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Donnerstag, 28. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Unsere 20 Lieblingsalben 2017

Das Urteil ist gefallen

Ende des Jahres ist auch immer die Zeit der Bestenlisten. Klar, dass auch wir da mitmischen: Hier kommen unsere 20 Lieblingsalben des Jahres 2017.

20 | Mura Masa | Mura MasaMit 15 Jahren versuchte sich Alex Crossan aka Mura Masa das erste Mal an ein paar elektronischen Songs. Heute ist der 21-Jährige ein erfolgreicher Musikproduzent. Mit seinem Debütalbum Mura Masa hat Alex Crossan den Hype gefestigt, den er bereits im Vorfeld mit einigen EPs und Singles losgetreten hat. Alle lieben ihn und seine Musik, Fans ebenso wie Musikerkollegen. Und das zu recht, denn Mura Masas Debüt steckt voller einwandfrei produzierten Elektrosongs. Die Bandbreite reicht von melancholischen Liebeserklärungen bis hin zu tanzbaren Disco-Bangern.


19 | London Grammar | Truth Is A Beatiful ThingMelancholie ohne Ende: Das lang erwartete zweite Album der Dreampop-Band aus Nottingham. Zwischen ihrem Debütalbum If You Wait und dem Nachfolger Truth Is A Beautiful Thing vergingen vier lange Jahre. Hannah Reid thematisiert hier mit ihrer rauchigen Stimme die Verbindung zu sich selbst. Das Album ähnelt einer Tränen-Überfluss-Weltschmerz Playlist, die wunderbar schön ist.


18 | LCD Soundsystem | American Dream LCD Soundsystem kündigten 2011 an, ihr letztes Konzert zu spielen. Lange hat James Murphy diese Enthaltsamkeit aber nicht durchgehalten - zum Glück. Denn in diesem genialen Kopf steckt einfach noch viel zu viel gutes Material, dass in uns wohl immer große Freunde finden wird. American Dream ist dabei natürlich keine Ausnahme.


17 | Beck | Colors 2015 verließ Beck mit einem Grammy die Bühne und hinterließ eine enttäuschte Beyoncé, einen wütenden Kanye und einen amüsierten Prince. Wie klingt das Album nach dem Album des Jahres 2015? Vollkommen anders. Aus Morning Phase-Folk wird Club-Colors. In seinem 13. Album wechselt Beck in das nächste Pop-Genre. Uns gefällt's.


16 | Slowdive | Slowdive Wer nach 22 Jahren kompletter Funkstille so ein Shoegaze-Träumchen wie Slowdive herausbringt, hat sich eine hohe Platzierung in so ziemlich jeder Bestenliste redlichst verdient. Der perfekte Begleiter für jede dämmrige Bahnfahrt oder spät nächtliche nach Hause Tour.


15 | Curtis Harding | Face Your FearDer amerikanische Sänger vereint in seinen Songs seine Leidenschaft für Soul, R&B, Indie Rock und ein bisschen Garage Punk. Seit 2013 ist er Solo unterwegs und mit seinem Debütalbum Power Of Soul glückte ihm ein beachtlicher Beitrag zur Retro Soul Welle. Face your Fear heißt sein zweites Album und wurde durch einen Albtraum inspiriert. Es geht um Furcht, dem daraus resultierenden Hass und dass die Liebe am Ende immer der Ausweg ist. Power of Soul eben. Während die Stücke seines Debüts eher roh klangen, ist Hardings zweites Album mit all den Psychedelic-Untertönen, einer großen instrumentalischen Begleitung und feinen Details, ein in sich geschlossenes Werk geworden.


14 | The National | Sleep Well Beast Im neuen Studio wird das Chaos mehr und mehr in den bislang klar strukturierten Sound von The National verwoben. Anstatt die zerstörerische Energie Matt Berningers allein während der Liveshows freizusetzen, lassen die New Yorker in ihrem siebten Album diesen kreativen Einfluss auch ins Studio. Sleep Well Beast ist das Ergebnis einer gekonnten Eingliederung der zahlreichen kreativen Nebenprojekt der Band in das The National-Erfolgsrezept.


