". Die Antwort? Ein Mittelfinger. Ja, wirklich. Ein Mittelfinger in mein Gesicht und vollkommen respektlose, verständnislose Damen und Herren. Und eine Maria, die wahnsinnig wütend war.

Denn: was soll das? Wo bleibt eben der Respekt? Der Respekt gegenüber dem Musiker, der hart für seine Werke arbeitet und für den die Konzertreise sicherlich nicht nur ein Zuckerschlecken ist? Der Respekt gegenüber den anderen Musikliebhabern, die Geld gezahlt haben, um einfach nur diesen einen Musiker zu hören und sonst nichts? Und einfach der alltägliche Respekt gegenüber anderer Menschen, die höflich nach etwas bitten?
Natürlich kann man sich bei einem Konzert austauschen, kann sich kurz unterhalten. Aber zum einen nicht in einer Lautstärke, die alles andere übertönt und zum anderen nicht die ganze Zeit. 

Tatsächlich sind sogar zwei Personen irgendwann gegangen, weil sie so gestört von der Gruppe waren. Und das ist das Problem. Man ist am Ende nämlich selbst der "Gearschte", weil man sich beschwert und sich stören lässt und dadurch unglaublich wütend wird. Und dann eben vielleicht sogar geht. Und die anderen machen einfach weiter.

Wie löst man das Ganze nun? Tja. Das ist die große Frage. Vielleicht können wir uns einfach darauf einigen, dass wir respektvoll zu Konzerten gehen. Dass wir da einfach noch bewusster hingehen und ein wenig darauf achten, wie wir uns dort verhalten. Sodass niemand wütend oder enttäuscht die Location verlassen muss. Sondern jeder so wundervolle Musik gänzlich genießen kann: