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Montag, 16. September 2013, 08:00 Uhr

TOP TEN DER UNANGENEHMEN SITUATIONEN

"Dein neues Profilbild ist... äh... interessant."

Der Kumpel hat ein neues, furchtbar hässliches Profilbild, die Freundin stellt etwas Ungenießbares auf den Tisch und der Freund lacht zu laut im Kino. Was tun? Schweigen und leiden oder wagen und sagen? Die egoFM-Redaktion diskutiert.

Es gibt Situationen im Leben, da weiß man einfach nicht, wie man (re)agieren soll. Die gesellschaftlichen Regeln sind schwammig, jeder macht es anders und so richtig gut fühlt sich keine der Handlungsmöglichkeiten an. Wir haben die Top Ten der brenzligen sozialen Situationen aufgelistet und stellen fest: Auch in der Redaktion gibt es unterschiedlich Reagierende... Was würdet ihr tun?

SITUATION NR. 1: DER MILCHBART

Der Prof hat dich zur Besprechung einer wichtigen Arbeit herbestellt und Cappuccino angeboten. Nach ein paar Schlücken hat er einen schönen Milchbart um die Lippen.

A) Darauf hinweisen: "Erstmal mit einer Gestik um den eigenen Mund dem Prof andeuten, dass er da was hat. Wenn das nicht funktioniert, einfach sagen: 'Ähm, Entschuldigung, Sie haben da was.' " (Anna)
B) Ignorieren: "Einfach mal weitertrinken lassen und hoffen, dass sich der Schnurrbart beim nächsten Schluck von selbst wieder verabschiedet. Alles andere wäre mir (und folglich vielleicht ihm) viel zu peinlich." (Ronja)

SITUATION NR. 2: DER ABSCHIED

Vor ein paar Stunden wurdest du jemandem vorgestellt. Jetzt, nach einem netten Abend in gemeinsamer Runde, willst du dich von der neuen Person verabschieden.

A) Unverbindlich Winken: "Das schlimmste sind Bussi-Bussi-Menschen. Getoppt wird sowas nur noch, wenn ein "Wow, war toll dich kennenzulernen ich hoffe wir sehen uns ganz ganz bald wieder" hinterhergeschoben wird. Dann lieber ein herzhaftes "Servus, euch einen tollen Abend" in die Runde werfen." (Julia)
B) Umarmen: "Ich tue das jedenfalls nicht, weil ich sehr einsam bin und mich nach menschlicher Nähe sehne, das ist schonmal klar." (Julian) (Anmerkung der ausführenden Redakteurin: Prust.)

SITUATION NR. 3: DAS GELD

Ein Bekannter hat sich Geld geliehen und scheint es mit der Zeit vergessen zu haben.

A) Einfordern: "Ein Euro ist schon ok. Mir ist allerdings schon passiert, dass ich fünfzig verliehen und nur zwanzig wiedergesehen habe. Da sage ich schon etwas, sonst steht es immer zwischen uns." (Julia)
B) Vergessen: "Mei, ein Euro, wem tut das schon weh. Erst ab so circa fünf Euro zu wenig könnte man sagen: 'Ach, den Rest gibste mir einfach später', dann kommt der Bekannte von selbst drauf." (Anna)

SITUATION NR. 4: DER SCHWEISS

Eine Freundin hat riesige Schweißflecken unter den Armen und muffelt ordentlich.

A) Ansprechen: Frauenhandtaschen sind super. Da geht zur Not eine komplette Campingausrüstung rein. Mein treuer Begleiter: Ein Mini-Deo. Das würde ich ihr bei Gelegenheit zustecken und flüstern, dass sie's mir später wieder zurückgeben kann. Mit Augenzwinkern." (Manu)
B) Ignorieren: "Die Arme! Vielleicht weiß sie es ja selbst und es ist ihr sehr peinlich. Da sie beim nächsten Treffen bestimmt wieder „normal unmuffelig" ist, ignoriere ich die Kreise höflich. Nur Wiederholungstäter würde ich eventuell ansprechen. Aber auch nur eventuell." (Ronja)

SITUATION NR. 5: DAS PÄRCHEN

Eine Freundin hat einen neuen Freund und das Pärchen sitzt einander den kompletten Abend auf dem Schoß, kann nicht aufhören rumzuknutschen und einander merkwürdige Kosenamen zu geben.

A) Eingreifen: "Meine bewährte Strategie: In Pseudo-Entrüstung „Ist ja ekelhaft" oder „Ih" schreien. Ungünstig: Die Reaktion der beiden. Sie lachen und parodieren sich selbst mit theatralisch zur Schau gestelltem, betont ekligem Geknutsche. Natürlich mach ich nur Spaß. Ich gönn es ihnen ja von Herzen. Den Widerlichen." (Nikola)
B) Weitermachen lassen: "Ich sage "Herrgott nehmt euch ein Zimmer" so, als ob ich es im Spaß meinen würden. Wenn sie es checken und weitermachen, werd ich einen Teufel tun und das junge Glück stören. Wenn sie die Ironie nicht kapieren und sich verlegen mit einem Pömpel-Klo-Geräusch voneinder lösen, sag ich "War doch nur Spaß, macht weiter!" und freu mich dann für sie, weil sie meinen raffinierten Test bestanden haben..." (Julian)

SITUATION NR. 6: DAS PROFILBILD

Ein Freund lädt ein neues Profilbild hoch, das furchtbar misslungen ist und ihn von seiner allerschlechtesten Seite zeigt.