13 | Odesza | A Moment ApartAuf ihrem neuen Album beweisen die beiden Jungs aus Seattle, dass EDM eine Seele haben kann. Auf der musikalischen Ebene bieten ODESZA alles, was man von aktuellen EDM-Produzenten erwarten kann und das nahe an der Perfektion. Beinahe zu perfekt. Viele Fans befürchten, dass A Moment Apart das letzte Album der Band sein wird, in dem sie noch nicht vollständig in den gleichermaßen berechnenden, wie berechenbaren Stadionsound eintauchen. Also genießt es!


12 | Kendrick Lamar | DAMN. DAMN. Wie gut war dieses Album denn bitte? Alles was K. Dot anrührt wird zu Gold. Brillierte er 2015 noch mit seinem ambitionierten Konzept Meisterwerk To Pimp A Butterfly, ist er dieses mal mit einer runderen Sache zurück ohne dabei auch nur eine Sekunde zu langweilen oder vorhersehbar zu sein. Und habt ihr erst mal das Video zu "HUMBLE" gesehen? Holy Moly! Kendrick ist im Moment der alleinige Rap König - tut uns Leid Kanye und auch Sorry an Jay-Z.


11 | Father John Misty | Pure Comedy Warum sollte man eine Band verlassen, die super erfolgreich ist bei Fans und Kritikern? Das fragten sich sicherlich viele Menschen als Josh Tillman seine Ex-Band Fleet Foxes verließ. Zwei Alben später hat sich diese Fragen sowas von erledigt. Dieser Mann hat nicht nur musikalisches Know-How und eine treffsichere Stimme sondern auch noch ordentlich was zu erzählen. Er schlägt die Brücke zwischen begnadeter Songwriter und Standup Comedian. Auch auf Werk Nummer Zwei.


10 | Sampha | ProcessDass Sampha enorm talentiert und mit einem goldenen Kehlchen ausgestattet ist wurde in den letzten Jahren immer offensichtlicher. Erfolgreiche Zusammenarbeiten als Produzent und Sänger mit SBTRKT, Drake oder auch Frank Ocean deuteten schon früh darauf hin, dass Sampha zu Größerem fähig ist. Mit Process gelang es ihm nun seine PS als Solo Künstler auf die Straße zu bringen. Besonders die nahezu schon meditative Single "(No One Knows Me) Like The Piano" hat es uns angetan.



9 | Lorde | Melodrama Emotionsreiches Songwriting, das die restliche Popwelt phänomenal überstrahlt. Nach ihrem noch leicht sediert klingenden Debut Pure Heroine wird hier auch mit größeren, bombastischen Sound Strukturen gewerkelt, die allerdings zu keinem Zeitpunkt fehl am Platz wirken. Melodrama ist ein Album, das in Erinnerung bleiben wird und auch auf lange Sicht einen Platz als Vorzeige Popklassiker der 10er Jahre sicher hat.




8 | alt-J | Relaxer Mit RELAXER erschien am 2. Juni das lang ersehnte dritte Studioalbum des englischen Trios alt-J. Formen, die sich bilden, um sofort wieder zu zerfallen – das muss man mögen. Aber wer nach alternativer und trotzdem zusammengezurrter Musik sucht, der findet auch weiterhin noch vieles zwischen alt-J und Mainstream. Denn mit RELAXER hören unsere Knie auf zu zittern: Nein, sie produzieren immer noch nichts Gefälliges.



7 | The XX | I See You The xx gehören zu den Künstlern deren Musik direkt irgendwo zwischen rechter Herzklappe und Zwerchfell entsteht. Im Januar veröffentliche das Londoner Trio ihr langersehntes, drittes Album. I see You ist federleicht, minimalistisch und voller wummernder Synths. Nur eine Sache gibt es an der neuen xx-Platte auszusetzen: Hin und wieder erinnern die Songs mehr an das Debüt In Colour des Produzenten der Band, Jamie Smith aka Jamie xx, und weniger an die alten The xx. Trotzdem ist und bleibt I See You ein absolutes egoFM Lieblingsalbum.



