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Freitag, 28. Juli 2017, 00:00 Uhr

Drogenaufklärung im Internet

YouTube soll helfen

Auch alltägliche Dinge, wie Kaffee oder Zigaretten zählen zu den Drogen, wenn auch zu den legalen. Doch was passiert mit dem Körper, wenn man illegale Drogen konsumiert und wie gefährlich ist das? Diese YouTube-Kanäle wollen aufklären...

DrugslabDrugsLab ist ein Kanal, der von der BNN-Sendung „Spuiten en Slikken“ (dt.: „Spritzen und Schlucken") produziert wird. Durch den öffentlichen Sender im Nacken ist es dem Kanal möglich, auf professionelles Kameraequipment und ein Studio zurückzugreifen, was die ganze Chose deutlich qualifizierter, als so manch anderen YouTuber wirken lässt. In den Videos geht es darum, dass zwei Anfangzwanziger die Drogen austesten, die unter dem vorherigen Video in den Kommentaren von der Community vorgeschlagen wurden. Zu Beginn des Videos wird auf die chemische Zusammensetzung eingegangen, sowie auf Hintergrundinformationen. Einer der beiden wiegt dann eine auf ihn abgestimmte Dosis ab und führt sie sich zu.
Während des Experiments ist der Proband mit einem Thermometer und einem Pulsmessgerät ausgestattet, deren Werte auf einem Bildschirm im Hintergrund gezeigt werden. Vor laufender Kamera wird dann der Trip ausgelebt und der Berauschte berichtet, was er empfindet. Durch die Nachbearbeitung der Farben im Video wirkt das Anschauen alleine schon fast wie ein Trip und man merkt sofort, dass das Video die Zielgruppe der jungen Erwachsenen ansprechen soll. Man fühlt sich wie bei einer Sendung im Disney Channel oder mittendrin im Wunderland. Ob die Videos vom Konsum von Drogen abschrecken oder eher dazu anregen ist fraglich. Die Experimente werden mit dem Slogan: „Wir probieren die Drogen aus, damit ihr das nicht tun müsst.“, beworben. Sehr zuvorkommend.



asapSCIENCEZwar nicht ausschließlich ein Kanal über Drogen, aber dennoch der wissenschaftlichste und objektivste in diesem Bereich. Mit Hilfe von Zeichnungen und Animationen wird gezeigt, wie die Substanzen chemisch aufgebaut sind und detailliert, aber verständlich, die biologisch-chemischen Vorgänge im Körper erklärt. Das Ganze wird dann noch unterfüttert mit Statistiken, sowie Zahlen und fertig ist ein informatives Video, ohne Schnickschnack oder Angeln von Zuschauern.



PsychedSubstanceDer wohl größte Kanal auf YouTube, der sich mit dem Thema Drogen befasst, mit ungefähr 655.000 Abonnenten und 51 Millionen Videoaufrufen. Auch hier werden Drogen vorgestellt, getestet, besprochen, aber ein großer Teil des Contents besteht auch aus Diskussionen, ob und warum diverse Drogen legalisiert werden sollten. Zudem wird in diversen Videos eine Gegenüberstellung zwischen den Effekten von zwei verschieden Drogen vollzogen. Das heißt, der Proband nimmt an einem Tag zum Beispiel Cannabis zu sich und muss einige Herausforderungen meistern, an einem anderen Tag macht er die gleichen Aufgaben nochmal, unter dem Einfluss einer anderen Droge, zum Beispiel Magic Mushrooms. Dann werden die Ergebnisse im direkten Vergleich in einem Video gegenübergestellt.



Open MindBei Open Mind handelt es sich um einen Channel, der von einem jungen Münchner geführt wird. In seinen Videos berichtet er ausführlich von Trips, die er auf Drogen aller Art gehabt hat. Wichtig ist anzumerken, dass er die Drogen nicht bewusst nimmt, sondern sie stets heimlich „in sein Wurstbrot gemischt“ bekommt. Wie unglücklich.
Zu Beginn des Videos wird zunächst erklärt, um was für eine Droge es sich handelte, welche Wirkungen laut Internet zu erwarten waren (sollte er die Droge nicht bereits kennen) und unter welchen Bedingungen das Wurstbrot konsumiert wurde. Untermalt wird das Ganze mit Aufnahmen vom Trip, die er mit seiner Kamera während des Rauschs aufnimmt. Die Videos scheinen nicht mega professionell, sind sehr einfach gehalten und wirken deswegen auf den Zuschauer irgendwie authentisch. Simon, der Besitzer des 250.000 Abonnenten-Channels,  kommt als lockerer Kumpeltyp rüber, der dir mal ein bisschen was von seinen Drogenerfahrungen erzählen will und sagt was du tun und was du besser lassen solltest.



Bilquelle: flickr | "Drugs" von Brandon Glesbrecht | cc by 2.0