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Dienstag, 23. Januar 2018, 16:30 Uhr

Hip Hop verboten

China verbietet Hip Hop Kultur im TV

Chinas Politik möchte nur noch Schauspieler ohne Tattoos im Fernsehen haben. Ebenfalls verboten: quasi jeglicher Bezug zur Hip Hop Kultur.

China verbietet gerne und viel.
Das Land der Mitte hat nicht nur was gegen Facebook, Twitter und Whatsapp sondern auch gegen Hip Hop. Keine Angst, das wird jetzt nicht komplett verboten und nein, ihr müsst jetzt keine große Hilfskampagne für unsere fernen Freunde starten. Obwohl, es hätte ja schon was: per Flugzeug abgeworfene Goldketten, Turntables, AirJordans und Lean Cups – Luftbrücke 2.0 quasi.

Was aber nun wirklich eingedämmt werden soll, sind der chinesischen Ideologie nach unvorteilhafte Schauspieler in TV Produktionen - so jedenfalls will das die Staatliche Presse-, Publikations-, Radio-, Film- und Fernsehbehörde der Volksrepublik China (SAPPRFT).
Wie die chinesische Nachrichtenagentur Sina berichtet, sollen vier neue Regeln das Fernsehen außerdem vor bösem Einfluss beschützen: Unter anderem wird vorgeschrieben nur noch parteitreue, keiner Subkultur angehörende, geschmackvolle, nicht vulgäre, skandalfreie und moralisch wertvolle Schauspieler auftreten zu lassen. Hip Hop scheint wohl einiger dieser Punkte nicht zu erfüllen.

Den neuen Verboten vorausgegangen waren der bisher nicht genauer erläuterte Ausschluss des in China beliebten Rappers GAI von der Wettbewerbsshow Singer. Wang Hao, bekannt als PG One und ebenfalls sehr populär, wurde gezwungen sich für seinen Song „Christmas Eve" zu entschuldigen. Laut Vorwurf verherrlicht der Song Drogen und die Beleidigung von Frauen.
Wohl am absurdesten: Einem Teilnehmer der Show Super Brian, welche nicht mal was mit Hip Hop zu tun hat, wurde seine „Hip Hop" Kette in der Postproduktion zensiert.

Was sich anhört, wie eine Postillon Meldung ist nun wirklich wahr. So wahnwitzig sich das Ganze auch anhören mag, so ungewöhnlich ist es für das überaus restriktive China aber gar nicht mal. In der chinesischen Mentalität genießt der sogenannte Kollektivismus eine große Rolle. In der kollektivistischen Denkweise wird das Gemeinwohl priorisiert und individuelle Bedürfnisse werden eher hinten angestellt. Nun haftet dem Hip Hop aber mal ein widerständiges, polarisierendes Image an, welches China scheinbar schon frühzeitig im Keim ersticken möchte, auch wenn das ziemlich kindisch anmuten mag und den Unmut einiger Fans auf sich zieht.

Bildquelle: Unsplash | Gabriel Barletta | cc by 2.0