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Mittwoch, 20. September 2017, 00:00 Uhr

Digitale Helferlein zur Bundestagswahl

Wahl-o-Mat und Co.

Die Wahl steht an und ihr müsst euch jetzt entscheiden: Welche Partei soll's werden? Wir stellen euch aktuelle und interessante Tools vor, die euch diese Entscheidung erleichtern.

Wenn die Stadt wieder zunehmend mit Plakaten gepflastert, beziehungsweise überschwemmt wird, die lautstark bezahlbare Mieten, mehr Sicherheit oder Umweltschutz fordern, weißt du: Es ist wieder soweit.

Am 24. September ist Bundestagswahl und wieder muss man sich entscheiden, welcher Partei man seine wertvolle Stimme schenkt. Wir können da etwas Abhilfe schaffen. Im Netz und im App-Store werden wieder diverse digitale Helferlein angeboten, die dem Wähler die Entscheidungsfindung erleichtern sollen; wobei ausdrücklich gesagt wird, dass es sich um keine Wahlempfehlungen handelt, sondern nur um Informationsangebote. Schaut euch die Tools mal an und entscheidet selbst, welches euch am meisten taugt.

Denn gar nicht zu wählen ist keine Wahl - das wäre mit Abstand nämlich die schlechteste Lösung, denn durch's Nichtwählen straft man nicht nur die großen Parteien ab, sondern ebnet gleichzeitig kleinen, radikaleren Parteien den Weg: Für jede Stimme, die nicht abgegeben wird, fallen die anderen Stimmen umso stärker ins Gewicht. Klar. Oder - um es mit den Worten von Blumentopf zu sagen....



Wahl-O-MatAm bekanntesten und weit verbreitesten ist wohl der Wahl-O-Mat, der seit 2002 von der Bundeszentrale für politische Bildung immer pünktlich zur Wahl online verfügbar ist. Er besteht aus 38 Thesen, zu denen alle zur Wahl zugelassenen Parteien Stellung bezogen haben. Der User kann die Aussagen mit "Stimme zu", "Stimme nicht zu", "Neutral" oder "Weiter" beantworten, sie verschieden stark gewichten und anschließend die Auswertung seiner Aussagen und Übereinstimmungen mit den verschiedenen Parteien einsehen. Außerdem werden die Parteien und ihre Programme ausführlich vorgestellt.


DeinWal.deDeinWal.de unterscheidet sich in dem Sinne von den anderen Tools, dass man die Abstimmung der letzten Legislaturperiode nachspielt und sich fragt, wie man selbst in der Vergangenheit abgestimmt hätte. Es werden viele Fragen zu Familie, Arbeit, Gesundheit und Verbraucherschutz, Bildung und mehr gestellt und Meinungen zu gleichgeschlechtlicher Ehe, Sterbehilfe oder Atomkraft gefordert.


ParteiNaviDas ParteieNavi ist ein wissenschaftliches Projekt der Universität Konstanz. Dort haben Wissenschaftler einen Fragebogen entwickelt, der den Testern verdeutlichen soll, wie sie im Vergleich zu den von ihnen präferierten Parteien stehen. In kurz: Was würdest du ankreuzen und wie passen deine Ansichten zu dieser Entscheidung. Da das Ganze ein wissenschaftliches Projekt ist, werden zusätzliche Daten der Teilnehmer erfasst, wie beispielsweise Alter oder Geschlecht. Natürlich funktioniert die Datenerhebung auch hier anonym und kann jederzeit durch den Teilnehmer verweigert werden.


WahlSwiper-AppWahlSwiper ist eine App, die vom Berliner Start-Up Movact ins Leben gerufen wurde und nach dem Tinder-Prinzip gehandhabt wird. Der User hat 30 Fragen zu verschiedensten brisanten Themen zu beantworten. Dabei wischt er nach links für ein "Nein" und nach rechts für "Ja". Die App ist sehr interaktiv und mit seinem ansprechenden Design besonders an die jüngere Generation angepasst; es gibt Erklärvideos zu den angesprochenen Themen sowie eine Übersicht zu den Positionen der Parteien mit Begründungen.


Meine erste Wahl-AppMeine erste Wahl ist eine App, die nicht nur für Wahlneulinge geeignet ist. Dort werden Thesen ausführlich erklärt, sodass jeder etwas mit ihnen anfangen kann und es werden weiterführende Links im Internet geboten. Neben Thesen werden auch Wahlplakate, Politiker-Zitate und Personen-Karten bewertet. Das Tool bietet eine Unmenge an Wahlkarten an, jedoch ist der aktuelle Zwischenstand der Befragung immer einsehbar. Meine erste Wahl funktioniert ebenfalls wie WahlSwiper mit dem Swipen nach links, rechts oder oben, je nachdem ob man Positionen zustimmt, ablehnt oder keine Meinung abgeben möchte.


Digital Thesen-CheckDer vom Zentrum für digitalen Fortschritt entwickelte Thesen-Check ist nicht interaktiv, sondern bietet einen Vergleich der Parteipositionen bezüglich der Rolle von Digitalisierung und ihrer Entwicklung. Der Check besteht aus 42 Wahlprüfsteinen, zu denen die Parteien CSU/CDU, SPD, Linke, FDP und Grüne ausführlich Stellung bezogen, während die AfD keine Angaben machte. Da der Check von SPD-Sympathisanten aufgestellt wurde, sollte man sich nicht wundern, wenn die SPD in einem besonders guten Licht erstrahlt.


Agrar-O-MatJetzt wird es etwas spezifischer, denn der Agrar-O-Mat stellt ausschließlich die agrarpolitischen Positionen der Parteien vor. Es gibt 22 Thesen, die sich mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder Tierschutz beschäftigen und verschieden gewichtet werden können. Das Design ist einfach gehalten und wie beim Thesen-Check sind wieder nur die Positionen der fünf Hauptparteien berücksichtigt worden. Das Tool ist besonders für Menschen mit einem Faible für Ökothemen sowie für Landwirte ansprechend; der normale Wähler ist wohl eher etwas überfragt.


Sozial-O-MatDer von der Diakonie Deutschland entwickelte Sozial-O-Mat sticht mit seinem farbigen, app-ähnlichem Design sofort ins Auge und behandelt nur Thesen aus dem sozialen Bereich zu den Themen Flucht, Familie, Pflege im Alter und Armut. Mit nur zwölf Fragen ist man schnell durch und neben der Auswertung in Prozent werden Begründungen der Parteien sowie die Konsequenzen des eigenen Standpunkts aufgeführt und verdeutlicht.


Musik-O-MatZu guter Letzt möchten wir nochmal den Musik-O-Mat erinnern, den wir euch bereits vorgestellt haben. Dieser generiert, basierend auf euren Musikgeschmack, ein Matching zu den verschiedenen Parteien. Dazu wurde den Parteien CDU/CSU, SPD, Die Grünen, FDP und die Linke vom Streaming Dienst Deezer 18 Fragen zu ihrem Musikgeschmack gestellt und daraus eine jeweilige Playlist angelegt. Der Musik-O-Mat stellt euch ebenfalls diese Fragen. Als Antwortmöglichkeiten werden dann vier Songs angeboten, von denen ihr einen auswählen müsst. Nachdem ihr alle Fragen beantwortet habt, wird erechnet, welche Partei am besten zu euch passt.
Aber hier gleich eine Warnung: egoHörer werden mit der Songauswahl womöglich nicht ganz zufrieden sein.


Bildquelle: flickr | Awaya Legends | cc by-sa 2.0