6 | Kettcar | Ich Vs Wir „Von den verbitterten Idioten nicht verbittern lassen". Das ist die Kernaussage der neuen Kettcar LP. Nach den enttäuschenden Comebacks anderer Hamburger Altmeister, hielt sich die Erwartungshaltung vor Ich vs. Wir in Grenzen. Mit ihrer ersten Single "Sommer '89 (Er schnitt Löcher in den Zaun)" bewiesen die fünf Hamburger, dass sie trotz ihres gleichgebliebenen bequemlichen Sounds immer noch für Gänsehaut sorgen können. Ähnlich zieht es sich durch das ganze Album. Zwar erzählt Marcus Wiebusch nicht mehr so viele Geschichten, legt aber immer noch gezielt und mit Nachdruck seinen Finger in die Wunden unserer Gesellschaft. Also raus aus der Komfortzone, denn „wenn du das Radio ausmachst, wird die Scheißmusik auch nicht besser".




5 | Bonobo | Migration Mit seinem neuen Album Migration macht sich Bonobo aka Simon Green auf eine gedankliche Weltreise. Die Idee dazu hatte er, klar, auf Tour. Migration ist das Ergebnis aus viel Unterwegs sein, Fern- und Heimweh, gepaart mit ein bisschen Wüstensand und Meeresbrise. Und das Beste daran ist: das Album überschreitet nicht nur geographische, sondern auch künstlerisch Grenzen. Für die Sounds nahm Bonobo beispielsweise das Geräusch eines Aufzuges in Hong Kong auf, den Regen in Seattle oder einen Wäschetrockner in Atlanta. Und am Ende verwebt sich alles zu einem grenzenlosen Ganzen.




4 | Faber | Sei ein Faber im WindFaber ist ein Songschreiber, wie man ihn sich vorstellt. Im Bademantel, Zigarette im Mundwinkel und eher von der gemütlichen Sorte. Zumindest gibt er sich so. Sein Debütalbum Sei Ein Faber Im Wind hat es dagegen faustdick hinter den Ohren. Die Songs reichen von Blues über Tango bis zu Swing. Mit dabei sind Instrumente wie Posaune, Mandoline oder Cello, alles eingespielt von professionellen Musikern. Fabers Texte sind lausbübisch, politisch und hin und wieder auch ein bisschen weise. "Wer Nicht Schwimmen Kann, Der Taucht" heißt einer der Songs auf dem Album – mehr als diesen simplen Satz braucht Faber nicht, um die Haltung Europas gegenüber den Flüchtlingen auf den Punkt zu bringen.




3 | Portugal. The Man | Woodstock Die Welt ist böse, schrecklich und erbarmungslos hässlich. Der einzige Ausweg aus diesem Schlamassel ist Musik. Dieser Meinung ist zumindest Portugal. The Man. Drei Jahre hat sich die US-amerikanische Indie-Rock-Band für ihre Rebellion Zeit gelassen. Jetzt ist das neue Album da und es ist gewaltig. Woodstock ist laut und politisch und hat eine ganz klare Botschaft: Hör auf, den Scheiß einfach zu ertragen. Steh auf und mach was dagegen.




2 | Loyle Carner | Yesterday's GoneEigentlich heißt der britische HipHoper Benjamin Coyle-Larner. Dank seiner Rechtschreibschwäche, seines britischen Humors und eines kleinen Buchstabenverdrehers wurde Coyle-Larner zu Loyle Carner und damit zu einem der spannendsten Rapper auf dem egoFM Radar. Im Januar erschien sein neues Album Yesterday's Gone. Darauf rappt Loyle Carner über alles, was ihn privat beschäftigt: Seine komplizierte Kindheit, fremd gewordene Freunde und der frühe Tod seines geliebten Stiefvaters.




1 | The War On Drugs | A Deeper UnderstandingWie gestaltet man am besten ein Nachfolger Album nachdem man 2014 quasi aus dem Nichts den Liebling aller Rezensenten erschuf? Mit den gleichen Zutaten: obsessive Studioarbeit, vielschichtige Songs in Überlänge und die Lizenz Hörer in eine Paralellwelt abzutauchen zu lassen. Adam Granduciel sorgte für die besten 66 Minuten akustische Unterhaltung im Jahre 2017 und das komplett in Eigenregie. Selten machte es so sehr Sinn und Freude seinen verträumten und ebenfalls sehr langen Gitarrensoli zu zuhören, wie in A Deeper Understanding.