A) Hinweisen: "Wiesooo tut er das. Er sieht aus wie ein Honk. Auch nach einem Tag bleiben die fünf Anstands-Likes aus. Man muss ihm die Hässlichkeit ja nicht ins Gesicht reiben, aber darauf hinweisen, dass das alte Bild doch viel besser aussah, würde ich zur Schadensbergrenzung auf jeden Fall tun." (Ronja)
B) Ignorieren: "Warum Leute Bilder von ihrem Essen oder Herzchen und Sternchen auf die Pinnwand des Freundes posten, kann ich nicht nachvollziehen. Gleiches Spiel auch mit merkwürdigen Profilbildern. Aber egal, das ist nicht mein mein Bier. Wir sind schließlich alle alt genug, selbst zu entscheiden, was wir tun und lassen." (Manu)

SITUATION NR. 7: DER LAUTE BRÜLLER

Du sitzt mit einer Bekannten im Restaurant oder im Kino und sie redet so laut, dass alle im Umkreis von zehn Metern mithören, was sie dir verät. Danach, als ihr im Kino sitzt, brüllt sie vor Lachen.

A) "Pssst"en: "Das geht zu weit. Nachher posaunt sie noch meine Geheimnisse in die Welt. Und im Kino drehen sich die Leute nach uns um und ich versinke im Sessel. Ich bremse sie aus. Nicht umsonst gibt es Geldbußen auf Ruhestörung." (Ronja)
B) Totschweigen: "Meiner Schwester macht Kino ohne Dauerkommentierung keinen Spaß. Und das nicht etwa im Flüsterton, sondern lautstark. Nach dem 100sten „Pssst" gebe ich auf, verkrieche mich tief im Sitz und warte, vom Abspann aus dem Cringe-Zustand abgeholt zu werden." (Nikola)

SITUATION NR. 8: DAS EKLIGE MAHL

Eine Freundin hat für dich gekocht und es schmeckt grauenhaft.

A) Ansprechen: "Bevor ich versuche, mit guter Miene etwas vom Gräuel herunterzuwürgen und damit riskiere, die ganze Nacht über der Schüssel zu hängen, bin ich so frei und sage, dass ich das nicht mag. Bei aller Liebe." (Manu)
B) Trotzdem essen: Wenn sich der Freund schon die Mühe gemacht hat, sollte man sich nicht so anstellen. Von ekelhaftem Essen ist noch keiner gestorben. Erst, wenn die Übelkeit einen gewissen Grad erreicht hat, kann man sich mit 'Ich habe leider gar nicht so viel Hunger' rausreden." (Anna)

SITUATION NR. 9: DAS GEFLIRTE

Du glaubst, jemand findet dich netter als gewöhnlich. Derjenige macht nicht unbedingt die auffälligsten Anspielungen, aber ist einfach etwas aufmerksamer, als man sich das wünscht. Man will aber nicht, dass die Person sich Hoffnungen macht.

A) Klar machen: Bevor sich der Gute noch sonst wie verbiegt und nachher tot unglücklich ist, erwähne ich lieber ziemlich oft, dass ich mit meinem Freund hier und da war und dass mein Freund ganz toll Kuchen backen kann. Dann sollte das klar sein. (Manu)
B) Ignorieren: Mann, wie peinlich. Da ich aber nicht für sein Glück verantwortlich bin (das klingt jetzt vielleicht hart), werd ich auch nichts tun. Er wird schon merken, dass da nichts ist und wird." (Nikola)

SITUATION NR. 10: DAS KLEIDUNGS-UNGETÜM

Jemand hat einen neuen, potthässlichen Pulli gekauft und fragt nach deiner Meinung.

A) Ehrliche Meinung: "Ich kann leider viel zu schlecht lügen. Spätestens wenn man mein Gesicht sieht, weiß jeder, was ich wirklich denke. Dann kann ich auch gleich sagen, was ich denke. Man kann es ja nett verpacken. Oder gleichzeitg ein Kompliment machen. 'Puh, ne der Pulli ist so gar nicht meins, aber hey - hast du ne neue Frisur?' Glaubt nur leider auch keiner." (Julia)
B) Flunkern: "Ich frage genauer nach: Hat er ihn zum Beispiel in einer fremden Stadt oder einem besonders coolen Laden gekauft? War er runtergesetzt oder einfach sehr günstig? Wenn mir eine Antwort besonders gut gefällt sage ich "Saugeil", der Freund denkt, der Pulli ist gemeint und alles ist gut." (Julian)

Wie würdet ihr reagieren? Her mit euren Einschätzungen!

Bildquelle: Flickr // scottfeldstein