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Dienstag, 04. Juli 2017, 00:00 Uhr

egoBlog: Unsere merkwürdigsten Nebenjobs

Inspiration gefällig?

"Hätten Sie was ordentliches gelernt, dann brauchen Sie keine drei Mini-Jobs." Das twitterte CDU-Generalseketär Peter Tauber wild ins Netz. Aha. Wir nehmen diesen Blödsinn zum Anlass einmal selbst auf unsere eigenen skurrilen Minijobs zurückzublicken.

Dieser Tweet von Peter Tauber hat einen Shitstorm ausgelöst. Zu Recht.. das war einfach zu despektierlich. Inzwischen hat er sich zwar entschuldigt, die Diskussion hat uns aber an unsere eigenen (vergangenen) Nebenjobs erinnert. Die waren zwar teilweise durchaus skurril sind, es bereut sie aber niemand von uns.

Elise (Moderation)Ich hab mal einen Sommer lang im Krankenhaus geputzt. Jeden Morgen um 6 musste ich den Feudel schwingen. Meist allein in der großen Mensahalle, im Stockdunkeln. Es war gruselig. Und danach durfte ich einen ganzen Flur inklusive der Zimmer reinigen. Ich hatte ständig Angst beim Müllausleeren in eine Spritze zu greifen und die Toiletten zu reinigen war auch echt nicht witzig. Aber es gab gutes Geld und die Patienten waren sehr nett. Kein Wunder, ich glaub ich sah echt sexy aus in weißem Kittel und Birkenstock.


Lola (Moderation)Ok, ich gestehe, ich war jung und brauchte das Geld. Und ja, es hat mit Sex zu tun. Aber alles halb so wild. Ich habe mir mal etwas Geld dazu verdient, indem ich Telefonsexwerbung gesprochen habe. Nein – ich war nie zu sehen, aber vielleicht hab ihr ja mal vor ein paar Jahren nachts den ein oder anderen anzüglichen Werbespot von mir gehört. Leider habe ich davon nich mal mehr ein Soundfile. Schade eigentlich…


Sandra (Moderation)Mein Nebenjob? Hier kommt meine Liste an Nebenjobs: Ich habe mal Festnetztelefone in einem Elektronikladen verkauft, für eine Promoaktion Eis an Kinder verteilt, als Hostess Paul Breitner Bälle zugeworfen, auf den skurrilsten Veranstaltungen aufgelegt, für einen berühmten Fußballverein die Trikots gebügelt…Mehr fällt mir gerade nicht mehr ein, aber es war noch mehr.


Anna (Redaktion)Ha, ich hatte glaube ich den besten Nebenjob. Nein, das ist eine Lüge. Im Prinzip war es stinklangweilig. Ich wurde nämlich dafür bezahlt bei TV-Shows im Publikum zu sitzen, zu lächeln und zu jubeln. Das hat dann immer so circa acht Stunden gedauert, man durfte nicht aufs Klo und die Shows waren nicht mal gut.


Julian (Redaktion)Ich habe mal einem alten Grafen Smartphonenachhilfe gegeben. Einmal in der Woche haben wir uns getroffen, damit ich ihm Kalender, Kontakte und SMS zeigen konnte. Die Dienste wurden dann immer mehr ausgeweitet: Laptopnachhilfe, Derjenige-der-Dinge-ausdrucken-kann und vor allem Gesprächspartner. Am Ende haben wir uns eigentlich nur fünf Minuten mit Technik beschäftigt (ich habe die neuesten Aktienbescheide ausgedruckt und seine Mails abgearbeitet) und 55 Minuten haben wir uns unterhalten. Ich glaube, er und später auch seine Frau, haben sich einfach über jungen Besuch gefreut. Schon bisschen süß, aber auch skurril.


Anna (Moderation)
Nicht kurios, sondern eher peinlich war's, als ich mit 18 im Callcenter gearbeitet habe und dort Oberärzten aus verschiedenen Kliniken ein Mittel gegen den plötzlichen Tod während einer Narkose verkaufen musste. Es war Pflicht am Anfang des Telefonats zu sagen : "Hallo Dr. xy, kenne Sie schon das Mittel ...?" Einige Ärzte haben mich angeschrien, was ich eigentlich denke, schließlich sind sie Oberärzte und natüüüürlich kennen sie dieses Mittel. Manche haben mich beleidigt. Manche einfach nur aufgelegt. Und das war auch gut so.


Lena (Volontärin Musikredaktion)Ich habe mal drei Monate im Surfcamp gekocht. Dabei habe ich mit einem super alten Gasherd mit vier Platten fünf Tage die Woche für 20-25 Personen drei Gänge in den Varianten vegetarisch, glutenfrei und mit Fleisch gekocht. Und der Knüller war am Sonntag dem sechsten Tag der Arbeitswoche dann immer auf genau diesem Herd für 90 Personen (alle Teilnehmer eben auch) Nudeln mit Käsesoße und Tomatensoße zu kochen.
Am anstrengendsten war aber der Einkauf zweimal die Woche. Für den ich etwa drei Stunden im Supermarkt Nummer eins und zwei Stunden in Supermarkt Nummer zwei verbracht habe. Im ersten habe ich dann meist so sieben Einkaufswagen voll gehabt, die ich dann nacheinander geschoben habe und aufs Band gelegt habe. Und das alles ins Auto zu bekommen - haha - es hat ewig gedauert alleine.

Bildquelle: flickr | Phil Campbell | cc by 2.0