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Paradies
Dienstag, 13. Mai 2014, 00:00 Uhr

10 Gründe warum Urlaub im Paradies scheiße ist

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Der Frust ist groß wenn die Kollegen mit den anstehenden Urlauben prahlen. Weiße Strände, türkises Wasser und riesige Palmen. Aber ihr müsst nicht neidisch sein - im Gegenteil.

Obwohl wir weder einen persönlichen Draht zur NSA noch zu Google oder Skyscanner haben, wissen wir was derzeit am frühen Vorabend auf deutschen Computern geschieht. Die Urlaubsanträge für dieses Jahr sind weitgehend durch und es geht in die heiße Phase der Urlaubsplanung. Weil das Budget aber nicht bei allen für weißen Sandstrand, türkisblaues Meer und tropische Cocktails mit bunten Schirmchen reicht, gibt’s jetzt für uns und alle anderen daheimgebliebenen 10 Gründe, warum Urlaub im Paradies total nervt und überhaupt nicht so geil ist, wie alle behaupten.


#01     Salzwasser brennt in den Augen
Du weißt es und wir wissen es auch – es ist nicht alles Gold was glänzt. Spätestens wenn du dich das erste Mal in die türkisblauen Wellen stürzt, wirst du dich daran erinnern. Salzwasser brennt in den Augen (und auch auf dem Sonnenbrand) wie Feuer. Zumindest dieses kleine bisschen Schadenfreude musst du den Daheimgebliebenen zugestehen.


#02     Der Bräunungsgrad ist ein einziger Wettstreit
Unzählige Ratgebersendungen und Artikel in der Apothekenumschau warnen uns jedes Jahr vor den verheerenden Folgen, die zu viel Sonne für unsere Haut hat. Sogar die Schönheitsindustrie versucht uns durch Schock-Kampangen davor zu bewahren, wie eine gefälschte Lederhandtasche auszusehen. Sitzt man dann jedoch im einzigen schattigen Plätzchen des Strands und schaut an seinem käseweißen Beinen runter, sind all die Warnungen vergessen - der persönliche Ehrgeiz angefacht – vom darauf folgenden Sonnenbrand ganz zu schweigen.

 
#03     Man muss die ganze Zeit auf die Körperhaltung achten
Obwohl der Magen ständig voll ist, weil er mit den leckersten Köstlichkeiten gefüttert wird, muss man ständig versuchen, sich vorteilhaft zu positionieren. Irgendjemand macht immer ein Foto und dann sieht man für alle Ewigkeit aus wie ein gestrandeter Wal anstatt wie eine Meerjungfrau. Die einzige Möglichkeit, die da bleibt, ist alle Kameras im Umfeld zu verbieten. Wer jedoch ohne Beweis zurück nach Hause kommt, hätte auch gleich zu Hause bleiben können - alle werden lachen und niemand wird glauben, wie schön es war.


#04     Man findet Sachen toll, die man unter normalen Umständen scheiße findet
Das gilt neben den furchtbaren Klamotten, die man sich im Urlaub kauft, vor allem für die Musik. In den meisten Fällen ist es im Urlaub nämlich so, dass das W-LAN – falls überhaupt vorhanden – viel zu schwach ist, um egoFM zu streamen. Das führt dann dazu, dass man jedes bekannte Lied feiert und sei es noch so totgehört. Die ganz Harten unter euch klopfen sogar nach dem dritten Bahama Mama den Takt von "Nossa" mit. Bezüglich musikalischer Unterhaltung scheint es nämlich auf Inseln mit Traumstrand nur zwei weitere Kategorien zu geben. Zum Einen sind das Titel, deren Interpreten Clubs am Ballermann oder Stadien in Las Vegas füllen – zum anderen sind das Auswanderer mit Gitarre, die jeden Abend Hits von ABBA bis Wonderwall herunterleiern – in der gleichen Reihenfolgen und extrem starken Akzent.


#05     Gespräche darüber, wie sehr Reisen den Horizont erweitert
Wenn man eine gewisse Zeit an einem dieser besagten Strände sitzt – und sei man noch so verliebt – dann kommt man zwangsläufig irgendwann mit den paar anderen Menschen die dort noch rumhängen, ins Gespräch. Die kommen meist aus der ganzen Welt und nachdem sich jeder vorgestellt hat und die üblichen Höflichkeitsfloskeln ausgetauscht wurden, kommt aufgrund mangelnder Gemeinsamkeiten irgendwann der Punkt, an dem ein betretenes Schweigen einsetzt. Für diesen Ernstfall gibt es das universelle Thema: Reisen erweitert den Horizont.


#06     Die Urlaubsabwesenheitsplanung
Drei Wochen Strand mögen vor euch liegen - aber habt ihr mal drüber nachgedacht, wer sich um eure Sachen zuhause kümmert? Wer füttert die Katze? Wer gießt eure Blumen? Wer checkt einmal pro Woche euren Briefkasten? Ha, ihr werdet einen Riesenstress haben, das alles zu organisieren. Da überlegt man sich zweimal, ob man nicht doch lieber nach Wanne-Eickel fährt, oder?


#07     Jeder ist Freiwild
Sonne, Strand und Alkohol - jede Unterhaltung mit dem anderen Geschlecht im paarungsfähigen Alter, die länger andauert als 5 Minuten, hat von mindestens einer der Parteien das Ziel, sich gemeinsam in die Horizontale zu begeben. Jeder mag es wenn das Ego gekrault wird. Und spätestens dann, wenn man wieder in heimatlichen Gefilden ist, stellt man sich beim Durchblättern der Urlaubsfotos die Frage, was man eigentlich an DEM/DER gefunden hat.


#08     Was ihr alles verpasst
Das gilt nämlich nicht nur für die Zeit, in der ihr euch am Strand räkelt, sondern auch für die Zeit davor und danach. Denn die Wochenende davor werdet ihr in Tropen-Instituten (Schutzimpfungen) und in überfüllten Bikini-Abteilungen verbringen. Die Wochenenden danach gehen für die spießigen Urlaubs-Foto-Abende mit den engsten Freunden drauf. Ha. Das habt ihr nun von eurem Paradies-Urlaub.


#09     Man muss wieder nach Hause
Jeder Urlaub, egal wie schön er ist, hat ein Ende. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.


#10 Das Lügen danach
Ja, es war schön. Das reicht euch nicht für eure Erzählungen? Wir haben’s kapiert, es war nicht schön, es war traumhaft schön, fantastisch, unvergesslich, überwältigend und überhaupt. Wenn man wieder zu Hause ist und jemand fragt, wie es war, solltet ihr euch besser mit den Superlativen zurück halten. Das gilt besonders für Arbeitskollegen und ganz besonders für denjenigen der eure Urlaubsvertretung gemacht hat. Das Argument, dass es wundervoll war und sich das schlechte Gewissen, all seine Arbeit abgewälzt zu haben gelohnt hat, wird nicht gelten.


Bildquelle: Flickr // Insel Paradies