Entdeckt
New Yor von Patrick Bürgler_flickr
Donnerstag, 18. Mai 2017, 15:00 Uhr

"Polizeibeobachter" vs. Falschparker

Der Radwegreiniger

Zugeparkte Radwege sind ätzend und vor allem gefährlich. Der Mann hinter dem Twitter-Account @Polizeibeobachter hat es sich zur Aufgabe gemacht, Radwegparker in Berlin zur Strecke zu bringen. Doch heiligt dieser Zweck solche Mittel?

Heute auf dem Weg mit dem Fahrrad zur Arbeit mal wieder Schlangenlinien gefahren? Das muss nicht immer am Eierlikör im Müsli liegen. In größeren Städten werden Radwege oft zum Hindernisparcours: Irgendwo ist immer eine Baustelle und wo keine Baustelle ist, parken Autos oder Lieferwägen.

In der Hauptstadt ist dieses Problem akut, findet zumindest Andreas Schwiede. Auf Twitter nennt er sich @Polizeibeobachter. Seine Mission lautet, Berlins Radwege freizumachen von parkenden Autos. Dafür geht er im Zweifelsfall auch radikal vor: Ein parkendes Auto auf dem Radweg ist eine Gefährdung, und für die Beseitigung von Gefahren im Straßenverkehr ist die Polizei oder das Ordnungsamt zuständig. Also ruft er die Notrufzentrale, die verpflichtet ist, einen Polizisten zu schicken, und diskutiert mit diesem, bis er das Auto abschleppen lässt.

GlpBTfovkz5xCAndreas Schwiede hält sein Vorgehen für absolut gerechtfertigt, da das Ausweichen auf die Fahrbahn lebensgefährlich sein kann. Um das zu untermauern, sammelt er auch entsprechend Unfallberichte. Dass sein Vorgehen ziemlich drastisch ist, steht außer Frage. Seinem Twitter-Kanal zumindest folgen inzwischen schon 1385 Menschen, die die Polizei – oder besser gesagt: deren Abwesenheit – in Städten in ganz Deutschland beobachten und dokumentieren.

Bei uns in der Redaktion ist auf diese Meldung hin eine rege Diskussion ausgebrochen: Einerseits – äh, hallo? Die Notrufzentrale hat doch Wichtigeres zu tun! Und andererseits: Stimmt schon – wegschieben kann man das Auto ja nicht und wenn die Nachbarn die Polizei rufen, um meine Geburtstagsparty zu sprengen, warum sollten die Ordnungshüter dann nicht auch Radwegparker abschleppen?

Was haltet ihr von diesem Vorgehen? Gerechtfertigt oder nicht? Schickt uns eine Mail auf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder postet uns eure Meinung auf Facebook!


Bildquelle Titelbild:
flickr | New York von Patrick Bürgler | cc by 2.0