Entdeckt
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Montag, 29. Mai 2017, 16:29 Uhr

Musik und Dating

Sie hört sie, er hört sie nicht

Erste Dates sind definitiv immer sehr interessant, weil man eine meist neue Person kennenlernt. Man zeigt sich von seiner besten Seite. Aber was tun, wenn der Musikgeschmack inkompatibel ist?

Dating ist (in der relevanten Zielgruppe) dank zahlreicher Apps in den letzten Jahren anders geworden, da gibt es keine Zweifel. Wer sich mit einer einfachen Wischgeste darauf einigen kann, dass es sich um eine/n potentielle/n Partner/in handelt, dem entgeht sicherlich ein unverfälschter erster Eindruck.

Wenn man sich betrunken in irgendeinem Club, in einer Bar oder bei Freunden auf einem Geburtstag kennenlernt, dann ist Musik ja eigentlich eines der leichtesten Smalltalk-Themen. Und weil man eh irgendwie am gleichen Ort ist oder gemeinsame Freunde hat, dann passiert es allzu leicht, dass ähnliche Geschmäcker aufeinander treffen.

Aber mit den Datingapps gibt es diese Ebene eben nicht. Oder...doch? Irgendwie schon, aber irgendwie auch nicht. Schließlich kann man bei Tinder ja sein Spotify-Konto verknüpfen und gemeinsame Freunde und Interessen sieht man auch. Aber welche Außenwirkung hat der Musikgeschmack in diesem Fall? Ist es zuträglich und geschmackssicher Ed Sheeran in seinem Profil zu verlinken? Oder sollte man sich doch geschmacklich abgrenzen und eine etwas unbekanntere Band auswählen? Wissen wir bei egoFM so auch nicht, schließlich sind wir kein Datingratgeber. Aber wir schauen uns die Musik in den Profilen genauer an. Der Verfasser dieses Artikels führt tatsächlich eine Playlist mit Musik, die er auf Tinderprofilen findet. Und nimmt davon zumindest schonmal die Erweiterung des musikalischen Horizonts mit.

Das Musik nicht den Kern der Beziehung bildet, ist klar, aber den ersten Eindruck beeinflusst der Musikgeschmack doch. Wer würde schon gerne einen ganzen Abend im Kennenlernmodus damit verbringen, von seinem Gegenüber zugeföhnt zu werden, wie toll sein Musikgeschmack ist und wieviel Ahnung er denn hat, ohne selber zu Wort zu kommen?
Gemeinsame Abneigung gegenüber dürfte zum Kennenlernen genau so effektiv sein wie gemeinsame geschmackliche Übereinkunft. Gerade erst am Wochenende sind einige tausend Menschen in der Missgunst übereingekommen und haben Helene Fischer in der Halbzeitpause des DFB-Pokalfinales ausgepfiffen. Geschlagene acht Minuten lang, selbst im Fernsehen gut hörbar. Und auch bei unserer Straßenumfrage fiel schon auf: Schlager ist nicht mehr angesagt in der Dating-relevanten Zielgruppe, trotz hoher Verkaufszahlen. Wer also andere Leute über gemeinsame musikalische Abneigung finden will, dem sei die App Hater zu Gute geführt. Man kann es am Namen schon erkennen, der Algorithmus fügt Leute zusammen, die einfach die gleichen Sachen nicht ausstehen können. Ob das einer Beziehung zuträglich ist, oder ob es weitere gemeinsame Hobbys benötigt ist uns nicht bekannt.

Komplett um Musik drehen sich zumindest die Datingplattformen Tastebuds und Mix’d. Hier finden die Nutzer dann wirklich nur über gemeinsame Musikpräferenzen zueinander. Ausprobiert haben wir die beiden Apps nicht, aber falls ihr schon Erfahrungen gemacht habt, dann schreibt uns doch einfach an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und erzählt uns von euren Datingpannen.

Bildquelle: flickr | "leighton_music_lesson_1877" von "Art Gallery ErgsArt" by ErgSap | CC by SA 2.0