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Donnerstag, 24. September 2015, 16:00 Uhr

Die Musik eines Arschlochs lieben

Gewissensdilemma Level 3000

Es ist ein Video von John Lennon aufgetaucht, in dem er sich über Menschen mit Behinderung lustig macht. Und alle jetzt so: "Oh man, was für ein Arsch". Damit wird mal wieder die ewige Diskussion aufgewärmt: Darf man Musik von moralisch fragwürdigen Künstlern eigentlich öffentlich feiern?

Natürlich, niemand kann einem verbieten, dies oder jenes nicht zu hören. Etwas tricky ist es allerdings schon. Gerade erst am Montag kam die Diskussion auf, als sich Yung Hurn und die Berg Money Gang gegenüber einer Noisey Austria Redakteurin unter aller Sau frauenfeindlich geäußert haben - die Rede war unter anderem von Gangrapes, um nur eine Widerlichkeit des Streits als Beispiel zu nennen. Ein Freund der Redaktion hat uns darauf aufmerksam gemacht und gleich brach die Diskussion aus. Er mag die Musik von Yung Hurn, hat ihn sogar regelmäßig aufgelegt. Doch diese Kommentare - die immer heftiger und widerwärtiger wurden - haben ihn dann doch zum Nachdenken gebracht: Was soll ich jetzt tun. Einfach auf Facebook entliken, nicht mehr auflegen und gut ist? Dilemma. Denn egal, wie offen prollig sich solche Menschen auch präsentieren - bereits im Vorfeld - Kommentare wie die von der Berg Moneys Gang und Yung Hurn gehen einfach nicht klar. Das ist dann auch nicht mehr "witzig" oder "Spaß".

Mit entliken und nicht mehr auflegen sind schon zwei gute Schritte gemacht. Allerdings müsste es noch weiter gehen. Man dürfte in Zukunft theoretisch keinen einzigen Cent mehr dafür ausgeben und sie auch keinem einzigen Freund empfehlen. Und damit ist es dann eigentlich auch schon für den Arsch. Denn was hat Musik schon für einen Sinn, wenn sie einen in ein heimliches Gewissensdilemma drängt.

Ähnlich ist es nun auch mit dem Video das von John Lennon aufgetaucht ist. Dort macht er sich während eines Auftrittes lustig über Menschen mit Behinderung.


Nun ist es allerdings schon bekannt, dass John Lennon bei weitem kein Heiliger war. Frau und Kinder soll er geschlagen haben und überhaupt auch gar nicht so auf diesem Friedenstrip, den man ihm zuspricht. Dennoch wird er von den größten Hippies und überhaupt jedem als der Wahnsinnsmessias gefeiert und sein Song "Imagine" gilt als die Friedenshymne überhaupt.

Dass sich Musiker als Arschlöcher rausstellen, passiert relativ häufig. Deswegen unsere Frage an euch: Wie seht ihr das? Was tut ihr, wenn ihr mitbekommt, dass sich euer Lieblingskünstler so richtig daneben benimmt?

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Bildquelle: Flickr | "Moonlight" von Ben Cappellacci | cc by 2.0