Entdeckt
bücher von Till Krech_flickr
Mittwoch, 29. März 2017, 00:00 Uhr

Neue Bücher mit Regalpotential

Alptraumfarbener Nachtmahr & Co.

Neues aus Walter Moers‘ Zauberwelt! Jetzt müssen wir uns wieder jemanden suchen, der abends an der Bettkante sitzt und vorliest. Bis wir den gefunden haben und das Buch in unseren Händen halten, haben wir uns mal umgeschaut, was sonst noch so kommt.

Dass das Internet nur so dahinflitzt, weiß man ja. Und es ist ja nunmal so: Wären wir Handwerker, das Internet wäre unsere Schubkarre, unser Hammer, unser Bohrer, unser Betonmischer. Aber diese Woche hat ein Buch es geschafft, uns aufzuscheuchen, als wäre es eine Browser-Extention, ein Serientrailer oder irgendwas mit Einhorn. Und da dachten wir uns, es ist an der Zeit, dem guten alten Druckwerk man wieder etwas Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und ein paar Bücher aufzuspüren, die in nächste Zeit erscheinen. Denn ganz ehrlich: die Zehen im Teich und das Tablet auf dem Schoß, das ist und bleibt einfach uncool.

Walter Moers: Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr
moers
Punktet durch: Wir wollen nicht erwachsen werden - müssen wir auch gar nicht.

Erscheint am 28. August bei Knaus

Neues Buch für große Kinder! Wir sind gespannt wie die Flitzebögen auf Grusel, Schrecken, Gänsehaut (von der schauerlichen und von der wohligen Art) auf neue Fabelwesen und alte Bekannte. Wir sind bereit, uns in die Zauberwelt aus Tinte und Papier zu stürzen und hoffen, dass uns das Buch nicht auf der vierten Seite mit Haut und Haaren auffrisst…jajaja, her damit!






Matt Thorne: Prince: Die Biografie
princePunktet durch: Nostalgie zum Anfassen

Erscheint am 28. April

Ja, schon wieder jährt sich ein Todestag. Am 21. April 2016 starb Prince und fast genau ein Jahr später erscheint dieses Buch, das sein Leben, sein Werk, seine Karriere in „enzyklopädischem Ausmaß“ zusammenstellt. Für echte Fans. Und für Ahnungslose, die eher spät noch in die Prince-Diskussion einsteigen wollen.









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Reinhart Kleist: Nick Cave
Nick CavePunktet durch: Wenig Buchstaben, dafür umso mehr Bilder

Erscheint am 29. August bei Carlsen Comics

Ihr haltet euch nicht so gern unter Toten auf und lest auch eigentlich gar nicht so gern? Die WiFi-freie Parkanlage bringt euch in ein echtes Dilemma? Dann ist vielleicht dieser Comic über Nick Cave euer Türchen zur Literatur. Reinhart Kleist hat auch schon das Leben von Johnny Cash und Elvis bebildert, jetzt nimmt er sich Multitalent Nick Cave vor. Falls ihr nach der Lektüre angefixt seid, könnt ihr euch sogar von uns mitnehmen lassen. Und zwar Anfang November in München. Bis dahin schafft ihr das Buch bestimmt.






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Haruki Murakami: Birthday Girl
Birthday GirlPunktet durch: Da weiß man, was man liest

Erscheint am 13. April bei Dumont

Haruki Murakami hat schon so viele Bücher geschrieben und mit keinem liegt man wirklich daneben. Jetzt kommt Birthday Girl, bei dem es um den zwanzigsten Geburtstag einer jungen Frau geht. Ebenfalls ein wiederkehrendes – man könnte sagen, bewährtes – Motiv. Wer sich also auf einen traumhaft geschriebenen Ausflug nach Japan begeben will, macht damit nichts falsch.







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Olivia Sudjic: Sympathie
SympathiePunktet durch: Aktualität und Ersti-Bonus

Erscheint am 29. März bei Kein & Aber

Vielversprechende Debüts machen immer neugierig. In diesem geht es um Online-Freundschaft und Teilchenphysik. Und ja, diese Themen sind beide in die Geschichte eingewoben. Das erste Werk ist immer autobiografisch, so sagt man, doch dass Olivia Sudjic wirklich selbst einmal in der digitalen Welt einer anderen Person derart verfallen ist wie ihre Protagonistin, darf bezweifelt werden. Sonst hätte die 29-Jährige es wahrscheinlich nicht geschafft, ihr Romandebüt innerhalb von rund zwei Jahren fertigzustellen (und säße jetzt nicht schon am nächsten Buch).









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Stefanie Sargnagel: Statusmeldungen
statusmeldungenPunktet durch: Poppigste Popliteratur

Erscheint am 21. Juli bei Rowohlt

Sargnagel ist ja quasi gedrucktes Internet, auch das also ein Werk für Digitaltextaffine. Und wer weiß, wie lange sie das noch macht: „Ich bin ja jetzt Autorin, und mit jedem Euro, den ich dadurch verdiene, wird mein inneres Poesievögelchen schwächer. Es schluckt die Münzen gierig, bis es nicht mehr fliegen kann, weil sie so schwer sind, und so landet es Flügelschlag für Flügelschlag auf dem Boden der Realität, auf dem es keine Phantasie gibt, nur Hundekot, Energydrinks und Umsatzsteuern. Mit jedem Satz, den ich für Bezahlung schreibe, erlischt in mir ein kleiner, lieber Stern..“ Also nehmt, was ihr kriegen könnt.









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Judith Nika Pfeifer: Violante
violantePunktet durch: Krimi- und Historienfaktor vereint

Erscheint am 28. April

Ein ordentlicher zweifacher Meuchelmord macht Krimifans glücklich. Dass die Geschichte tatsächlich Mitte des 16. Jahrhunderts passiert ist, lässt die Herzen von historischen Romanen höher schlagen (und gibt dem Ganzen nochmal einen extra Gruselschub). Die Mörder ließen alle Gerichtsakten verschwinden – so dachten sie, doch eine tauchte wieder auf und an dieser hangelt sich die Autorin entlang und erzählt den Vorfall nach. Was dabei herauskommt, liest sich laut Beschreibung wie ein Tarantino-Film. Sollte der Roman wider Erwarten doch eher flach sein, dann hat also zumindest der Werbetext gehalten, was das Buch versprach.








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