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Montag, 22. Juni 2015, 17:00 Uhr

Der egoFM Festival-Dosenfuttertest

Darauf erst mal 'nen Schnaps oder zehn

Festivals sind Orte der Haute Musique - definitiv. Geschmacksnerven sind dabei eher drittrangig, meist gibt's also nur Dosenravioli. Wir wollten neuen Dosenfraß ausprobieren und haben dabei in die Abgründe menschlichen Geschmacks geschaut.

Wir haben euch schon mal vom besten Essen auf Festivals vorgeschwärmt - dem besten Essen, das man sich kaufen kann. Allerdings sind wir nicht Kroesus und können uns demnach nicht ausschließlich an der Haute Cuisine der Festivals laben. Deswegen decken wir uns jedesmal vorher mit Dosenravioli en masse ein. Aber das kann doch nicht alles sein, dachten wir uns, haben ein spezielles Anti-Gourmet-Team zusammengestellt und uns durch die Unterwelt des Dosenfutters probiert. Mit dabei waren Saure Lunge, Westerntopf, Erbsensuppe, Kohlrouladen, ungarische Gulaschsuppe und Kartoffeleintopf. Bah. Danach haben wir erst mal 'n Faxe gebraucht. Oder wahlweise den klassischen Tetra-Pak-Rotwein.

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Maria (Moderation)
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Fazit Ich hasse Ravioli. Ich weiß nicht warum, aber Ravioli haben mir noch nie geschmeckt. An sich ja nicht schlimm, aber dumm für jemanden, der gerne auf Festivals geht, immerhin ist es DIE Festivalmahlzeit. Dachte ich. Denn nach diesem Test weiß ich: Es gibt so viel besseres, leckererereres und vor allem weniger lätschiges (ganz ehrlich, nichts anderes sind Ravioli) Dosenfutter auf diesem Planeten. Ich packe in meinen Festivalkoffer: Den Westerntopf. Sehr lecker.


Lola (Moderation)
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Fazit Zu allererst mal: ich glaube, es war nicht unsere glorreichste Idee, die Gerichte kalt zu essen. Und mein Magen hat nach dem Test auch ein wenig Disco gefeiert. Allerdings haben mich zwei Dosen sogar im kalten Zustand überzeugt oder zumindest nicht komplett verstört. Die Gulaschsuppe war überraschenderweise ziemlich gut, war auch mein Favorit, und auch Erbsensuppe geht immer irgendwie klar (nochn paar Backerbsen rein, und die Welt ist in Ordnung).

Kommen wir zu den Versagern. Den Dosen, die uns die Tränen in die Augen getrieben haben und an die ich eigentlich nur ungern zurückdenke. Da hätten wir zum einem die saure Lunge. Hätte uns eigentlich klar sein sollen, dass die Dose durchfällt. Klingt ja schon ziemlich eklig. Ziemliche Pampe, die sich da in der Dose versteckt, und die gräuliche Farbe des Doseninhalts ist auch nicht sonderlich appetitlich. Erinnert eher an Matschpampe aus dem Sandkasten. Doch der wirklich Horror war die Kohlroulade. Auf der Dose steht groß „von Hand gewickelt“. Aber das macht dieses Desaster auch nicht mehr gut. Auf der Kohlrouladen Pampe schwimmen Fettaugen, bei denen man im ersten Moment nicht so genau weiß, ob es nicht vielleicht doch Schimmel ist. Der Geruch erinnert an Kotze. Das findet ihr eklig? Ihr musstet den Spaß ja nicht essen, also braucht ihr euch nicht beschweren.

Diese Kohlroulade würde ich nichtmal meinem ärgsten Feind vorsetzten. Falls ihr jemanden echt mal quälen und foltern wollt – dafür ist diese Dose genau richtig.

 
Max (Moderation)
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Fazit Ich bin nicht picky, von schmierigen Pommes über labbriges Weißbrot esse ich wirklich alles, und meistens schmeckts mir auch! Aber das schlimmste was mir 2015 in den Magen kam waren die Krautwickel aus der Dose! Eigentlich hat bereits der Unheilverkündende Geruch signalisiert: „iss mich nicht“. Ich hab's trotzdem getan – und daraufhin fast einen Sprühstrahl gekotzt... nicht mal der „auserlesene“ Tetrapackwein konnte den penetranten Horrorgeschmack übertünchen. Aber es gab auch unerwartete Qualitäten beim Festival-Gourmet-Test: DIE Überraschung aus der Dose war für mich ganz klar die ungarische Gulaschsuppe! Selbst im kalten Aggregatszustand konnte die deftige Ungarin mit Würze und Qualität überzeugen. 

Serviervorschlag: am besten direkt aus der Kanone essen – reichen Sie hierzu ein Stück Weissbrot


Julian (Musik)
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Fazit Gulaschsuppe, mein Held. Geschmacklich wie ästhetisch mit Abstand Sieger und verdienter Erster Platz.

Von einem Kauf der Kohlrouladen muss ich jedoch jedem abraten. Schon beim Öffnen verströmten sie ihr grässliches Odem, der sich auch Stunden später noch in der Redaktion hielt. Geschmacklich, wie optisch an den frischen Dung einer sehr kranken Kuh erinnernd, kann man bei diesem Gericht nicht einmal von einer erkennbaren Konsistenz sprechen. Es wird dauern bis ich dieses Geschmackserlebnis vergessen kann.


Anna (Redaktion)
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Fazit Keine Ahung, warum hier alle gegen die Kohlrouladen haten. Ja. Die Konstistenz des Kohls ist etwas merkwürdig und ich mag es gerne bezweifeln, dass das, was da in diesem Topf ist, jemals gelebt hat. Dennoch finde ich, dass die Leute hier viel zu pingelig sind. Die Kohlrouladen fand ich viel besser, als dieses Kartoffelsuppenartige Etwas, in dem noch Wiener rumschwimmen, die irgendwie vergessen haben how to Wiener. Total fad schmecken die! Und auch sonst hat jedes Gericht irgendwie gleich geschmeckt. Vom Westertopf über Linsen- zu Gulaschsuppe. Naja nichtsdestotrotz: Kaufen würde ich mir die Kohlrouladen wahrscheinlich nicht. Ich bleibe bei den Ravioli, die sowohl kalt, als auch warm prima schmecken.

Huppertz (Verkauf)
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Doch weil Bilder natürlich viel, viel mehr sagen, als es eine Milliarde Attribute wie "kotz", "würg" und "Brechreiz" beschreiben könnten, gibt's hier nochmal eine wundervolle Bildergalerie. Ihr seht: Gesichter des Grauens.